Suppenwürze selbstgemacht

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Suppenwürze, Gemüsebrühe oder Gemüsesuppenpulver getrocknet, egal wie ihr es nennt, ich mache meine Suppenwürze seit geraumer Zeit erfolgreich selber. Und erkläre hier, wie auch euch das leicht gelingen kann!

Soweit es geht, versuche ich immer mehr, Produkte für die Küche selber zu machen. Dadurch will ich fertige Industrieprodukte durch selbst gemachte Produkte aus heimischen Lebensmitteln ersetzen und gleichzeitig unnötige Chemie und andere Zusatzstoffe aus unserem Essen verbannen.

Hier eine Beispielliste an Zutaten, die in fertigen Gemüsesuppen verwendet werden:

Jodiertes Speisesalz, Geschmacksverstärker (Mononatriumglutamat, Dinatriuminosinat, Dinatriumguanylat), Palmöl, Stärke, 7% Gemüse (Karotten, SELLERIE, Zwiebeln, Karfiol), Aromen (mit SELLERIE), Zucker, Hefeextrakt, Gewürze (SELLERIESAMEN, Curcuma, Muskatnuss), Kräuter (Petersilie, Basilikum), Zwiebelsaftkonzentrat, Speisesalz, Sonnenblumenöl.

Ich finde, Geschmacksverstärker und Palmöl, aber auch Hefeextrakt und Zucker müssen nicht in das Suppenpulver, um den vollen Geschmack zu bekommen. In Bio-Produkten sind zwar meist keine Geschmacksverstärker drinnen, aber doch immer wieder Palmöl oder auch Zucker.

Ich mache mein Suppenpulver meist zu einer Jahreszeit, wo es ein breites Angebot an heimischem und frischem Wurzelgemüse gibt. Dann hat das Gemüse eine natürliche Süße und seinen vollen Geschmack. Für die gesamte Produktion muss man schon einen vollen Tag rechnen, wobei die meiste Zeit durch das Trocknen selber in Anspruch genommen wird.

 

Gemüse vorbereiten

Vor dem Trocknen muss das Gemüse gründlich geputzt und in grobe Stücke geschnitten werden. Die Zusammensetzung im Rezept ist nur ein Richtwert. Wer mehr Karotte drinnen haben will, kann den Anteil erhöhen, wer mehr Petersilie will, tut mehr Petersilie dazu – der ungefähre Anteil von Gemüse zu Salz mit rund 7:1 sollte gewahrt bleiben. Gut ist auch eine Mischung mehrer Sorten, um ein breites Geschmacksspektrum zu erreichen.

Das Gemüse wird dann im Mixer portionsweise mit dem Salz zu einem feinen Brei gemixt. Dazu eignet sich ein normaler Standmixer oder ein Aufsatz einer Küchenmaschine. Mit einem Pürierstab würde es wohl auch gelingen, aber aufgrund der Menge würde ich davon abraten. Ich mixe das Gemüse immer auf drei Portionen, damit auch alles in den Mixer geht. Dann leere ich den Gemüsebrei noch einmal zusammen in den Mixer, gebe das Tomatenmark noch dazu und vermische alles, um eine optimale Durchmischung zu erreichen.

 

Trockenvorgang

Ich trockne den Gemüsebrei in meinem Dörrgerät. Dazu lege ich die einzelnen Dörrebenen mit beschichtetem Backpapier aus. Wichtig ist hier wirklich, dass ihr beschichtetes Papier verwendet. Ich habe einmal Butterbrotpapier verwendet und konnte nach der Trocknung das Papier in anstrengender Fuzelarbeit vom getrockneten Gemüse ablösen.

Das Backpapier trocknet zwar auch aus und reißt, aber meist lässt sich das Gemüse trotzdem in großen Stücken vom Papier lösen. Den Gemüsebrei gleichmäßig und dünn auf die einzelnen Ebenen aufstreichen.

Die Ebenen dann auf den Dörrapparat stapeln und in rund 6 bis 8 Stunden den Gemüsebrei trocknen bis er wirklich durch und durch trocken ist und sich steife, trockene Platten bilden. Die Ebenen regelmäßig durchtauschen, damit sie alle gleichmäßig getrocknet werden.

Wenn ihr genug Platz habt, solltet ihr den Dörrapparat in ein extra Zimmer stellen. Beim Trocknen entwickelt sich ein starker Duft nach Suppenpulver, der nicht jedermanns Sache ist.

Natürlich kann man das Gemüse auch im Backofen trocknen. Dazu den Ofen auf Umluft bei 80° verwenden. Unbedingt einen Holzkochlöffel oder ähnliches in die Ofentür klemmen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Die Trocknungszeit ist je nach Ofen rund 6 bis 8 Stunden.

Wenn alle Ebenen gleichmäßig getrocken sind, die getrockneten Gemüseplatten auskühlen lassen und vom Papier lösen.

 

Endverarbeitung

Zum Schluss wird das getrocknete Gemüse nochmal im Mixer fein gehackt. In diesem Arbeitsschritt kommen die getrockneten Pilze dazu. Ich habe eigentlich immer selbst getrocknete Pilze zu Hause. Wenn ihr keine Pilze in eurem Suppenpulver haben wollt, könnt ihr diese aber auch weglassen.

Wichtig ist, dass das Pulver zum Schluss richtig fein wird. Das staubt zwar furchtbar im Mixer, aber wenn sich der ärgste Staub gelegt hat, ist das Pulver fertig, und man kann es in ein Glas abfüllen. Die Menge reicht für ein durchschnittliches Marmeladeglas, rund 250ml.

 

Dosierung

Das selbstgemachte Suppenpulver kann man dann in der üblichen Dosierung wie gekauftes Pulver verwenden, nämlich 1TL auf 250ml Wasser. Es eignet sich aber auch als geschmackliche Ergänzung in Gemüsesuppen oder ähnliches.

Getrocknete Suppenwürze

400g Zwiebel
100g Pastinake
250g Karotten
100g Lauch
200g Sellerie
40g Petersilie
150g Meersalz
1 EL Tomatenmark
2 EL getrocknete Pilze

Die Mengen sind alle für geputztes Gemüse angegeben, somit beim Einkaufen ein wenig mehr nehmen. Je nach Geschmack können die unterschiedlichen Gemüse auch ausgetauscht werden.

Das Gemüse putzen, schälen und in grobe Stücke schneiden. Gemeinsam mit dem Meersalz portionsweise im Mixer fein hacken. Ich habe dafür drei Portionen gemacht. Dann alle drei Portionen nochmals gemeinsam im Mixer durchhacken, hier das Tomatenmark zufügen.

Die Ebenen des Dörrgerätes mit Backpapier auslegen. Wichtig ist hierbei, dass ihr beschichtetes Papier verwendet! Ich habe einmal Butterbrotpapier (unbeschichtet) verwendet und die getrocknete Suppe ging fast nicht mehr vom Papier ab. Es wird mit beschichtetem Papier schon schwierig. Die Gemüsemasse gleichmäßig auf die Ebenen des Dörrgerätes verteilen. Mit einer Palette oder einem Messer möglichst gleichmäßig flach ausstreichen.

Dann die Gemüsemasse rund 6-8h trocknen lassen, dabei die Ebenen immer wieder tauschen, damit die Masse gleichmäßig trocknet. Ist die Masse trocken, kurz auskühlen lassen. Dann die getrockneten Platten vom Papier lösen. Teilweise kann die Masse am Papier haften, dann immer vorsichtig brechen und das Papier ablösen.

Die getrockneten Teile gemeinsam mit den getrockneten Pilzen nochmals in den Mixer geben und alles fein mixen. In ein luftdichtes Glas abfüllen. Dosiert wird das Pulver wie das gekaufte: rund 1 TL auf 250ml Wasser.

 

2 Kommentare

  • Thea 19. November 2017 um 13:20

    Vor längerer Zeit las ich über ein ähnlichs Rezept. Aber da wurde alles durch einen Fleischwolf „getrieben“, was mir sehr gut gefallen hat.

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    • alex 19. November 2017 um 13:37

      das geht sicher auch, aber wird dann wohl nicht ganz so fein, oder?

      Antwort

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