Im Zentrum Griechenlands

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Bei unserem Urlaub in Griechenland im Mai haben wir das Land ein wenig anders entdeckt. Ist doch das Festland Griechenlands deutlich anders als die Inseln, wo ich bisher war. Die Gegend ist anders, die Leute, die ganze Atmosphäre rundherum. Aber lasst euch mitnehmen auf unsere Reise vom nördlichen Zipfel Griechenlands bis nach Athen runter.

Nach Fährumbuchungen und – verschiebungen kommen wir schließlich in Igumenitsa im Norden Griechenlands an. Wir kaufen in einem Supermarkt Vorräte für die nächsten Tage und fahren ins Landesinnere.

Es ist Abend und wir sind müde. Der Stellplatz ist noch gut erreichbar und zum Ankommen wunderbar: eine große Wiese mit Quelle und Bäumen an einer Felskante. Dahinter ein Kloster, wo anscheinend niemand mehr wohnt. Wir sitzen auf einer Bank, trinken unser erstes griechisches Bier und sehen zu, wie die Sonne hinter den schroffen Felsen versinkt.

Am nächsten Tag fahren wir in die Berge: Griechenland ist hier bewaldet, die Strassen schlängeln sich in die Berge hinauf. An einem Pass liegt sogar noch ein wenig Schnee. An der Strasse gibt es die kleinen typischen Mini-Kapellen zu Hauf. Wir durchqueren Ioannina, bleiben kurz am See stehen und stöbern gleich mal eine Schlange auf. Am See selber sehen wir Gänse, Pelikane, Reiher. Sonst ist hier nicht viel los.

Wir machen Halt in Metsovo – ein recht touristischer Ort in den Bergen mit alten Steinhäusern. Wir gehen durch den Ort, jausnen im zentralen Park mit seinen riesigen Bäumen. Es sind recht viel Schülergruppen am Weg, was die dort machen, ist uns ein Rätsel.

Ein wenig nördlich der Meteora-Klöster übernachten wir wieder an einer Kapelle. Abends schaut ein älterer Mann, der auch deutsch spricht, bei uns vorbei und fragt uns ein wenig aus. Wahrscheinlich ist in der Gegend nicht so viel los, da muss man schon schauen, woher die BesucherInnen kommen und was die so machen.

Wir stehen früh auf, um ganz in der Früh an den Meteora-Klöstern zu sein. Und die Entscheidung ist gold richtig. Um 8h biegen wir in das Gebiet ein und fahren bergauf auf die Panoramastrasse. Die Strasse liegt im Osten, die Sonne bescheint mit morgendlich weichem Licht die Klöster, die Luft ist noch überraschend frisch.

Ich habe mir schon ewig gewünscht, hierher zu fahren, aber konnte mir das Gebiet nie so richtig vorstellen. Es führt eine Panoramastrasse zwischen den Felsnadeln hindurch, wo die Klöster stehen. Dann gibt es einen Abstecher und eine zweite Strasse, die einen Ring wieder ins Tal vervollständigt.

Was ich auch immer wieder spannend aussieht ist die Stadt hinter den Felsnadeln. Diese Ebene der Stadt, aus der die Felsen rauswachsen zu scheinen. Alles ganz nah beinander.

Wir klappern alle Aussichtspunkte ab und immer wieder ergeben sich neue Aussichten. Es ist einfach atemberaubend, die Landschaft alleine ist wunderschön, aber die Klöster, die dann noch auf den Felsnadeln sitzen, verleihen dem Ganzen noch eine besondere Magie.

Früher wurden die Mönche in Körben in die Klöster gezogen, dafür waren sie oben geschützt. In neuerer Zeit wurden Treppen in den Stein gehauen, um in die Klöster zu gelangen.

Genau so ein Kloster besuchen wird dann und gehen die in den Stein gehauene Treppe hinauf. Das Kloster selber ist nicht so spektakulär, die kleine Kirche schon ganz nett, aber eigentlich ist es das Gesamtsetting und die Felsnadeln so aneinandergereiht, die das Flair von Meteora ausmachen.

Wir fahren eine Stichstrasse nach hinten und gehen eine kleine Wanderung zu einem Aussichtsfelsen. Auch hier versteckt sich noch ein Kloster, wie es anscheinend noch mehrere versteckte Klöster abseits der Hauptroute gibt.

Ein Tipp: früh aufstehen lohnt sich wirklich! Spätestens um 9h kommen die großen Busse, die sich allerdings auch auf die Klöster fokussieren, wo es auch große Parkplätze gibt. Wir waren um 8h dort und hatten die erste Zeit das Gebiet fast für uns. Und das Kloster, das wir besucht haben, war auch später nicht überlaufen.

Wir wollen wieder ein wenig abseits übernachten und fahren zum Plastera Stausee hinauf. Und hier ist dann gar nichts mehr los. An einer Taverne schraubt der Besitzer am Zaun herum, sonst begegnet uns niemand.

Aber neue griechische Bewohnerinnen treffen wir: die Schildlkröten! Bei der ersten Begegnung können wir gar nicht ausmachen, was da auf der Strasse ist, ich denke im ersten Moment an einen alten Fussball. André kann nicht mehr bremsen und rollt quasi mit dem Auto über die Schildkröte, nimmt sie zwischen die Reifen. Wir bleiben stehen und schauen sie uns aus der Nähe an. Und am nächsten Tag sehen wir noch mehr am Wegesrand. Ab da auch immer wieder, vor allem, wenn sie die Strasse überqueren und sogar mutig Überlandstrassen in Angriff nehmen.

Die Nacht am See ist ruhig, der Ausblick mutet teilweise wie in Kanada an, die Sonne versinkt farbenfroh hinter den Bergen.

Wir wollen weiter nach Delphi und fahren in Richtung Süden. Nach Lamia besuchen wir den Leuchtturm von Skarfeia über Mittag.

Und haben dort eine lustige Begegnung – ein Pärchen redet uns an, er sagt, er sei Redakteur in der Regionalzeitung und fragt uns aus, was wir da tun. Sie wollen sogar ein Foto von uns machen. Alles einigermassen skuril.

Aber der Ort ist nett, es ist heiss, aber es weht ein Wind vom Meer her. Das Meer zeigt sich bis Euböa hinüber in blau und türkis, der Leuchtturm setzt sich eindrucksvoll in Szene.

Über die nächste Bergkette drüber erreichen wir Delphi und checken das erste Mal auf einem Campinplatz ein. Es gibt massig Platz mit guter Aussicht über eine der größten Olivenplantagen Griechenlands bis zum Meer hinunter. Sogar am Campingplatz wird selbstgemachtes Olivenöl verkauft und der Besitzer zeigt mir stolz aus dem Fenster, wo seine Bäume ungefähr wachsen.

Für die Besichtigung von Delphi klettern wir wieder früh aus den Federn und sind mit die ersten an der Kasse. Und wieder gut – anscheinend kreuzen die Busladungen TouristInnen und SchülerInnen immer erst ab 9h auf, was uns einen Vorsprung von 1h beschert.

So wandern wir langsam die Ausgrabungen hinauf. Mir war gar nicht bewusst, dass Delphi so steil angelegt ist, man geht in Serpentinen durch die Reste der Gebäude, daneben ragen die Felswände steil auf. Ein paar Gebäude stehen noch oder wurden rekonstruiert, auch das Theater ist recht gross und gut erhalten. Wenn man bis oben geht, kommt man zum Stadium, was wir natürlich auch machen. Und es lohnt sich, nichts auszulassen.

Stadtstaaten haben hier früher Vermögen und Schmuck eingelagert, um die Weissagungen des Orakels bezahlen zu können. Das Orakel von Delphi war vor allem ein gutes Geschäft und sagte seinen Klienten meist recht zweideutige Weissagungen, die mitunter zu Kriegen, Morden oder anderen Katastrophen führen.

Besonders schön ist auch der Tholon, wo wir noch hinwandern, der ein wenig abseits steht. Ein Tholon ist ein alter griechischer Rundbau. Bei diesem hier wurden drei Säulen wieder hergestellt, auf Fotos sieht man Rekonstruktionen, wie das wohl ausgesehen hat.

Und rundherum liegt ein Haufen Steine, als ob man den Tempel wie Lego wieder aufbauen könnte. Wir besuchen auch das sehr sehenswerte Museum zur Ausgrabung, wo viele dort ausgegrabene Stücke zu besichtigen sind. Auf keinen Fall auslassen!

Am nächsten Tag geht es in Richtung Athen. Auf dem Weg besichtigen wir das Kloster Osiou Louca, die Anlage liegt in den Bergen versteckt und lohnt wirklich einen Umweg.

Wir gehen in die Hauptkirche, bewundern die alte Kirche gleich daneben. Ich gehe sogar zum Schluss nochmal rein, weil es noch so viele Details zu entdecken gibt. Es gibt Bögen, versteckte Höfe, eine alte unterirdische Kirche. Die ganze Anlage ist einfach wunderschön!

Abseits steht noch eine zweite kleine Kapelle, zu der wir einen Abstecher machen. Die Glocken hängen dort einfach im Baum statt auf einem Turm, die Kapelle öffnet sich zum Tal hin, wo ein frischer Wind heraufweht. Einfach herrlich!

Wir fahren an dem Abend bis nach Athen, aber Athen ist schwierig, laut, heiß und stickig. Und irgendwie hänge ich noch in den Olivenhainen unterhalb von Delphi…

 

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