3 Tage Lissabon

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Nach unserem Besuch bei den Delfinen in Setùbal wollen wir drei Tage in Lissabon verbringen. Wir gehen die Anreise mit dem Schiff an: südlich der Innenstadt nehmen wir die Fähre und übernachten auf einem Campingplatz an der Costa da Caparica, wo in der Vorsaison noch alles leer ist.

Am ersten Tag starten wir vom Hafen in Cacilhas aus, weil André noch die Fregatta Dom Fernandes ansehen will, das letzte erhaltene Segelschiff, das nach Indien gesegelt ist. Das Schiff ist spannend, aber die unteren engen Räume und die eigenartigen Menschenfiguren wirken irgendwie beklemmend auf mich, dass ich rasch wieder ans Tageslicht will. So auf See fahren wäre wohl auch nicht meins gewesen.

Dann nehmen wir die Fähre nach Lissabon hinüber (die Fahrt kann man übrigens wie Strassenbahn- und Busfahrten auf dem Öffiticket abbuchen lassen). Das Boot bringt uns zum Cais do Sodré und damit mitten in die Innenstadt. Und ich bin im ersten Moment völlig überfordert: so viele Menschen, so viel Verkehr, alles ist mir zu laut und zu schnell nach den langsamen Tagen in der Natur.

Wir gehen zuerst in die Conserveria de Lisboa – ein richtig altes Geschäft, wo Dosenfisch verkauft wird. Die Dosen stapeln sich an einer Wand, an einem kleinen Tisch sitzt eine Frau, die die Dosen in die typischen Papiere einpackt.

Als nächstes gehen ins Barrio Alto hinauf. Beim Elevador de Santa Justia stehen leider so viele Menschen an, dass wir zu Fuss gehen, aber der Elevador ist noch immer großartig!
Oben laufen wir ein wenig in den Gassen rum und kommen zum Convento do Carmo, das ich unbedingt besuchen muss. Die alten Gebäudegerippe machen sich mitten in der Großstadt ein wenig bizarr vor dem blauen Himmel aus, die Gerippe malen Muster mit den Schatten.

Da es schon mittags ist, gehen wir ins Café Lisboa – unscheinbar neben dem Theater in der Ecke eines Platzes gelegen. Wir nehmen drinnen Platz – und sind vom Menü restlos begeistert.

Zuerst gibt es Favas in einer leicht geräucherten Vinaigrette , dazu Oktupustartar mit Koriander. Als Hauptspeise nehmen Pasteten mit Schweinefleisch und Spinatreis – die Pasteten wie riesig aufgeplustert und geschmacklich einfach köstlich! Das Café ist eines von den Standorten der Lokale von José Avillez, der in Lissabon einige gute Restaurants betreibt.

An unserem dritten Tag in Lissabon wollten wir eigentlich in ein anderes Lokal von ihm gehen, aber ohne vorherige Sitzplatzreservierung war nichts zu machen. So essen wir einfach zweimal in Lissabon im Café Lisboa – und bereuen es nicht!

Dann schlendern wir durch das Viertel, machen Fotos von Häusern und gehen zum Elevador de Santa Justa hinüber. Ich spendiere einen Eintritt auf die Aussichtsplattform. Von dort haben wir einen herrlichen Blick über die Stadt und die umliegenden Vierteln. Schließlich nehmen wir den Elevador nach unten. Unten stehen immer noch massig Menschen an, während wir beim Runterfahren nicht warten müssen.

Nächster Stop ist bei der Confeiteria Nacional. André schickt mich einfach einen Mandelkuchen kaufen, aber bitte einen ganzen! Der Kuchen wird per Kilo abgerechnet und ordentlich in eine Kartonbox gepackt und verschnürt. Im Geschäft gibt es zahlreiche andere Leckereien, man kann dort auch auf einen Kaffee einkehren. Also wer nicht stundenlang bei den Pastéis de Belém anstehen mag, dem ist das Geschäft wärmstens empfohlen.

Dann nehmen wir die alte Tram 12 und fahren auf den Burgberg und zur Kathedrale hinauf. Die Tram quietscht in den alten Schienen und schiebt sich langsam die alten Gassen hinauf. Beim Mirador St. Lucia steigen wir aus. Dort ist die Tram am steilsten, wir sehen ihr beim Wegfahren zu und gehen dann zum Mirador hinüber. Dort wird erstmal die Mandeltorte mit Blick über die Stadt verkostet. Sie ist unglaublich gut, aber hat mindestens 1000 kcal pro Stück!

Weiter gehen wir durch die engen Gassen des Burgberges gegen Norden und immer bergab. Es gibt enge Gässchen, Stiegen, Häuser mit Azulejos. Kurz vor dem Rossio biegen wir in eine Fussgängerzone. Touri-Restaurants werben auf der Strasse, Souvenirshops haben eine ausgesprochene Dichte.

Aber es gibt auch witzige Bars, die den typischen Kirschlikör verkaufen. Bei „Ginjinha sem rival“ nehme ich eine kleine Flasche zum Kosten mit. In dem winzigen Lokal wird der Schnaps auch Gläschenweise für Laufkundschaft auf der Gasse ausgeschenkt und im Lokal klebt der Boden höllisch.

Wir schauen noch zum Elevador do Lavra, der steil die Gassen hinauffährt. Dann werfen wir noch einen kleinen Blick auf den Bahnhof Rossio, aber dann war unser Tag lang genug, und wir wollen nur mehr die Füsse hochlegen.

Wir gehen durch das Baixa zum Bus und zur Fähre.

Am nächsten Tag fahren wir in Porto Brandão weg und kommen direkt in Belém an. Dort schauen wir zuerst zum Monument der Seefahrer und zum Torre de Belém.

Lemminghaft stehen hunderte Touristen beim Turm an und warten auf den Einlass. Da lemminghaftes Anstehen nichts für uns ist, gehen wir zum Jeronimoskloster weiter.

Aber auch hier: massig Leute in einer langen Schlange! Also schauen wir mal die Kirche an, die frei zugänglich ist. Zufällig sehen wir dann Leute, die schon Karten haben und schneller ins Kloster dürfen. Und es ist so einfach! Man kann nebenan im Museum für Archäologie die Karten kaufen und dann rein gehen! Und das machen wir und sparen uns geschätzt 2h Anstehen.

Das Kloster lohnt einen Besuch sehr, wir gehen lange die Gänge ab, der Kreuzgang hat auch eine obere Etage, sogar einen großen Speisesaal mit vielen Kachelbildern gibt es.

Ich hatte für das Mittagessen ein Lokal nahe dem Bahnhof Sants rausgesucht, aber das hat zu. Durch Zufall gehen wir ins nahe „A Tasca das Manas“ und wählen die beiden Mittagsmenüs, einmal mit Fleisch und einmal mit Fisch. Und so eine gute Wahl, authentische portugiesische Küche, betrieben von zwei jungen Frauen, zwei ältere stehen in der Küche und rühren in den großen Töpfen. Es kommen auch immer wieder Bekannte der Inhaberinnen auf einen Schwatz vorbei. Das ganze Lokal ist sehr heimelig und sehr zu empfehlen.

Anschließend fahren wir zum Panteon, um einen Bekannten aus unserer Heimat zu treffen, der seit einigen Jahren in Lissabon wohnt. Gerade als wir auf ihn warten, fängt es wie irre zu schütten an. Sogar am nahen Flohmarkt packen alle überstürzt ihre Sachen zusammen und suchen das weite.

Wir kehren schlussendlich bei einem Kiosk im Park ein, das Gewitter ist vorüber gezogen und der Sonnenschirm hält die letzten Tropfen ab. Ich mag es, im Urlaub Menschen zu treffen, die dort wohnen, wo wir hinfahren. So bekomme ich immer ein realistischeres Bild von unseren Reisezielen. Und so ist auch diesmal…

Am nächsten Morgen ist es recht wechselhaft und in Belém angekommen, gehen wir zuerst ins Elektrizitätsmuseum im alten Elektrizitätswerk. Die alten Öfen, Generatoren und Turbinen stehen noch, es ist beeindruckend, wie riesig diese Maschinen sind.

Dann fahren wir zum Orientmuseum und schauen uns die permanente Ausstellung von Exponaten aus Indien, China und Japan an. Hier wird man sich die Reichweite bewusst, die die Kolonialmacht Portugal einmal hatte. Im Museum sind einzigartige Exponate ausgestellt, schöne Einlegearbeiten in Perlmut, Buddhas, Schnupftabakfläschen und vieles mehr.

Dann drehen wir noch eine kleine Runde im Barrio Alto, aber wir haben vom Stadtbesuch einfach genug und wollen das nächste Schiff heim nehmen. Ich hätte so gerne noch mehr gesehen, aber ich bin einfach erschöpft. Das Stadthatschen kombiniert mit tausenden anderen Touristen hat mich einfach geschafft.

Abends sitzen wir noch auf unserem Campingplatz, essen ein Stück der wunderbaren Mandeltorte und machen Pläne für die nächsten Tage.

2 Kommentare

  • diegsibergerin 13. Januar 2019 um 13:56

    So ein toller ausführlicher Bericht über Lissabon! Tolle Stadt! Da muss ich auch bald mal hin. Liebe Grüße
    die Gsibergerin

    Antwort
    • alex 13. Januar 2019 um 14:35

      danke dir! es gibt noch soooo viel zu sehen! ich könnte auch schon wieder hin!
      liebe grüße übern arlberg 😉

      Antwort

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