Whisky und Scones in Schottland

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Ein schon sehr winterliches Treffen der europäischen Grünen führte mich Anfang Dezember für ein verlängertes Wochenende nach Glasgow. Ich reiste extra einen Tag früher an und erkundete die lässige Stadt – und entdeckte alte Gemäuer und hippe Lokale.

Ich komme am Mittwoch nachmittag an, als gerade die Sonne mit einem spektakulären Farbenspiel unter geht. Nachdem ich mein Gepäck ins Hotel gebracht habe, ist es vollkommen finster. So beschließe ich, ein wenig durch die Innenstadt zu bummeln. Der Weihnachtsmarkt am George-Square ist nicht sehr spannend, so bummle ich die Buchanan Street und die Sauchiehall Street hinauf. Hier findet man die üblichen Modeketten aber auch ein paar spannende Shops. So z.B. Whittard of Chelsea, wenn ihr guten Tee sucht.

Abends kehre ich im Gandolfi Fish auf ein geniales Fisch-Abendessen ein: Scottch Eggs mit Räucherfisch als Vorspeise, dann Lachs Wellington. Und statt dem Dessert gönne ich mir einen Whisky von der Insel Islay – ein perfekter Start ins lange Wochenende!

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Am nächsten Tag breche ich gleich bei Sonnenaufgang auf, damit ich möglichst viel von den wenigen Sonnenstunden habe. Als ich in Hillhead aus der U-Bahn steige, hängt die Sonne noch sehr fahl am Himmel. Auf der Byres Street finden sich eine menge hipper Lokale, Cafés und Einkaufsmöglichkeiten.

Gleich gegenüber der U-Bahnstation befindet sich der Hanoi Bike-Shop – ein sehr gutes vietnamesisches Restaurant. Aber mein Ziel ist George Mewes Cheese: dort verkoste ich Cheddar von den schottischen Inseln und kaufe mir ein Stück für die Jause. Ebenfalls in der Byres Road befindet sich Peckhams, ein Geschäft wo leckere Delikatessen aus Schottland und aller Welt angeboten werden.

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Ich gehe weiter zur Universität, wo ich eine Zeitlang hängen bleibe. Das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert erinnert an Vorlagen für die Harry Potter Filme. Vor allem die Säulenhalle zwischen den beiden Höfen bietet faszinierende Einblicke. Da überall Menschen sind, die auf ihre Abschlussfeierlichkeit waren, komme ich auch in einige beeindruckende Nebenräume und Stiegenhäuser.

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Mein nächstes Ziel ist das Museum Kelvingrove. Da in Glasgow alle Museen gratis sind, hat man die Möglichkeit, einfach mal so durch das Gebäude zu bummeln. Das Gebäude an sich ist schon beeindrucken, die Gänge und Hallen altehrwürdig und verschnörkelt. Das Thema des Museums ist nicht ganz feststellbar, ein Sammelsurium beginnend mit der Tierwelt über Gemälde, ein Kriegsflieger an der Decke bis zu modernen Installationen. Hinter jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken.

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Da ich langsam Hunger bekomme, gehe ich die Argyle Street weiter bis zum Hidden Lane Tearoom. Der Tearoom hat seinen Namen eindeutig verdient, man muss ganz schön aufpassen, dass man die Einfahrt von der Hauptstraße nicht verpasst, nur ein kleines Schild weist auf den Tearoom hin. Nach dem Durchgang landet man in einem großen Hinterhof mit mehreren Gassen und kleinen bunten Häusern – dem Arglye Court. Dort nach links und im Eck findet ihr den malerischen Tearoom.

Ich bestelle einen Earl Grey mit Lavender und Scones mit Strawberry Jam und Clotted Cream – und genieße jeden Moment! Der Tearoom wird von einigen jungen Frauen geführt, die alle Küchen vor Ort selber backen. Das Geschirr ist durchwegs Second Hand und wenn man sich in ein Stück verliebt, kann man es gleich kaufen und mitnehmen.

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Gestärkt setze ich meinen Rundgang in Richtung Clyde Arc fort. Von der Brücke hat man eine gute Aussicht auf das SSE Hydro und das Exhibition Center. Mit dem Bus fahre ich in die Innenstadt zurück – und irre mich gleich mal mit der Straßenseite zum Einsteigen. Na ja, man muss sich schon erst an die umgedrehten Verhältnisse gewöhnen. Sogar die Menschen auf dem Gehsteig weichen nach links aus…

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Meine letzte Station kurz vor Sonnenuntergang ist Glasgow Green, ein riesiggroßer Park östlich der Innenstadt mit dem Peoples’s Palace und den Winter Gardens. Wie so oft in nördlichen Ländern hängt die Sonne schon früh sehr tief am Himmel und droht jederzeit zu versinken.

Das Licht wird immer oranger und spiegelt sich romantisch in dem weißen Stangen des Winter Gardens. Leider sind die Winter Gardens gerade wegen Renovierung geschlossen, aber auch von außen sind sie einen Besuch wert.

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In den Tagen unseres Meetings komme ich nur ab und zu dazu, ein paar Gassen der Umgebung zu erkunden. Mich beeindrucken die riesigen Malereien an den Hausmauern der Ingram Street. Auf dem George Square schleiche ich mich in die City Chambers und bewundere die Mosaikbögen in der Eingangshalle, bis ich höflich darauf hingewiesen werde, dass hier besuchen gerade nicht so erwünscht ist.

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Ein kurzer Ausflug führt mich zum Barras-Viertel, wo samstags und sonntags Flohmarkt ist. Leider ist nun im Winter nicht ganz so viel los, viele Stände haben geschlossen. Aber dort wo offen ist, türmt sich ein Durcheinander an Second Hand-Ware auf den Tischen.

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Am Sonntag nach der Tagung besuche ich noch die Kathedrale und die Necropolis gleich daneben. Die Gründung der Kathedrale liegt im 12. Jahrhundert, und sie hatte vor allem im 16. Jahrhundert eine bewegte Geschichte.

Die Fenster über dem Hauptschiff ragen in gotischen Bögen hoch über dem Boden. Vor allem sehenswert finde ich die Unterkirche mit ihren beeindruckenden Bögen und dem geheimnisvollen Licht.

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Anschließend gehe ich auf den Hügel der Necropolis gegenüber, den man über eine Brücke erreicht. Die alten Grabsteine bedecken den Hügel soweit das Auge reicht und scheinen ungeordnet einer geheimnisvollen Ordnung zu folgend. Die Sonne ist schon wieder im Sinken begriffen und die Grabsteine werfen lange Schatten.

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Ich nehme wieder den Bus (diesmal schaffe ich schon die richtige Strassenseite) und fahre zurück in die Innenstadt. Dort besteige ich den Turm des Lighthouses in der Mitchell Lane, einer Seitenstrasse der Buchanan Street.

Das Stiegenhaus des alten Leuchtturmes ist gar nicht leicht zu finden, dafür muss man im 3. Stock in den Macintosh Room gehen, dort ist der Durchgang zum Leuchtturm. Von oben schaue ich auf die Stadt im letzten Tageslicht herunter.

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Abends nehme ich den Bus Nr.2 nach Finniston – so wird das Viertel rund um die Argyle Street genannt, wo sich in den letzten Jahren eine Menge cooler Bars und Restaurants angesiedelt haben. Im Crabshakk esse ich eine hervorragende Suppe aus geräucherten Fischen und Muscheln. Crabshakk ist ein hervorragendes Restaurant, wenn man üppig Meeresfrüchte essen mag. Das Lokal ist aber sehr klein, reservieren würde ich empfehlen.

Gegenüber im Ben Nevis habe ich später noch eine Verabredung mit paar anderen TagungsteilnehmerInnen, die noch in der Stadt sind. Das Ben Nevis ist eine der besten Whisky Bars der Stadt mit einem Angebot von weit über 200 Whiskys. Da wir etwas zu feiern haben, wird der Abend recht ausgelassen.

Ich koste mich durch Whiskys von der Insel Ilay, aus Oban und der Speyside. Untermalt wird der Abend von traditioneller gälischer Musik. Junge KonservatoriumsschülerInnen treffen sich jeden Sonntag abend im Ben Nevis, um gemeinsam traditionelle Musik zu machen. Und das ganze sehr angenehm und unaufdringlich im Hintergrund.

Weitere empfehlenswerte Whisky Bars sind das Oran Mor (in einer alten Kirche) und das The Pot Still. Es gibt auch geführte Whisky-Touren, hab ich mir berichten lassen.

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Um ein Stückchen oder besser Schlückchen Schottland mit nach Hause zu nehmen, kehre ich am letzten Tag noch ins Good Spirits ein, verkoste Whiskys und suche mir eine Flasche Hazelburn von der Speyside aus. Die Leute im Geschäft sind sehr professionell, kennen sich gut aus und beraten gerne.

Ich fand Glasgow sehr witzig: Menschen mit kurzen Hosen und Pudelmütze auf der Straße, der Dialekt nach dem Einhören eine Freude, alle, mit denen ich zu tun hatte, waren sehr gastfreundlich und immer für ein Gespräch zu haben. Die alte Arbeiterstadt merkt man schon noch, aber ich mag das. Ehrlich und direkt, mit versteckten Schätzen zum Entdecken!

Gesammelte kulinarische Adressen in Glasgow:

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