|

Vegan im Winter

Ich koche gerne mit Gemüse, weil die vielen unterschiedlichen Sorten geschmacklich mehr Nuancen aufweisen als Fleisch. Natürlich habe ich gegen ein gutes Stück Fleisch ab und zu auch nichts einzuwenden, aber Gemüse ist – was die Gestaltung von geschmacksbetonten Rezepten angeht, einfach dankbarer. Zudem ist es mir wichtig, vor allem regionales Gemüse zu verwenden.

Das ganze gestaltet sich vor allem in den Wintermonaten in unseren Breiten ein wenig schwierig bis anspruchsvoll und lässt auch schon mal den Haussegen schief hängen.

Denn bei uns zu Hause mögen alle Kraut und Kohl nicht besonders. Ich mag Sauerkraut ganz gerne, aber eine Männer konnte ich bisher dafür nicht begeistern. Und die anderen Kohl- und Krautsorten sind schon auch ein wenig sperrig im Geschmack. Kohlsprossen geht noch, aber auch da sagt der junge Mann „njet“.

Was so ein bisschen ein Kompromiss ist, sind Rüben in allen Farben. Die normalen roten, die gelben und in jüngster Zeit sind auch lila Karotten am Markt erhältlich. Zudem gibt es immer mehr Pastinaken, die ich auch gerne mag und verarbeite. Rüben schmecken zwar erdig, aber haben auch eine Süße, die bei uns gut ankommt.

Dieses Mal habe ich die Rüben als Röstgemüse verarbeitet. Das hat einerseits den Vorteil, dass man nicht lange in der Küche stehen muss – einfach vorbereiten, ab ins Rohr und essen. Und bei dieser Zubereitung entwickelt das Gemüse süße Röstaromen, die einfach herrlich schmecken. Kombiniert habe ich das Gemüse mit einem Pesto aus Petersilie und gerösteten Haselnüssen. Das auch alleine und auf Nudeln sicher hervorragend schmeckt. Wobei es das Pesto zu dem Gemüse gar nicht gebraucht hätte – so gut ist dieses Wintergemüse für sich.

Geröstete Rübchen mit Petersilienpesto

50 g Haselnüsse
70 g Petersilie
100 ml Öl
Saft und Zeste von 1/2 Zitrone
Salz, Pfeffer
1,2 kg gemischte Rüben (Karotten, gelbe Rüben, Pastinaken, etc.)
2 rote Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
2 TL Fenchel
25 ml Öl
Salz, Pfeffer

Für das Pesto das Backrohr auf 180° Ober-Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Nüsse darauf verteilen. Im Ofen rund 10 min. rösten bis sie zu duften beginnen. Ein paar Minuten auskühlen lassen, dann in einem Küchentuch die braunen Häutchen von den Nüssen rubbeln. Dabei ist es egal, wenn sich nicht alle Häutchen lösen. Der Großteil sollte runter sein! Die Nüsse im Mixer fein hacken. Die Petersilie waschen und die Blätter von den Stielen zupfen. Zu den Nüssen geben und gemeinsam mit dem Öl, dem Saft und der Zeste der Zitrone zu einem Pesto verarbeiten. Das Pesto mit Salz und Pfeffer würzen.

Für das Ofengemüse das Backrohr auf 220° Ober-Unterhitze vorheizen. Die Rüben schälen und in längliche schmale Stücke schneiden. Die Zwiebeln schälen und in grobe Spalten schneiden. Den Knoblauch schälen und in feine Scheiben schneiden. Den Fenchel grob zerstoßen bzw. mahlen. Die Rüben in einer großen Schüssel mit den Zwiebeln, dem Fenchel, dem Knoblauch und dem Öl mischen. Großzügig salzen und pfeffern und nochmals gründlich durchrühren.

Das Gemüse gleichmäßig auf dem Backblech verteilen, das schon bei den Nüssen im Einsatz war. Im Ofen rund 30 min. backen bis das Gemüse weich, aber noch bissfest ist.

Das Gemüse mit dem Pesto servieren.

Da dieses Rezept so super in den Winter passt und ganz ohne tierische Produkte auskommt, muss es natürlich in die Sammlung des:

tierfreitag

Ähnliche Beiträge

  • |

    Spargelsuppe verfeinert

    Die kulinarischen Highlights im Frühling sind für mich eindeutig Spargel, Erdbeeren und Spinat. Solange diese frisch auf dem Markt erhältlich sind, versuche ich möglichst alle leckeren Varianten durchzukochen. So liebe ich Spargelsuppe aus weißem Spargel. Letztes Jahr habe ich irgendwo die Kombination Spargel und Vanille gesehen, also hatte ich mir diese Suppe ausgedacht. Aber hatte…

  • |

    Bärlauch-Feta-Muffins

    Pikante Muffins sind eher nicht so bekannt, aber super zum Mitnehmen für ein schnelles Mittagessen oder eine Sonntagswanderung. Diesmal habe ich sie mit Bärlauch gemacht und mit Feta gefüllt. Ich liebe einfache und schnelle Rezepte, die was her machen. Dieses gehört eindeutig dazu: ihr braucht keine Rührmaschine, nur einen Schneebesen und einen Pürierstab für den…

  • | |

    Karfiolflan mit Blauschimmelkäsesauce

    Auch aus Wintergemüse ganz besondere Happen zaubern – das ist mir diesmal mit diesen Karfiolflans gelungen. Und die gute Nachricht – die kleinen Flans sind außerordentlich wandelbar und auch Reste kann man gut verwenden. Zu den Feiertagen hatte ich endlich mal wieder Zeit, auch ein wenig in der Küche zu experimentieren. Schon lange hatte ich…

  • |

    Arancini

    Vor einigen Jahren haben wir rund 10 Tage Ende des Jahres auf Sizilien verbracht. In Palermo habe ich Arancini kennen gelernt, die dort als Streetfood in vielen Varianten angeboten werden. Lange wollte ich sie schon nachkochen, nun habe ich ein wenig herumprobiert bis das Ergebnis gepasst hat. Gleich beim Ankommen in Palermo hatten wir damals…

  • |

    Dankesessen mit Linsensalat

    Kennt Ihr das? Wen fragt ihr um Hilfe, wenn ihr Beistand braucht? Wer bietet von sich aus Unterstützung an, weil sie/er gerade davon gehört hat, dass man was braucht? Oft Menschen, die selber nicht im Überfluss leben. Genau jene, die viel haben, helfen nicht oder nur sehr zögerlich. Aus einem so einen Grund gab es letztes Wochenende ein Dankesessen,…

  • | |

    Chicorée mit Taleggiosauce

    Derzeit probiere ich gerne neue Rezepte und auch Kochtechniken aus. Dieses Gericht lebt von unterschiedlichen Geschmäckern und Texturen, wobei wenig Zutaten involviert sind. Ich lade ja immer gerne mal Freunde zum Essen ein. Sobald die Einladung ausgesprochen ist, fäng mein Kopf an, Rezepte durchzugehen, die ich an dem Abend vorbereiten könnte. Meist plane ich ein…

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.