Im Nationalpark Soomaa

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Ein Arbeitskollege hatte mir wärmstens den Nationalpark Soomaa mit seinen vielen Mooren empfohlen. Also steuern wir diesen als letztes Ziel in Estland an.

Nachdem wir Saaremaa oder besser Muhu per Fähre verlassen haben, fahren wir nach dem Fähranleger ein wenig nach Norden und übernachten beim Wendekreis vom Keemu Aussichtsturm.

Es gibt eben wie so oft einen Aussichtsturm, ein Trockenklo, eine Bushaltestelle und dazu eine riesige Hütte als Buswartehäuschen. Wir trinken ein Bier in der Sonne und kochen später im Buswartehäuschen. Die Sonne versinkt mit einer eigenartigen Stimmung und kündigt schon das nahende Regenwetter an.

Am nächsten Tag ist alles grau in grau und regnet immer wieder. Wir fahren nach Süden, bei Pärnu vorbei und in Richtung Soomaa. Erster Stopp ist am Riisa Moor. Wir ziehen die Regenjacken an und marschieren los.

Es ist recht dunkel, aber das Moor ist trotzdem beeindruckend. Der Weg führt zuerst durch die karge Landschaft und dann durch den Wald bis zum Fluss Navesti. Der Wald macht fast einen urwaldartigen Eindruck, alles wuchert durcheinander.

Im Moor gibt es mehrere Aussichts- aber auch Schwimmstellen, doch ich habe meine Schwimmsachen nicht mit.

Das Wollgras wächst auf ausgetrockneten Moorseen, die Vegetation zeigt sich in Gelb-, Orange- und Rottönen bis es ins braun übergeht. Im Wasser dümpeln die Pflanzen nahe unter der Oberfläche und lassen ab und zu Luftbläschen aufsteigen.

Vom Aussichtsturm sieht man gut über das Moor und die Moorseen. Jetzt waren wir doch schon in ein paar Mooren und haben diesen Ausblick genossen, aber es ist immer wieder beeindruckend.

Nächstes Ziel ist das Kuresoo-Moor, und wir haben Glück – der Regen verzieht sich und es kommt sogar die Sonne heraus! Diesmal nehme ich auf unseren Rundgang meine Badesachen mit.

Zum Kuresoo-Moor muss man vom Parkplatz rund 1km durch den Wald schnurgerade darauf zugehen, bis man zu einer Treppe kommt, die man hinaufsteigen muss. Denn das Moor liegt auf einem Hochplateau, das rund 8m höher liegt als die Umgebung, ein richtiges Hochmoor also.

Beim Zubringerweg gibt es nicht viel zu sehen, aber Fotografieren ist auch nicht gut möglich, weil sofort beim Stehenbleiben gefühlte 100 Mücken über einen her fallen. Also gut in Bewegung bleiben, damit die Mücken nicht stechen. In den Mooren gibt es übrigens nie Mücken. Das ist ihnen wohl zu karg oder zu unwirtlich.

Gleich nach der Treppe auf das Hochmoor kommt man zum Aussichtsturm, den wir hinaufsteigen. Das Moor ist riesig und breitet sich unter uns aus. Nur ein kleiner Teil ist durch die Holzpfade erschlossen und kann begangen werden.

Wir machen eine Runde durch das Moor und kommen zu einer Schwimmstelle mit Einstieg und Bank. Auf diesen Moment habe ich mich schon sehr gefreut, obwohl es mit einige Überwindung kostet. Aber nicht, weil das Wasser noch kühl ist, sondern weil das Wasser sehr sehr dunkel ist. Aber das kurze Bad ist herrlich.

Dann wandern wir wieder retour und steigen das Moor hinab, gehen durch den Wald retour zum Parkplatz.

Wir suchen eine Übernachtungsstelle und fahren ein wenig von der Hauptstrasse ab. Aber an einem Platz auf einer Wiese an einem kleinen Fluss sind so viele aggressive Fliegen und Bremsen, dass wir fliehen.

Und übernachten gemütlich am RMK-Platz Meiekose direkt auf der Zufahrt zum Moor. Hier gibt es “nur” Unmengen an Mücken, sonst ist der Platz super.

So verbringen wir unsere letzte Nacht in Estland nahe dem Fluss Raudna bevor wir am nächsten Tag nach Lettland retour fahren.

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