Food-Wochenende in Zürich

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Nachdem wir letztes Jahr in Turin waren, hatten Juliana von Capturing the Seasons und ich zuerst überlegt, ob wir nicht wieder eine Städtereise z.B. nach Helsinki machen wollen. Aber irgendwie war uns alles zu anstregend. So beschlossen wir, uns in Zürich zu treffen, um uns bisher unbekannte Restaurants und Foodadressen zu besuchen.

Juliana arbeitet ja in Zürich und ist dort auch regelmäßig unterwegs. So wuchs die Liste, was sie alles besuchen wollte recht schnell, und ich steuerte auch noch meine Wünsche dazu bei. An einem Wochenende im Juni war es endlich soweit und ich bestieg den Railjet nach Zürich. Juliana holte mich vom Bahnhof ab, ich schloss mein Gepäck in ein Schliessfach und los ging’s!

Unser erstes Ziel für ein leichtes Lunch war die Milchbar. Mitten im Herzen der Stadt gelegen, hatte ich schon Angst, dass es hier hektisch und überlaufen sein würde. Aber im Gegenteil: die Milchbar liegt an einem schönen alten Durchgang und die Tische sind im Innenhof gleich bei einem Brunnen aufgestellt. Angesichts der Hitze des Tages eine gute Wahl. Wir nehmen einen hausgemachten Eistee, einen Salat mit Ruccola, Tomaten und Burrata und sind sehr zufrieden. Auch das Essen, das an die Nachbartische geliefert wird, sieht sehr appetitlich aus. Also nur zu empfehlen.

Da es so heiß ist, haben wir uns vorgenommen, ein paar Eisgeschäfte zu „testen“. Unser erster Weg führt uns somit zu Max Chocolatier, ebenfalls in der Altstadt. Wir betreten das Geschäft, das aufgrund der Außentemperaturen fast auf Kühlschranktemperatur heruntergekühlt ist.

Gleich beim Eingang befindet sich der Gefrierschrank mit den Eissorten, wo für mich gleich klar ist, dass ich das Schoko mit Salzkaramel nehmen muss! Mir fällt auf, dass es vor allem edle Schokosorten gibt, gemischt mir Früchten und Gewürzen. Juliana entscheidet sich für dunkle Schokolade mit Pistazie. Das Eis ist schon fertig abgepackt in kleinen Pappbechern, einen kleinen Löffel bekommen wir dazu. Unsere Wahl war gut, vor allem der Schokoladegeschmack ist sehr intensiv. Meines schmeckt zudem deutlich nach Salzkaramel, so wie ich es mag.

Um 16h haben wir eine Foodtour durch Zürich-West gebucht und fahren mit der Tram zum Toni-Areal. Die Gegend war früher ein typisches Industrieviertel vor den Toren der Stadt. Aber mit der Veränderung der Stadt sind die meisten Firmen nach weiter außerhalb abgesiedelt. Die zurückbleibenden Industriegebäude werden entweder renoviert und anderwertig verwendet oder abgerissen und durch moderne Bauten ersetzt. Aber genau diese Mischung macht das Viertel spannend.

Wir haben Glück und haben die Tour nur zu dritt! Das heißt aber auch, dass wir viel mehr Kostproben als vorgesehen angeboten bekommen, weil einige TourteilnehmerInnen gar nicht erschienen sind. Wer die Tour mal machen will – unbedingt genug Hunger mitbringen, es gibt reichlich zu probieren!

Als erstes Ziel besuchen wir das 25h-Hotel und das Restaurant NENI. Ich kenne das Originalrestaurant ja vom Naschmarkt in Wien, aber mag die moderne orientalische Küche, die dort angeboten wird. Wir erfahren einiges über das Konzept des Restaurants (so z.B. wie es gelingt, dass die Speisen an allen Standorten in Österreich und Deutschland gleich schmecken) und des Hotels. Dazu gibt es eine hausgemachte Zitronenlimo und eine Kostprobe an Falafel, Hummus und Babaganoush. Ein sehr guter Beginn der Tour!

Zweites Ziel ist Steinfels, eine Mikrobrauerei, die sich in einer alten Seifenfabrik angesiedelt hat. Wir probieren ein Lager unfiltriert, ein Pils und ein IPA, das aber nicht zu bitter daherkommt. Steinfels macht auch noch weitere Sorte wie ein Weizenbier und immer ein saisonales Bier, diesen Sommer ein Bier mit Zitrusmalz. Auch ein Chilibier ist in Entwicklung. Da unsere Gruppe so klein ist, dürfen wir sogar in den Braubereich schauen, bestaunen die Flaschenabfüllanlage und die dicken Säcke an Gerste.

Nächste Station ist das feine Restaurant LaSalle im Schiffsbau. Wie der Name schon sagt wurden hier früher Schiffe gebaut. Heute befinden sich in dem riesigen Gebäude ein Theater, eine Bar und eben das Restaurant. Wir erfahren über das Gebäude und das frühere Industriegebiet und verkosten eine kalte Gurkensuppe, ein Beef-Tartar und ein rote Rüben-Mousse – alles von höchster Qualität. Das Restaurant finde ich auch architektonisch sehr ansprechend: die Glaswände und -decke in dem alten Backsteingebäude, die riesigen Glasluster und die lange Bar als Raumteiler.

Wir ziehen weiter ins Les Halles gleich um die Ecke. Verglichen mit dem eher noblem Restaurant LaSalle herrscht hier künstlerisches Chaos. Der Besitzer ist sehr frankophil, so erinnert hier viel an typische französische Bistros, bunt zusammengewürfelte Möbel vermitteln Gemütlichkeit. Im hinteren Bereich des Lokals gibt es eine Art Supermarkt, wo man Spezialitäten aus Frankreich und Italien zum vor Ort-Essen, aber auch zum Mitnehmen erstehen kann. Auch eine reiche Auswahl an Bieren gib es.

Wir bekommen die Spezialität des Bistros serviert: Muscheln mit einem eiskalten Weisswein. Die Muscheln sind klein und zart – herrlich!

Der nächste Stop bei einem Mexikaner kann mich nicht recht begeistern. Das Essen ist mittelmäßig, und wir erfahren auch nichts über die Location.

Doch die letzte Station ist wieder große Klasse: wir besuchen die Markthalle im Viadukt und lassen uns dort von St. Jakob Beck zuerst mit einem Eis und dann mit einer Auswahl an Keksen und Pralinen verwöhnen. Die Kekse sehen sehr verführerisch aus, aber leider sind wir nach der Tour schon so vollgestopft, dass wir nur wenige probieren können.

Nachdem die Tourverantwortliche sich verabschiedet hat, schlendern wir noch weiter durch die Markthalle und stöbern bei den Ständen. Wir kaufen einen Cheddar-Cheese beim British Cheese Shop und schauen uns bei Berg & Tal, einem Shop voller Schweizer Spezialitäten, um. Aber auch beim Käsestand schauen wir vorbei und bewundern das bunte Gemüse beim Gemüsestandl. Wer in in Zürich dort in der Nähe ist, sollte der Markthalle unbedingt einen Besuch abstatten.

Da es abends immer noch sehr warm ist, sitzen wir noch eine Weile am See, schauen den Leuten und den Schwänen zu, plaudern und genießen die Abendstimmung.

Auch am nächsten Tag geht es nach einem leichten Frühstück sofort wieder in die Stadt. Dort schauen wir zuerst bei Shinwazen rein, einem kleinen japanischen Shop in einem Hinterhof im Viertel zwischen der Sihl und dem Bahnhof. Was für ein herrlicher Laden, der hochwertige Lebensmittel und feines Porzellan anbietet. Der Inhaber berät uns kompetent und bietet uns ein Glas eiskalten Yuzusaft mit Mineralwasser an. Köstlich! Ich nehme für zu Hause ein Sesamöl und einen Yuzu-Saft mit und freue mich über meine Beute.

Wir kehren in die Altstadt zurück, bummeln durch die Gassen und schauen in das eine oder andere Geschäft bis es – richtig! – wieder Zeit für ein Eis ist. Diesmal steuern wir Hasta! an, einen kleinen Eissalon mit vielen klassischen, aber auch ausgefallenen Sorten. Wir entscheiden uns einmal für Kulfi (ein Milcheis mit Cardamom, Mandel und Pistazie) sowie Haselnuss. Vor allem das Kulfi war sensationell, aber auch das Haselnuss war super aromatisch.

Als nächstes ist ein wenig fit-mach-mit angesagt: wir steigen auf den Turm des Grossmünster hinauf! Ich liebe es ja, Städt von oben zu sehen, so genieße ich den Ausblick über die Altstadt und den See.

Leider ist der Himmel bewölkt und es ist ein wenig diesig, an einem klaren Wintertag sieht man von dem Turm sicher auch die schneebedeckten Berge der Alpen. Aber es ist trotzdem ein Erlebnis. Lustig sind auch die vielen Dachterrassen der umliegenden Häuser.

Auf dem Weg zum See holen wir uns bei John Baker noch eine Auswahl an Broten (Olive, Walnuss, ohne was) für unsere Jause. Weiters wird unser Imbiss durch frische Marillen, Käse, Oliven und einen leckeren Kichererbsenaufstrich ergänzt. So lassen wir uns wieder am See nieder, lauschen den StrassenmusikerInnen und genießen unsere mitgebrachten Köstlichkeiten.

Und was braucht es nach einer Jause? Eh klar – Kaffee! Zumindest geht es mir immer so… Also begeben wir uns nochmals in die Altstadt und kehren am Neumarkt in die Kantorei ein. Wir beobachten die vorbeigehenden Leute, sind recht ausgelassen und machen Pläne für die uns verbleibende Zeit.

Das richtige Highlight kommt aber erst am Ende unseres Wochenendes: am Samstag abend gehen wir noch ins Clouds im Prime Tower. Letztes Jahr in Turin hatte ich einen Gin probiert, der extra für diese Bar kreiert worden war. So hatte mir Juliana einen Besuch dort zum Geburtstag geschenkt.

Wir bekommen einen Tisch am Fenster, bestellen einen Gin-Martini-Salbei-Gurken-Cocktail und lassen es uns einfach gut gehen. Wir schauen über die Stadt, im Hintergrund glänzt der See in der Sonne. Unter uns ist Frau Gerolds Garten und dahinter eine künstliche Welle. Wir beobachten die mehr oder weniger talentierten Wellenreiter und amüsieren uns über ihre Darbietungen.

Und weil es gerade so gemütlich ist, bestellen wir uns noch einen vietnamesischen Eiskaffee bzw. einen geeisten Chai-Latte und eine feine Nachspeise: einen Schokokuchen mit weichem Kern und Buttermilcheis. Ein würdiger Abschluss für so ein feines Foodie-Wochenende.

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung… Champagner für alle!

P.S.: Julianas Eintrag zu diesem Wochenende findet ihr auf Food & Travel!

 

4 Kommentare

  • Juliana 3. August 2017 um 22:08

    Beim nächsten Foodie-Wochenende müssen wir unbedingt mit Champagner anstossen!

    Antwort
  • Nicole 7. August 2017 um 8:28

    Hallo Alex! Vielen Dank für diesen ausführlichen Zürich-Bericht! Ich bin in Basel zuhause (würde Dir sicher auch gut gefallen!) und habe im Winter über die nachhaltige Seite von Zürich berichtet: Hier der Link: https://einfachnachhaltig.net/2016/12/07/zuerichs-nachhaltiger-lifestyle/ Liebe Grüsse, Nicole

    Antwort
    • alex 8. August 2017 um 18:02

      hallo,

      danke für den beitrag! jetzt weiss ich, was ich dann das nächste mal noch besuchen sollte ;-).

      in basel war ich auch schon und hat mir sehr gut gefallen!

      liebe grüße
      alex

      Antwort
  • Savoring Zurich – Capturing the Seasons 6. Oktober 2017 um 16:10

    […] our foodie weekends in Göteborg (Gothenburg), Bra and Turin, Alex and I were a bit stumped where to go next. We debated Berlin, London, Helsinki, Copenhagen and […]

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