Sirup selber machen

chiliundschokolade.at/ - info@chiliundschokolade.at/
fb/chiliundschokolade
instagram/alexmedwedeff

Heute erkläre ich euch im Detail, wie ihr Sirup selber machen könnt: Beeren, Blättern oder Blüten. Ganz egal, welche Geschmacksrichtung ihr machen wollt, es gibt ein paar Faustregeln mit denen euer Sirup ein voller Erfolg wird!

Ich mache jedes Jahr ein paar Sorten Sirup selber : Holunderblüten, Minze, aber auch Lavendel und Flieder sind bei mir Fixstarter. Dazu kommen noch Säfte aus Beeren oder auch Kirschen, wenn es in dem betreffenden Jahr besonders viele gibt.

Früher habe ich den Säften immer Konservierungsstoffe zugesetzt, damit sie lange haltbar sind. Aber so wie ich auch in Marmelade keine Konservierungsstoffe mehr verwende, füge ich auch meinen Sirupen keine mehr hinzu.

Warum werden Sirupe schimmlig oder gären?

Sirupe werden schlecht, wenn Bakterien oder Schimmelpilze optimale Lebensbedingungen vorfinden, deshalb müssen wir beim Herstellen der Sirupe versuchen, die Lebensbedingungen für Bakterien und Schimmelpilze so schlecht wie möglich zu gestalten, damit sie sich in unseren Sirupen nicht vermehren können.

Für die Herstellung von Sirupen versuchen wir durch die Zugabe von Zucker, den Wassergehalt im Saft zu reduzieren, auf der anderen Seite fülle ich immer heiß ab, um dem Schlecht-werden vorzubeugen. Die meisten Bakterien und Schimmelpilze werden bei über 80°C abgetötet. So lasse ich den Sirup richtig aufkochen und halte ihn ein paar Minuten über 80°C.

Wenn ihr den Sirup wallend kochen lässt, seid ihr auf der richtigen Seite und braucht auch dafür kein Thermometer. Ich lasse den Topf immer auf der heißen Flamme, sodass der Inhalt leicht weiterblubbert und fülle direkt daneben den Sirup mit einem Schöpfer mit Hilfe eines Trichters in die sauberen Flaschen.

Woraus kann man Sirup herstellen?

Ich mache Sirup vor allem aus Beeren, aromatischen Blättern und Blüten.

Natürlich kann man statt der Beeren auch anderes Obst nehmen, aber es sollte sehr saftig sein. Äpfel und Birnen muss man für die Saftgewinnung in eine Presse bringen. Aber z.B.  aus Himbeeren oder Holunderbeeren kann man selber Saft gewinnen, den man zu Sirup einkochen kann. Ich habe aber auch schon Sirup aus Zwetschken, Kirschen oder Zitrusfrüchten gewonnen. Die Basiszutaten sollten sehr frisch sein – umso mehr Geschmack enthält das Endprodukt. Bei Obst schimmlige oder matschige Stellen entfernen, braune oder welke Blätter aussortieren. Die Blüten sollten an einem sonnigen Tag geerntet werden, an Regentagen haben sie weniger Geschmack.

Den Saft aus den Beeren kann ich sehr einfach mit einem Entsafter gewinnen. Wenn ihr keinen Entsafter habt, dann könnt ihr die Beeren einfach mit ein ganz bisschen Wasser so lange aufkochen, bis sie aufspringen und ihren Saft hergeben. Dann gießt ihr das Ganze durch ein Tuch, das ihr in ein feines Sieb legt, und drückt die Früchte vorsichtig aus.

Bei Blättern und Blüten werden diese in heißem Wasser eingelegt und mehrere Tage stehen gelassen, damit das Aroma von den Blättern und Blüten in das Wasser über geht. Hier solltet ihr das Wasser zwar abkochen, aber dann ein wenig abkühlen lassen. Denn sonst werden die Blätter und Blüten eher gekocht als dass sie eingelegt werden. Das merkt ihr dann in der Farbe des Sirups, aber auch im Geschmack (der Sirup kann bitter werden oder nach Gras schmecken).

Das Wasser seihe ich dann durch ein Tuch (ich verwende alte Babywindeln – die sind optimal) ab, das ich in ein feines Sieb hänge, und entferne alle festen Bestandteile aus dem Wasser.

Wieviel Basismenge brauche ich?

Diese Frage kann ich nicht allgemein beantworten. Ich habe heute Minzsirup gemacht – dabei habe ich ein großes Büschel Minze im Garten abgeschnitten und in 5,5 Liter Wasser einen Tag lang ziehen gelassen. Dann habe ich den Saft abgegossen und übrig blieb rund 5,3 Liter Flüssigkeit, der ich dann 5,3kg Zucker zugesetzt habe, was im Ganzen rund 8 Liter Sirup gebracht hat.

Wie viele aromatische Blätter man dazu geben sollte, ist schwierig – der Sirup wird ja noch verdünnt, also sollte es schon intensiv schmecken. Die Blätter oder Blüten sollten aber schon noch frei in dem Angießwasser schwimmen und alle gut durchfeuchtet sein. Für meinen Lavendelsirup hatte ich 100 Blütenstände auf 500ml Wasser genommen, für Holunderblüten nehme ich 100 Blütenstände auf 6 Liter Wasser.

Wie lange hält der Sirup?

Ich mache meist so viel Sirup wie ich glaube, dass wir in einem Jahr brauchen werden. Der Sirup hält zwar theoretisch länger, aber der Geschmack lässt über die Zeit nach und oft dunkelt er auch nach.

Aufbewahren solltet ihr Sirupe möglichst dunkel und kühl. Ich stelle meine in unseren Keller, wo sie lichtgeschützt sind.

Basisrezept Sirup

  1. Saft aus Beeren gewinnen bzw. Blätter oder Blüten mit Wasser übergießen und diese zwischen 1 und 3 Tagen (je nach Sorte und gewünschter Intensität) ziehen lassen. Dann durch ein mit einem Tuch ausgelegtes feines Sieb abseien und das aromatisierte Wasser weiterverwenden.
  2. Auf 1 Liter Saft kommt nun 1 Kilogramm Zucker und der Saft einer Zitrone. Diese in den Saft einrühren und das Ganze langsam erhitzen.
  3. Den Sirup ein paar Minuten ordentlich kochen lassen, daneben die Flaschen zum Abfüllen vorbereiten.
  4. Den Sirup direkt aus dem Topf mit Hilfe eines Trichters in die vorbereiteten Flaschen füllen. Dabei aufpassen, dass der heiße Sirup nicht herumspritzt und euch verbrennt.
  5. Die Flaschen sofort schließen und abkühlen lassen.
  6. Die Flaschen waschen, etikettieren und dunkel und kühl aufbewahren.

 

Keine Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.