Neues aus dem Sacher

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Vor ein paar Wochen flatterte eine Einladung zur Präsentation des neuen Sacher-Kochbuches in meine Mailbox. Endlich mal eine spannende Einladung neben der vielen anderen Werbeaufrufe. Nachdem zuerst nur ein Termin in Wien angekündigt war (und das montag vormittags…), stellte sich heraus, dass es auch eine Präsentation in Innsbruck gibt. Was hab ich mich gefreut, dass endlich auch mal was in meiner Nähe passiert und habe mich für diese Stunde vom Büro gleich freigespielt.

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Das Restaurant/Café Sacher liegt in Innsbruck ein wenig abseits in der Innenstadt direkt in der Hofburg. Außen sieht man nur wenig von den Räumlichkeiten, innen hat es mich sofort an eines dieser typischen Wiener Kaffeehäuser erinnert. Außer mir waren nur JournalistInnen bei dem Termin, ich als Bloggerin wurde ein wenig wie eine außerirdische Spezies beäugt.

Der Autor des Buches – Werner Pichlmaier – war nach Innsbruck gekommen, um sein Buch vorzustellen. Zudem hatten wir auch Gelegenheit, mit dem Küchenchef aus Innsbruck – Florian Prelog – zu sprechen. Der Buchautor selber war nicht besonders gesprächig, wogegen ich mich mit Florian Prelog sehr angeregt über qualitatives Kochen, regionale Küche und ähnliche Themen austauschte.

Nun zum Buch: die Sacher-Restaurants und -Cafés wurden in den letzten Jahren von Grund auf renoviert. Dazu passend sollte dann auch ein Kochbuch entstehen, das traditionelle Sacher aber auch seine modernen Seiten zeigt. So beinhaltet das Buch 380 Rezepte auf 400 Seiten, die diesem Anspruch gerecht werden. Gleich beim ersten Aufblättern fühlte ich mich nach Wien zurückversetzt: das Stammhaus der Sachers ist nun mal eng mit Wien verbunden und der Wiener Flair spiegelt sich auch im Buch, seinem Stil und seinen Rezepten wider.

Enthalten sind eine ganze Menge klassische Rezepte (wie z.B. Backhendl, Zwiebelrostbraten, etc.), aber auch moderne Kreationen, welche im Restaurant im Sacher in Wien kredenzt werden – wie ich bei der Präsentation erfuhr. Ergänzt werden die Rezepte mit sehr stylischen Bildern, welche sehr gut zum Gesamtstil passen. Und der Gesamtstil wurde beim Buch wirklich gut getroffen, es ist sehr authentisch gelungen! Wer das Sacher und seine Speisen mag, wird dieses Buch auch mögen.

Die Rezepte sind zwar teilweise anspruchsvoll, aber es werden nicht hunderte Zutaten verwendet, die man nirgends findet oder überteuert sind. Gearbeitet wird eher mit einer bunten Kombination an Gemüse, Fleischsorten, Kräutern und Gewürzen. Manche Zutaten würde ich persönlich nicht verwenden – wie z.B. QimiQ – aber die kann man ja einfach durch alternative Produkte ersetzen. Auch heimische Sorten kommen nicht zu kurz und werden durch Exotisches ergänzt.

Ich habe bisher die Powidltascherl und die Kürbisgnocchi ausprobiert. Die Powidltascherl sind super geworden und haben hervorragend geschmeckt (mit einem Brandteig statt Erdäpfelteig). Redaktionell muss ich aber bemängeln, dass auf dem Foto zu den Powidltascherln Mohn zu sehen ist, wogegen das Rezept angibt, man solle Walnüsse in die Butterbrösel rühren.

cover-sacherdas-kochbuch-pichler-verlagDie Kürbisgnocchi sind auch sehr gut geworden, allerdings brauchte ich hier noch ein wenig Phantasie, um das ganze fertig zu stellen: so war die Zeit für das Blanchieren der Zwiebeln nicht angegeben (okay, vielleicht eh Allgemeinwissen), aber auch Kräuter sowie Salz und Pfeffer fehlen in der Paprikasauce. Somit habe ich frischen Thymian aus dem Garten ergänzt und die Sauce natürlich auch noch gesalzen und gepfeffert. Aber dann wars sehr gut!

Mein Resümee vom Buch: die Rezepte sind eine gelungene Mischung von traditionell und modern und vermitteln sehr gut das Flair des berühmten Restaurants Sacher in Wien. Für Kochanfänger ist das ganze jedoch nur bedingt geeignet, man sollte schon ein wenig Wissen mitbringen, um die Techniken umzusetzen und eventuell fehlende Angaben zu Arbeitsschritten auch selbstständig ergänzen zu können. Aber dann kann man sicher viel Freude mit dem Buch haben.

Ich werde auf jeden Fall als nächstes den Thunfischaufstrich und ein Backhenderl probieren…

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Kürbisgnocchi mit Junglauch und Paprika

200 g Kürbis, geschält
300 g Erdäpfel
150 g fester Ricotta
40 g Parmesan, frisch gerieben
4 Eidotter
150 g Mehl
Salz, Pfeffer

1 Bund Lauchzwiebeln (Frühlingszwiebeln)
je eine gelbe, rote und grüne Paprika
200 g Kürbis, geschält (je nach Sorte)
Olivenöl

Für die Gnocchi Erdäpfel schälen. Kürbis in Stücke schneiden. Erdäpfel und Kürbis in Salzwasser gar kochen. Ausdampfen und trocknen lassen.

Anschließend Erdäpfel, Kürbis und Ricotta durch ein festes Sieb streichen. In einer Schüssel mit Mehl, geriebenem Parmesan und den vier Eigelb zu einem Teig verkneten. Aus dem Teig fingerdicke Rollen formen und etwas 15 Minuten rasten lassen. Dann Teigrollen in etwa 2 cm lange – gnocchigroße – Stücke schneiden. Gnocchi über einen Gabelrücken (oder ein Gnocchiholz) abdrehen, so dass sie die typischen Rillen erhalten. In einem großen Topf Salzwasser aufkochen, Gnocchi einlegen und ca. 2 Minuten leicht wallend garziehen lassen. Abseihen.

Die Lauchzwiebeln blanchieren und fein schneiden. Paprikaschoten schälen, halbieren, Samenkerne und weiße Häutchen entfernen. Paprika und Kürbis in rautenförmige Stücke schneiden. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Paprika- und Kürbisrauten darin bissfest schmoren. Dann die blanchierten, fein geschnittenen Lauchzwiebeln und zuletzt die Gnocchi beigeben, schwenken. Anschließend auf Tellern anrichten und nach Belieben noch mit frischen Kräutern oder Parmesan garnieren.

Anmerkungen meinerseits: ich habe beim Paprikagemüse gleich ins Olivenöl Blättchen von 6 Ästen Thymian dazugegeben. Und die Sauce zum Schluss mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Zudem habe ich die Menge der Gnocchi um 1/4 reduziert und das war locker genug!

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