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In unserer Wohnung in Kuressaare liegen ein paar touristische Prospekte auf, in einem finde ich einen Artikel über die kleine Insel Abruka im Süden von Saaremaa. Dort will ich unbedingt hin!
Also buche ich online eine Überfahrt. Doch die Buchungsseite ist nur auf estisch, und irgendwie kann ich nur die Fahrräder buchen. Aber wir beschliessen, es zu riskieren und radeln rechtzeitig zum Fährhafen hinaus, der hinter dem Flughafen im Süden der Stadt liegt.
Ich schildere dem Kapitän der Fähre meine Schwierigkeiten beim Buchen, und wir dürfen auf die Insel mitfahren! Der Kapitän sagt uns zudem die Rückfahrt zu und nennt uns die mögliche Abfahrtszeit. Eigentlich wollten wir früher retour, aber es stellt sich heraus, dass die spätere Abfahrtszeit viel besser gepasst hat.


Die Fähre transportiert sonst noch alles mögliche auf die Insel und retour, so werden die Mülltonnen am Hafen entleert und Tomaten kistenweise an Bord getragen. Für Passagiere gibt es 12 Sitzplätze, was die Kapazitätsknappheit erklärt, wenn mal eine ganze Gruppe auf einmal reisen will.
Nach der Ankunft im Hafen von Abruka werden die Tomaten und Mülltonnen von InselbewohnerInnen abgeholt, und wir machen uns mit unseren Fahrrädern zuerst auf zum Leuchtturm, den wir schon vom Hafen aus sehen.
Auf dem Weg bleiben wir kurz an einer kleinen Kirche stehen, die anscheinend recht neu errichtet wurde.








Immer wieder muss ich unterwegs Fotos machen, da sich uns so richtig typisch estische Ausblicke bieten: Holzhäuser in den Wiesen, Schilf für die Reetdächer, die alte Mühle am Feld.
Dann fahren wir beim Museum vorbei und schlagen den Weg ganz im Westen der Insel ein. Dort sollte man anscheinend zur Nachbarinsel hinüberwaten können, aber wir sehen keinen deutlichen Weg und das Wasser scheint uns viel zu tief.


Also nehmen wir noch den mittleren Weg der Insel hinaus aus den Südzipfel. Wir radeln durch den dichten Wald, überall wächst Bärlauch und Waldmeister. Der Wald ähnelt in der Zusammensetzung sehr den Wäldern bei uns, was für das Baltikum eher ungewöhnlich ist. Anscheinend soll es in den Wäldern auch Luchse geben, aber die sehen wir nicht.
Ganz im Süden und im Windschatten eines Felsens essen wir zu mittag und blinzeln in die Sonne. Schwäne fliegen mit gewaltigem Flattern vorbei. Kühe weiden auf den Wiesen, aber interessieren sich nicht für uns.










Dann radeln wir retour, vorbei am alten Friedhof und kehren noch im Inselkaffee ein. Es gibt Kaffee mit Milch, dazu einen Rhabarberkuchen.
Und den Hund Susi, der unbedingt will, dass wir ihm dauernd den Ball schmeissen. Eifrig läuft sie immer hinterher und bringt den Ball für die nächste Spielrunde retour.



Schliesslich ist Zeit für die Rückfahrt, und wir finden uns am Hafen ein. Wir sitzen dort in der Sonne als unser kleines Fährschiff um die Ecke biegt.
Wir können noch beobachten wie allerlei Baumaterial mit einem Kranwagen vom Schiff gehoben wird bevor wir an Bord dürfen und zurück auf die grössere Insel Saaremaa gebracht werden.


Bei der Rückfahrt ist das Meer ein wenig unruhiger und die Gischt spritzt auf das Boot und auf unsere Fahrräder. In Gegensatz zur Hinfahrt sind diesmal auch andere Passagiere an Board.
Bei der Ankunft sind wir schon recht müde, aber müssen dann noch einige Kilometer retour zu unserer Wohnung radeln.
Und ein Nachspiel hat der Ausflug noch: anscheinend verklebt die Meeresgischt in unseren Radschlössern den Staub, der sich dort gesammelt hat. Auf jeden Fall bekommen wir am nächsten Tag die Schlösser nicht mehr auf bzw. nur mit einiges an Tricks und Kraft. So besorgen wir uns noch neue Fahrradschlösser bevor wir unsere Reise fortsetzen…
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