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Fernweh – Frühling in der Provence

Portail entre cour et esplandeDa meine Co-Autorin und ich aus unserem Kochbuch auf unseren Blogs Beiträge veröffentlichen dürfen, will ich diese Gegenheit heute nutzen, um euch ein wenig in die Provence zu entführen. Zumal ich ja derzeit mit einem gebrochenen Fuss zu Hause sitzen muss und noch nicht einmal kochen kann, geschweige denn verreisen…

Oft sind wir im Frühling in Südfrankreich, manchmal an der Küste, manchmal eher im Hinterland. Wir besuchen Orte, wo wir gerne sind, Orte, wo wir noch nicht waren und natürlich auch unsere Freunde.

Da wir dann bei ihnen immer ein paar Tage wohnen können, ergreife ich die Gegenheit und koche dort für alle. Mir macht das immer riesigen Spass, weil es um die Zeit in der Provence schon wunderbares Gemüse auf den Märkten gibt während bei uns zu Hause alles noch fest im Winterschlaf ist. Und unsere Freunde freuen sich über unser „Gastgeschenk“ – also ein Gewinn für alle.

Meist beginnt das Kochen damit, dass wir alle gemeinsam auf den nächsten Markt fahren. In Frankreich hat (fast) jedes Dorf einen regelmäßigen Markt, der in kleineren Orten einmal, in größeren auch mehrmals pro Woche stattfindet.

Dort findet man alles: von Gemüse und Obst, über Fische, Fleisch bis hin zu Blumen und Küchengeräten. Dort sind die Bauern aus der Umgebung vertreten und alles ist quasi frisch erntet. Es ist ein Genuß, über die südfranzösischen Märkte zu schlendern und alle frischen Waren zu bestaunen. Und in dem Fall auch für ein ordentliches Essen einzukaufen.

Ich habe mich für ein Kaninchen mit Kräutern entschieden. In Frankreich bekommt man überall Kaninchen zu kaufen. Kaninchenfleisch ist schön zart und hat einen feinen Geschmack. Schade, dass man bei uns oft vergeblich danach sucht und die speziellem Quellen erstmal finden muss. Meist bekommt man sie nur direkt vom Bauern.

Die Kräuter zum Kochen habe ich auf unseren zahlreichen Wanderungen vor Ort selber gesammelt. Überall an den Wegen wachsen Rosmarin und Thymian, die um die Zeit schon blühen und beim Vorbeigehen wunderbar duften.

Dann fehlte nur mehr der Rotwein (natürlich auch lokal vom Weingut quasi ums Eck), aromatischer frischer Knoblauch (der rosa Knoblauch im Frühling ist der beste, den man bekommen kann!) und ein frisches Baguette als Beilage.

Bon Appétit!

Kaninchen Provençal (lapin à la provençale)
Für 4 Personen:

1 Kaninchen (rund 1,2 kg)
2 große Zwiebeln, in grobe Stücke geschnitten
3 Knoblauchzehen, fein gewürfelt
500 ml kräftiger Rotwein
500 ml Hühnerbrühe
2 Zweige Thymian
1 Zweig Rosmarin
1 Lorbeerblatt
1 Zimtstange
3 Karotten
2 EL Olivenöl
1 EL Mehl
Salz, Pfeffer

Das Kaninchen in Stücke schneiden, das grobe Fett und die Innereien entfernen. In einem schweren Topf das Öl erhitzen und die Kaninchenstücke rundherum kräftig anbraten. Die Zwiebeln und den Knoblauch dazugeben und kurz durchrösten, dann mit dem Rotwein und der Brühe aufgießen. Die Kräuter und die Gewürze zufügen, ebenso die geputzten und in Scheiben geschnittenen Karotten. Das Fleisch rund 1 Std. 30 min. auf kleiner Flamme zugedeckt schmoren lassen.

Danach das Fleisch entfernen und warm stellen. Die Sauce durch ein feines Sieb gießen und die Kräuter und die Zimtstange entfernen. Die Sauce 10 min. einkochen lassen, dann mit Salz und Pfeffer abschmecken, eventuell mit Mehl binden. Wer mag, kann sie auch mit etwas Schlagsahne verfeinern.

Das Fleisch, die Zwiebeln und die Karotten wieder in die Sauce legen und nochmals sanft wärmen. Zu dem Gericht empfehle ich frisches Baguette und gemischten Blattsalat!
Tipp: Das Gericht kann gut am Vortag schon vorbereitet werden und schmeckt auch noch aufgewärmt vorzüglich.

Zubereitung: 50 min. für die Vorbereitung und 1 Std. 30 min. Kochzeit (gesamt 2 Std. 20 min.)

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