Pierogi mit zweierlei Füllung

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In unserem Urlaub in Polen haben wir uns sehr oft von Pierogi ernährt. Und ich habe sie so gut in Erinnerung, dass ich sie zu Hause unbedingt nachkochen musste.

Wir schauen im Urlaub immer, welche typische Lebensmittel wir auch im Supermarkt kaufen können. In Polen waren das Pierogi mit unterschiedlichen Füllungen, die praktischerweise schon vorgekocht waren. Das hieß für unser Campingleben, dass wir sie nur mehr in der Pfanne anbraten mussten.

Der Nachteil war, dass wir immer eine ganze Packung derselbsen Sorte kaufen mussten. Meist war das die Sorte Kartoffel-Zwiebel-Käse (Pierogi Ruskie), weil in den meisten anderen Sorten Fleisch drinnen war.

Einmal haben wir auch eine süße Sorte mit Topfen und Zucker erwischt. Es lohnt sich somit, die Inhaltsangaben genauer zu lesen. Wobei es da noch die Sorten mit Erdbeer und Heidelbeer gab, die aufgrund ihrer Farbe eindeutiger zu erkennen waren.

Wobei in Polen kein Topfen, sondern “Twarog” in den Pierogi ist, das ist eine Art Frischkäse, aber krümeliger. Ich habe in meinen Rezepten Topfen verwendet, jener mit 20% Fett ist eine gute Wahl.

Später haben wir in den Städten Pierogerias (diese Kette fanden wir ganz gut…) rausgesucht und uns dort Pierogi abgeholt. Meist gibt es in diesen Restaurants, die auf Pierogi spezialisiert sind, ausschließlich pikante und süße Pierogi und davon durchaus mehrere Sorte. Die Zubereitung variiert von gekocht oder im Ofen gebacken.

Meist gibt es auch die Möglichkeit, von jeder Sorte ein Pierogi zu bestellen, also eine Mischung von allen Sorten. Das haben wir ein paarmal gemacht und dann im Bus eine richtige Pierogi-Verkostung gemacht. Die Füllungen gingen von Kraut mit Pilzen über geröstetes Schweinfleisch mit Karotten bis zu diversen Fischfüllungen. Immer dabei waren die typischen mit Kartoffel, Zwiebel und Twarog.

In Kołobrzeg (Kolberg) hatten wir auch eine Linsenfüllung, die mir besonders gut geschmeckt hat. Diese wollte ich unbedingt nachkochen.

Also habe ich mich heute an die Arbeit gemacht und erstmal einen Nudelteig für die Pierogi geknetet. Da im Teig auch Öl ist, ist der Teig zäher als ein typischer italienischer Nudelteig. Es gibt aber anscheinend viele verschiedene Arten an Pierogiteigen, da scheint jede Familie ihr eigenes Familienrezept zu haben.

Ich habe auch zwei Füllungen probiert: einmal die typische Füllung mit Kartoffel, Zwiebel und Topfen und zum anderen eine Füllung mit Linsen. Damit ich die Teigtaschen auseinander halten kann, habe ich eine Sorte gekrendelt, bei der anderen einfach den Rand mit der Gabel zugedrückt. Wichtig ist, dass die Taschen mit ein wenig Wasser geschlossen werden.

Zu den Pierogi gehören in Butter geröstete Zwiebel unbedingt dazu, zudem ein Kleks Sauerrahm. Wobei der hiesige Sauerrahm nicht ganz so schmeckt wie der in Polen oder im Baltikum, aber das ist dann wieder eine andere Geschichte.

Das Praktische dabei: heute habe ich alle Pierogi schon gekocht, morgen werden die übrigen einfach nochmal in der Pfanne gebraten. Und dabei an unsere Abende im Bus in Polen gedacht…

Pierogi

für den Teig:
300g Weizenmehl
100g Hartweizenmehl
1  TL Salz
1 EI
40ml Rapsöl
rund 70-120ml Wasser

für die Kartoffelfülle (für 1/2 Teigmenge):
1 große Zwiebel (rund 150g)
200g gekochte Kartoffeln
125g Topfen (20% Fett)
1 TL Majoran
Salz, Pfeffer

für die Linsenfülle (für 1/2 Teigmenge):
150g Linsen
1 Lorbeerblatt
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe, zerdrückt
1/2 TL Koriander, gemahlen
1 TL Thymian, getrocknet
75g Topfen (20% Fett)
Salz, Pfeffer

Öl und Butter zum Braten

Pro Person 1 mittelgroße Zwiebel
200g Sauerrahm

Ergibt rund 60 Pierogi

Für den Teig die Mehle mit dem Salz mischen. Dann das Ei und das Öl drübergießen, ebenso 70ml Wasser. Die Mehle mit den Flüssigkeiten zerbröseln, wenn alle Flüssigkeit aufgenommen ist, den Nudelteig zu kneten beginnen. Ist der Teig zu trocken, nach und nach und schluckweise mehr Wasser zugeben bis ein fester, geschmeidiger Teig entsteht. Den Teig mindestens 30min. rasten lassen. Man kann den Teig aber auch gleich morgens zubereiten und die Pierogi dann mittags formen.

Für die Kartoffelfülle die Zwiebel fein hacken und in ein wenig Öl anbraten. Die Kartoffeln mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken, die gebratenen Zwiebeln, den Topfen und den Majoran zugeben. Mit Salz und Pfeffer (eher mehr dazugeben!) abschmecken und kalt stellen.

Für die Linsenfülle die Linsen mit einem Lorbeerblatt weich kochen. In ein hohes Gefäß füllen und mit dem Pürierstab ein wenig pürieren, es sollen aber auch noch ganze Linsen in der Fülle übrig bleiben. Die Zwiebel hacken und in ein wenig Öl anbraten, den Knoblauch zum Ende hin kurz mitbraten, beides zu den Linsen geben. Die Linsen mit den Gewürzen und dem Topfen mischen, dann mit Salz und Pfeffer abschmecken. Ebenfalls kalt stellen.

Den Nudelteig nochmals durchkneten und ausrollen. Ich habe dafür eine Nudelmaschine verwendet und den Teig nicht ganz so dünn wie für italienische Nudeln ausgewalkt. Aus dem Teig Kreise mit rund 7-8cm Durchmesser ausstechen. Auf jeden Kreis 1 TL Füllung geben, den Teigrand mit Wasser ein wenig benetzen und zu einem Halbkreis schließen.

Die Zwiebeln in feine Streifen schneiden und in Butter goldbraun braten.

Die Nudeln in heißem Salzwasser ziehen lassen bis sie an die Oberfläche steigen. Dann mit einem Schaumlöffel herausnehmen. In einer Pfanne Butter erhitzen, darin die Piergi braun braten.

Die Pierogi mit den Zwiebeln, ein wenig Petersilie (wenn gewünscht) und einem Kleks Sauerrahm servieren.

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