Algarve – Portugals felsiger Süden

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Nach ein paar geruhsamen Tagen im Alentejo fahren wir nach Süden an die Algarve, um dort ein paar Wanderungen an der berühmten Felsküste zu machen. Die Küste ist supertouristisch, eng bebaut, doch um die Jahreszeit noch relativ ruhig. 

Wir suchen einen Küstenabschnitt westlich von Albufeira auf, dort an der Praia dos Arrifes gibt es nämlich einen Stellplatz für unser Auto. Zuerst bin ich ein wenig skeptisch als wir uns der Küste nähern: enge Bebauung, eine Feriensiedlung nach der anderen.

Aber der Platz selber ist herrlich: wir parken mit Blick aufs Meer, ein wenig weiter links gibt es eine Bar mit dem netten Namen „A Sardinha“, davor drei große und ein paar kleinere Felsen im Meer, die abends sogar beleuchtet werden.

Das Meer tost um die Felsen herum. Wir sind neugierig und gehen noch ein wenig auf die Felsnase vor und auf einen kleinen Strand dahinter. Wir schauen aufs Meer, genießen die Sonne und die wunderbaren Ausblicke auf die gelb-roten Felsen.

Tief atme ich den Duft des Meeres ein und lasse den Wind, der vom Atlantik hereinweht, mit meinen Haaren spielen.

In der Nacht wird der Wind stärker. Die Wellen rauschen, und ich höre sie an die Felsen und Klippen schlagen. In der Früh hüpfe ich gleich aus dem Auto, es ist bedeckt, der Wind ist stark, aber irgendwie mag ich das. Alles ist dann so direkt, so unverfälscht, die Natur so gegenwärtig, und es ist ganz klar, wer der stärkere ist.

Nach dem Frühstück wird es ein wenig heller, und wir machen uns zu einer kleinen Wanderung in Richtung Westen auf. Wir überqueren die Praia São Raffael und gehen auf den Felsen weiter. Wir schauen auf jede kleine Felsnase, in jede Bucht, in jeden Kolk.

Teilweise denke ich, André stürzt gleich die Felsen runter, so nahe steht er am Abgrund, obwohl der Wind heftig und böig bläst. Aber jede Felsnase bietet wieder neue Ausblicke. Die Wellen schlagen mit spritzender Gischt an die Felsen und unerreichbare Strände liegen den Felswänden zu Füssen.

An einer Stelle kann man über Stufen an einen Strand hinuntergehen, dort schließt ein Felstor eine kleine Bucht ab. Durch das Felstor rollen die Wellen an den kleinen Strand.

Wir fahren weiter nach Westen und an die Praia Grande, die sich elends lang und gleichmäßig erstreckt. An anderen Ende sehen wir Almação häßlich in den Himmel wachsen. Wir stellen uns vor, wie das hier wohl im Sommer zugehen mag.

Ein Besuch an einem Felstor geht sich noch aus, bevor es wieder zu regnen beginnt. So fahren wir nach Lagos und checken in den riesigen (und weitgehend charmefreien) Campingplatz dort ein. Und erledigen, was man halt auch tun muss, wenn man so lange reist: wir waschen Wäsche, damit wir für die kommenden Wochen gerüstet sind.

In der Früh regnet es noch immer oder besser: es schüttet wie irre. Wir bleiben noch ein bisschen länger im Bett liegen und hören dem Trommeln der Tropfen auf dem Dach zu. Dann werden die Regenpausen immer länger, und wir fahren nach Lagos zum Bauernmarkt.

Beim Busbahnhof am Hafen ist dort jeden Samstag vormittag Bauernmarkt – und der ist richtig großartig! Die BäuerInnen verkaufen vor allem Grünzeug aus eigenem Anbau, aber auch Bohnen, Tomaten und Orangen. Es werden Eier, Marmelade, Kuchen und lebende Hühner angeboten. Wir schlendern einmal durch die Halle und suchen uns dann das beste für unser Abendessen aus, zudem frische Erdbeeren für die Jause.

Gleich daneben ist die normalen Markthalle, dort ist das Fischparadies schlechthin. Frische Fische aus dem portugiesischen Atlantik, Muscheln und Calamari. Ich kaufe zwei kleine Fische und eine große Handvoll Sardinen. Alles superfrisch und für unser Fischpreisempfinden fast geschenkt!

In Portimão besuchen wir das Sardinenmuseum. Dort erfahren wir alle Details über die einzelnen Arbeitsschritte vom Fischfang bis die Sardinendosen in den Handel kommen. Vor dem Museum hängen noch die Körbe, mit denen früher die Sardinen von den Booten direkt in die Fabrikhalle gebracht wurden.

Als wir aus dem Museum kommen, ist die Sonne wieder zurück! So fahren wir nach Lagos retour und auf das vorlagerte Cap nach Süden. Wir parken an der Praia do Camilo und gehen mal zum Strand runter – dort gibt es gegenüber einige Felsen und ein Felstor im Wasser.

Durch einen Tunneln kommt man zu einem benachbarten kleinen Strand. Es ist einfach herrlich! Schon am Vortag war die Küste beeindruckend, aber mit Sonne, blauem Himmel, türkisem Meer und Felsen in sonnigen Rottönen ist es einfach atemberaubend schön.

Wir gehen weiter ans Cap vor, jausnen auf einem Felsen mit Fernsicht und entdecken Abbrüche, Kolke und Felsen. Direkt am Cap gibt es eine Stufe, die zu einem Bootsanlegeplatz hinunter führt.

Zwar fahren bei dem stürmischen Seegang in der Vorsaison keine Boote, aber man kommt so näher zu den Felsen und ans Wasser. Und das Hinuntergehen und auf Meeresniveau Schauen lohnt sich auf alle Fälle!

Am nächsten Morgen verlassen wir den Campingplatz in Richtung Westen. Es ist ein wenig dunstig vom Atlantik her, die Sonne kann sich noch nicht so richtig entscheiden, ob sie gegen die viele Feuchtigkeit in der Luft antreten mag.

Erstes Ziel ist das Dorf Burgau. Wir gehen durch die schmalen Gassen, werfen einen Blick an den Strand, aber viel Spektakuläres gibt es hier nicht zu sehen.

Dann fahren wir nach Salema, um die Dinosaurierabdrücke dort zu suchen. Wir gehen am Strand entlang, aber das Meer ist zu hoch und spült immer wieder bedrohlich um unsere Schuhe. Also ziehen wir diese einfach aus, durchqueren den überspülten Strand und klettern dann auf die Felsen.

Dort finden wir die Abdrücke auf den Felsen, aber schon recht abgeschliffen. Die Stimmung eignet sich für ein paar Langzeitbelichtungsfotos, dann klettern wir noch ein wenig auf den Felsen herum.

Nächstes Ziel ist Capo São Vicente. Nach Sagres, das wir links liegen lassen, bleiben wir an der Praia do Beliche stehen. Hier sind die ersten Surfer im Wasser, zum Strand zwischen den senkrechten Felswänden führen Stufen hinunter.

Der Südzipfel von Portugal ist eine flache Felsscholle, die steil ins Meer abfällt. Beim Leuchtturm „am Ende der Welt“ ist sogar zu dieser Jahreszeit einiges los.

Wir schauen beim Leuchtturm in den kleinen Innenhof und klettern dann auf den Felsen herum, um die besten Fotospots auszukundschaften. Von dort sieht man auch schon die Felsküste in Richtung Norden hinauf, die hier wieder mehr zerklüftet ist.

In diese Richtung fahren wir weiter und nehmen eine kleine Stichstrasse an die Küste hinaus. Am Ende einer schmalen Schotterstrasse hat man einen tollen Blick auf die steile Felsküste. Spontan beschließen wir, hier die Nacht zu verbringen.

Wir trinken zwei Bier oben am Felsabbruch, blicken über das Meer und die Küste. Die Stimmung ist einfach einzigartig, in diesem Moment sind wir dem „normalen“ Leben so fern, wir genießen den Blick aufs Meer, die Stimmung der untergehenden Sonne und die Stille.

Am Morgen riecht die Luft frisch und nach Atlantik, aber die Sonne wärmt schnell. Wieder so ein herrlicher Morgen mit Ausblick!

Entgegen unseres Planes fahren wir nicht mehr nach Osten retour, sondern an der Küste weiter nach Norden. Bei Carrapateira schauen wir auf den Strand Bordeira. Schier endlos zieht sich der breite Sandstrand dahin, nur ganz am Horizont sehen wir die Klippen im Dunst liegen. Lange sitzen wir am Meer in der Sonne und beobachten die Surfer, die auf die perfekte Welle warten.

Weiter im Norden machen wir uns zu einer kleinen Wanderung auf, aber davon erzähle ich euch dann beim nächsten Mal…

 

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