Jugendstil in Riga

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Von Soomaa aus fahren wir über die Grenze nach Lettland retour. Wir wollen noch den Tag an der Küste verbringen und dann bis Riga fahren.

Gleich hinter der Grenze machen wir Stopp in Ainaži. Eigentlich wollen wir dort einen Leuchtturm ansehen, der aber nicht am Meer steht. Aber es gibt auch eine Menge alter Holzhäuser, die teilweise riesig sind. Aber leider vor sich hinmodern und verfallen. Überhaupt sieht der Ort recht trostlos aus.

Wir fahren weiter an der Küste nach Süden, kehren mal auf einen Kaffee ein und wollen eine Radtour zu einer Felsformation an der Küste machen. Leider endet die Radroute in einem Privatgrundstück und wenn man stehen bleibt, wird man von 100en Mücken aufgefressen. Also machen wir uns auf in die Hauptstadt.

Wir checken im Campingplatz im Stadtteil Kipsala ein, der Platz ist knackevoll, und wir bekommen einen Reserveplatz auf einer Betonfläche. Zudem ist er teuer und man kann nur bar zahlen. Alles ein wenig eigenartig, das nächst Mal sollten wir uns dort um eine andere Unterkunft umsehen. Zudem gibt es in der zweiten Nacht ein Ravefestl, das wir deutlich hören und dass auch bis in die Früh anhält.

Aber wir nutzen den Tag und brechen bei blauem Himmel mit unseren Fahrrädern in Richtung Innenstadt auf. Denn wir sind nach Riga gekommen, um vor allem die vielen Jugendstilhäuser zu besuchen.

Und wir werden nicht enttäuscht. Wir überqueren die Brücke über die Düna und radeln nördlich in den Kronvalda Parks. Dort steht ein kleiner sehenswerter Leuchtturm und eine übergrosse Schnecke, die mit Spiegeln verziert ist.

Nördlich vom Park beginnen die Strassen mit den vielen Jugendstilhäusern, die sich dann weiter nach Osten ziehen. Die schönsten Häuser finden wir in der Alberta iela.

Einige Häuser haben nur verzierte Eingänge, manche sind mit Gesichtern verziert, andere muss man lange betrachten, um auch alle Details erfassen zu können.

Wir kommen gar nicht richtig zum Radeln, weil wir dauernd stehen bleiben müssen, um die Häuser anzusehen.

Dann fahren wir weiter und rund um die Altstadt herum und kehren im Café Kukotava ein. Hier gibt es richtig gute Backwaren, Törtchen und Kekse, aber auch deftiges zum Lunch.

Ich gönne mir ein Croissant mit Krabben und Fischrogen – ein Wahnsinn.

Wir hängen ein wenig im Park ab und genießen den (bis dahin) warmen Tag.

Dann schauen wir beim Freiheitsdenkmal vorbei bevor wir weiter zum Markt radeln.

Der Markt in Riga war mein absolutes Highlight. In fünf alten Zeppelin-Hallen sind heute die Marktstände nach Themen sortiert untergebracht. So findet man die Fisch- und die Fleischhalle, eine Halle mit Milchprodukten, mit Süßem und Backwaren usw. Wir schlendern herum, kaufen Honig und eingelegte Tomaten sowie geräucherten Fisch.

Im Außenbereich wird Kwas ausgeschenkt, ein Brotgetränk, das es auch in Litauen gibt. Zudem gibt es im Außenbereich so richtig viele Gemüsestandln, und wir decken uns mit Lebensmitteln für die nächsten Tage ein.

Dann fahren wir zur Akademie der Wissenschaften, da man dort anscheinend bis unters Dach hinauffahren kann und die Stadt von oben ansehen. Der Kartenverkauf ist recht originell: wir kaufen die Karten dort am Automaten, aber die Frau hinterm Tresen muss dann rauskommen und die Karten abzwicken. Dann fahren wir nach oben, gehen Korridore und Hintertreppen hinauf bis zu einer kleinen Galerie weit oben im Hauptturm.

Doch von oben haben wir einen wirklich tollen Ausblick auf die Stadt. Inzwischen ziehen schon wieder dunkle Regenwolken auf, die aber immer noch Sonnenfenster durchlassen.

Gleich neben dem Turm sieht man nun deutlich die Zeppelinhallen des Marktes, daneben eine riesige Brachfläche, die einem gar nicht auffällt, wenn man daneben die Straßen entlangradelt. Das Dach der neuen Bibliothek glänzt am anderen Flussufer in der Sonne.

Wir bleiben lange auf der Aussichtsplattform bevor wir wieder zu unseren Fahrrädern hinuntergehen und noch einen kurzen Abstecher in die Altstadt und zum Schwarzhäupterhaus machen. Aber uns ist dort zu viel Gewusel, was das Radfahren auch unmöglich macht.

Also machen wir noch einen kleinen Abstecher zur neuen Bibliothek, fahren rund um eine große Wasserfläche, wo Boote vor sich hindümpeln und dann wieder in Richtung Camping.

Nach der anstrengenden Nacht mit dem Rave wollen wir im Norden der Stadt noch einen Leuchtturm besuchen, aber können ihn leider nur aus der Ferne sehen, da der Weg versperrt ist.

So verlassen wir Riga wieder, fahren wir an Jurmala vorbei und wenden uns in Richtung Kap Kolka. Raus aus der Großstadt und retour an die unendliche langen Strände von Lettland.

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