Von Kristiansand nach Kristiansund – der sonnige Norden

Nach meinem ersten Teil der Reise nach Norwegen mag ich euch noch mehr vom Nord-Westen von Südnorwegen (kompliziert…) erzählen. Wir erreichen Maløy nach der Fahrt im strömenden Regen von Bergen. Als wir uns auf Refviksanden einparken, gibt’s immer noch Sprühregen, aber am nächsten Morgen erwartet uns blauer Himmel und Sonnenschein!

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Baie de Refvika

Wir machen uns auf, die Insel zu erkunden. Zuerst fahren wir zum Kråkenes Fyr und sehen uns um. Schon von der Strasse aus bieten sich immer wieder fantastische Ausblicke auf die nächsten Halbinseln oder zu unserem Strand zurück! Und wir genießen die wärmenden Sonnenstrahlen.

Im Osten der Insel machen wir eine Wanderung zum Skogenes Fyr. Irgendwie fädeln wir aber den Weg nicht richtig ein und landen zuerst auf einem Pfad zwischen Wacholder, Heidelbeeren und Heidekraut und später direkt auf den Steinen an der Küste. Da gibt es schon die eine oder andere heikle Stelle, die aber mit leichtem Klettern gut zu überwinden ist. Der Weg retour führt dann durch den Wald und über den Bergrücken – dafür mit ordentlich Schlamm.

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Wir beschließen, beim Kråkenes Fyr zu übernachten und fahren dort schon nachmittags hin. Den Nachmittag verbringen wir mit fischen und lesen, unsere Abendtoilette machen wir in einem Bach bei alten Mühlen. Die Männer fischen drei Pollacks, die es mit Gurkensalat zum Abendessen gibt.

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Am nächsten Tag fahren wir zum Vestkapp weiter. Der so gefürchtete westlichste Punkt von Norwegen, wo es anscheinend nur 13 Sonnentage im Jahr gibt, sonst oft Sturm und Regen. Wir erleben einen dieser Sonnentage und genießen die Ausblicke über das Meer und zu den vorgelagerten Inseln. Sogar die Schafe suchen Schatten, weil es ihnen zu heiß ist!

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Von dort geht es weiter nach Runde, dem Vogelfelsen weit draußen im Meer. Als wir am Campingplatz ankommen, sind wir eigentlich schon ziemlich kaputt. Aber die Frau dort meint, abends ab 21h sind die Papageientaucher auf dem Vogelfelsen. Da müssen wir natürlich hin!

Da wir auch den Leuchtturm nicht auslassen dürfen, sagen wir kurzerhand das Abendessen ab und machen uns statt dessen in Richtung Leuchtturm auf. Dort wird kurz gejausnet, bevor es zu den Papageientauchern geht. An den anderen Vogelfelsen mit lärmenden Bastölpeln vorbei, finden wir eine Stelle, wo die Papageientaucher ganz nah sind. Lange beobachten wir die possierlichen Tierchen bei ihren Erdhöhlen und beim An- und Abflug. Wir können uns gar nicht richtig losreißen und sind spät nachts wieder am Campingplatz. Aber das war definitiv eine der schönsten Wanderungen in Norwegen!

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Nach diesem anstrengenden Tag lassen wir es langsam angehen. Die Wolken hängen tief, also besuchen wir das Ishavsmuseet in Brandal. Von dort waren rund um die vorletzte Jahrhundertwende viele Expeditionsschiffe nach Norden aufgebrochen – sehr faszinierend. Ein Gewitter überdauern wir am Strand Overåsanden südlich von Hareid. Nicolas versucht dort auch zu fischen, aber der Blinker bleibt dauernd in den Algen hängen. Also anderes Menü heute…

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Am nächsten Tag steht Ålesund auf dem Programm. Die Stadt ist Anfang des 20. Jahrhunderts einmal fast völlig abgebrannt. Seitdem sind Holzhäuser verboten und die Stadt wurde im damals modernen Jugendstil wieder errichtet. Vom Aussichtsberg Aksla liegt die Stadt und die vorgelagerten Inseln wie dahingewürfelt im Meer. Und ich freue mich besonders, dass wir die Stadt bei Sonne erleben dürfen.

In Ålesund kehren wir in der Martin Walderhaugg Bakeri ein, stillen unseren Hunger nach leckeren Süssigkeiten und kaufen gutes Brot!

Ålesund est située sur un archipel, dont elle occupe trois des îles extérieures occidentales, Heissa, Aspøy et Nørvøy, qui entourent un port pittoresque. Fondée en 1824, la ville est le débouché maritime du Sunnmøre et un important port de pêche aux harengs.

Dann statten wir den Inseln Godøya und Giske noch einen Besuch ab. Vor allem das Høgstein Lykt auf Godøya hat es mir angetan und wird von mir unzählige Male abgelichtet.

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Den Abend verbringen wir ein wenig landeinwärts an einem Fjord, die Männer fischen und wir lassen den ereignisreichen Tag ausklingen.

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Dann geht’s nochmal nach Norden, wir setzen mit der Fähre nach Molde über und fahren auf den Aussichtsberg Varden. Irgendwie sind wir aber ein wenig schlapp und beschließen, gleich auf den nächsten Campingplatz auf Lysø zu fahren. Dort sind wir quasi alleine und verbringen eine herrlichen Nachmittag auf unserer kleinen Insel, fischen, grillen, sitzen herum, schauen aufs Meer.

Gleich bei Lysø ist auch der Atlanterhavsveien, den wir unbedingt noch besichtigen müssen. Irgendwie ist es zwar absurd, eine Strasse mit ihren Brücken zu besichtigen, aber sie ist doch sehr spektakulär direkt am Meer gebaut. Wobei wir an dem ruhigen, sonnigen Tag die Strasse ja gar nicht so richtig erleben können: viel bekannter sind ja die Bilder, wo die Gischt bis an die Brücke raufspritzt.

Bevor wir wieder nach Lysø zurück fahren, statten wir der Nacharbarinsel Langøya noch einen Besuch ab: dort gibt es sogar noch Trockengestelle zum Fischtrocknen und jede Menge nette Norwegerhäuser und Buchten. Natürlich muss am letzten Tag im Norden auch noch gefischt werden – es gibt Makrele und Pollack zum Abendessen.

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Zurück geht es durch das Landesinnere bis Oslo, wobei wir wegen dem neuerlichen Regen fast gar nichts von der Landschaft unterwegs sehen. In Oslo besuchen wir eine Bekannte von den Grünen (Hei Trude!) und besichtigen am nächsten Morgen das Fråm- und das Kon-Tiki Museum. Vor allem ersteres kann ich nur schwer empfehlen, wenn man sich für die ganzen Nord- und Südpolexpeditionen interessiert.

In Bekkestua kaufen wir Brot und Zimtschnecken beim Bäcker W.B. Samson, von dem sogar unsere norwegischen Gastgeber sagen, dass er teuer ist. Aber auch gut!
Dann geht’s weiter nach Süden und nach Schweden. In der Nähe des Morups Tånge Fyr, das wir abends noch besuchen, übernachten wir.

Weiter, immer weiter geht’s weiter nach Süden. Einen Halt machen wir in Schweden noch in Tylösand und am Kullaberg mit zugehörigem Leuchtturm. Für Schweden wirklich ein richtiger Hügel, dementsprechend viel Betrieb ist auch dort oben.

Von Helsingborg setzen wir dann nach Helsingør mit der Fähre nach Dänemark über. Beim Ankommen sieht man auf der dänischen Seite sehr gut das Schloss Helsingør am Meer, mit seinem Leuchtturm im äußeren Turm.

Nach einer Mittagsjause am Strand südlich von Helsingør fahren wir an Kopenhagen vorbei in Richtung Stevns Klint. Im Abendlicht besuchen wir den Stevns Fyr und steigen dann bei Højerup zur Klippe hinunter.

Am nächsten Morgen besuchen wir noch einen Ort, den ich schon seit über 20 Jahren sehen will: Møns Klint! Leider ist es wieder bedeckt, aber wenn die Sonne scheint, die Felsen weiß leuchten und das Meer türkis glitzert, muss es hier fantastisch sein! Trotzdem machen wir einen Spaziergang an den Felsen. In der Kreide sind Feuersteine eingeschlossen, Vögel nisten teilweise in den Nischen und trotz der nicht ganz perfekten Bedingungen finde ich den Besuch großartig!

Über Rødby – Puttgarden kehren wir nach Deutschland zurück und besuchen noch eine Freundin in Ostfriesland (Moin Katja!). Nicht ganz am Weg, geb ich schon zu, aber schon lange wollen wir Bremerhaven besuchen, was wir dann am nächsten Tag noch machen.

Wir besuchen das Auswandererhaus, das sehr gut und anschaulich die Geschichte der Auswanderer in die neue Welt erzählt. Dann gehen wir noch im Hafen herum und besichtigen die Leuchttürme, die dort teilweise noch in Betrieb sind, teilweise nur dort ihren letzten Standplatz gefunden haben. Ich bin doch sehr positiv überrascht, wie viel es dort zu sehen gibt. Ein zweiter Besuch dort lohnt sich alle mal!

Über Goslar und einen Besuch bei Verwandten erreichen wir wieder die heimatlichen Berge – nach 3 Wochen, 1 Tag und 6.930 km!
Ich habe die Wochen im Norden sehr genossen: trotz Wind und Wetter, das gehört dazu (Schönwetterurlaub kann jedeR!), taghell quasi rund um die Uhr, das tiefblaue Meer und die Inseln, das Fischen in den Häfen, die pittoresken Leuchttürme und roten Holzhäuschen.

Und ich komme definitiv wieder – in Norwegen gibt es noch viel mehr zu entdecken!
Und P.S.: die Zimtschnecken in Norwegen von Godt Brød waren eindeutig die besten! Die dänischen von Møn konnten gar nicht mithalten, die Schwedischen mit viel Kardamom waren noch interessant!

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5 Kommentare

  1. Boah habt Ihr viel Sonne gehabt, Alex! Jetzt bin ich echt neidisch! Wir hatten von 3 Wochen 2,5 Wochen nur Regen und extrem viel Schnee im Juni, sodaß viele Straßen gesperrt waren und wir viel gar nicht machen konnten…Runde war einer der wenigen Tage, wo’s bei uns wirklich schön war…müssen wir wohl nochmal hinfahren…Deine Fotos haben grad wieder Gusto drauf gemacht 🙂
    Lg, Karin

    1. ja, wir hatten eine woche eher nicht ganz toll und eine woche sehr super! am vestkap, wo es normal fast immer schlechtes wetter hat, war es regelrecht heiss! aber auch in ålesund! aber wir haben auch immer gecampt, das ist dann regen und wind gleich sehr anstrengend. wie ward ihr unterwegs?
      liebe grüsse
      alex

    2. hallo karin,
      das mit dem wetter war kein reiner zufall. wir haben sehr oft umdisponiert und z.b. alle wanderungen im landesinneren gestrichen nachdem wir am Preikestolen die hand vorm gesicht nimmer sahen. mit http://www.yr.no kann man gut 18h vorausplanen, aber wirklich nicht mehr als das. vor ålesund habe wir auch einen regentag bei Runde abgewartet, damit dann im ålesund wieder die sonne scheint. und die erste woche war jämmerlich feucht: https://www.chiliundschokolade.at/2016/08/19/von-kristiansand-nach-kristiansund-der-sonnige-norden/
      im winter 2014 hatten wir wetterbedingt gar die ganze runde umgedreht obwohl die fähranleger anders gebucht waren (oslo/trelleborg), vgl. https://www.campingforum.at/campingforum/showthread.php?14660-im-m%E4rz-2014-nach-Lapland-und-Troms%F8
      servus, andré

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