Wandern in der Provence

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Zu Ostern sind wir für eine Woche in die Provence zum Wandern aufgebrochen. André arbeitet an Touren für einen Wanderführer, so hatten wir allerhand zu tun.

Lange schon wollen wir in Sirmione am Gardasee eine Station auf unserer Reise nach Frankreich machen – diesmal sind wir früh genug unterwegs, und es ist auch nicht nebelig wie so oft. Also können wir in Ruhe die Halbinsel erkunden. Wir gehen am See bis ganz in den Norden und besuchen die Grotte di Catullo – eine alte römische Villa. Der Dunst liegt noch über dem See und erzeugt eine geheimnisvolle Stimmung.

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Nach Frankreich selber fahren wir über den Col de Tende. In Tende machen wir eine Pause, steigen dort zu Friedhof und Uhrturm hinauf und essen mal als Begrüßung ein Zitronentörtchen. So kann der Urlaub beginnen!

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Dann fahren wir nach Agay, um dort fortzusetzen, was wir im Herbst nicht mehr finalisieren konnten. Wir machen von dort gleich am ersten Tag eine große Tour im Ésterel. Von Parkplatz am Col de Belle Barbe geht es über einen wenig begangenen Rücken auf den Pic d’Aurelle, wo wir einen herrlichen Ausblick über die Küste haben. Im Sommer ist das Gebiet meist wegen Brandgefahr gesperrt, aber jetzt im Frühling ist doch allerhand los. Die Wege werden von Schopflavendel gesäumt, die Hitze ist noch erträglich, und es duftet nach Macchia und wildem Honig.

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Als zweiten Gipfel nehmen wir den Pic du Cap Roux noch mit, steigen dann in die rotleuchtenden Felsen ab und besuchen zum Schluss noch die Höhlen-Kapelle La Sainte Baume.

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Anschließend besuchen wir Freunde in Fréjus und begeben uns dort auf die Spuren der Römer. Dabei entdecken wir, dass die Stadt erstaunlich viele Parkanlagen hat. Bunt blühen die Blumen im Parc de la Villa Marie. Dem alten Aquädukt folgen wir in den Parc de la Villa Aurélienne, der eher schon verwildert wirkt. Die alten römischen Ruinen sind spannend zu entdecken und André tüftelt an einer optimalen Route, um sie alle bei einem Spaziergang zu verbinden.

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Die nächsten Tage verbringen wir im Hinterland in Draguignan. Auf dem dortigen Campingplatz ist noch nicht viel los, unser Bus steht fast einsam in einer riesigen Wiese voll mit unglaublich vielen Gänseblümchen.

Draguignan ist nun nicht so sehr als romantisches südfranzösisches Städtchen bekannt. Die dortige Militärakademie, der Truppenübungsplatz in nächster Nähe und einiges an Gewerbe geben der Stadt einen recht bodenständigen Rahmen. Aber ich mag es, dass es dort nicht so viele Touristen gibt, dass die Einheimischen dominieren und dort echtes Leben stattfindet. Wir besuchen den Markt und kaufen frischen Spargel und Erdbeeren aus der Region. Auf dem Marktplatz gibt es auch eine super Biobäckerei gleich an der Ecke bei der Rue de la République, ein Käsegeschäft (Les Fondus de Fromages) und einen Italiener (Aux pâtes fraiches), der hausgemachte frische Nudeln anbietet.

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Eine Wanderung von Draguignan führt uns auf einer alten Römerstrasse bis über die Stadt auf einen Aussichtsberg. Hinunter geht es ziemlich direkt durch niedrigen Wald. Eine nette Begegnung haben wir mit einer wilden Schildkröte. Ich hatte schon öfters davon gehört, dass es die dort gibt, aber bin dann doch erstaunt, als sie mitten auf dem Wanderweg sitzt und sich in der Sonne wärmt.

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Eine andere Wanderung unternehmen wir von Villecroze nach Tourtour. Wir starten an den Wasserfällen in Villecroze und finden zuerst den geplanten Weg nicht. Also nehmen wir den alten Verbindungsweg zum Dorf darüber. Die Wälder muten eher herbstlich an, mit braunen Blätter auf dem Boden und großteils noch kahlen Bäumen. In Tourtour machen wir Rast bei der Kirche, das nette provençalische Dörfchen erstreckt sich unter uns. Auf dem Dorfplatz gibt es übrigens ein Geschäft, welches hervorragende regionale Produkte wie Olivenöl, Tapenaden und Marmeladen anbietet. Ich nehme ein mit Zitrone aromatisiertes Öl mit. Der Abstieg geht ein wenig schwieriger, weil der Weg nicht so offensichtlich ist. Ein paarmal stecken wir in der Macchia fest und kommen schließlich beim Kloster „Le Prioré Notre-Dame des Anges“ vorbei und von dort wieder nach Villecroze hinunter.

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In der Nähe von Draguignan besuchen wir Trans-en-Provence, wo der Nartuby kleine Wasserfällen mitten im Ort bildet. Die Rest von alten Mühlen sind teilweise als Gast- oder Wohnhäuser umgebaut.

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Einen weiteren Halt machen wir bei einem „Luftbrunnen“. Er wurde als Prototyp entwickelt, der Erbauer wollte probieren, ob das von ihm erdachte Prinzip grundsätzlich funktioniert. Nämlich dass die Luft in den glockenförmigen Bau von außen einströmt und durch den Temperaturunterschied von Tag und Nacht einerseits gekühlt und andererseits getrocknet wird. Anscheinend hat das aber nicht so richtig funktioniert wie von ihm geplant. Der Turm sieht auf jeden Fall mitten im Siedlungsgebiet lustig aus und ist optimal für eine Pause.

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Die letzten zwei Tage will ich am Meer zu verbringen, so checken wir im Campingplatz am großen Plage Pampelonne ein, wo wir früher schon mal gewesen waren. Vor Jahren mal hatten wir eine Küstenwanderung nach St.Tropez am Plage des Canebiers unterbrochen, diese Tour gehen wir nun weiter bis zu ihrem Ende. Wir kommen am Friedhof von St.Tropez vorbei, wo die Grabsteine direkt aufs Meer hinausschauen. In St.Tropez müssen wir natürlich zum Leuchtturm und schauen, welche Schiffe im Hafen liegen.

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In St.Tropez gibt es auch einen kleinen Fischmarkt, hier unbedingt nur regionale Fische kaufen, für alle anderen zahlt man einen unverhältnismäßig hohen Preis. Sonst ist mir der Ort zu schicki-micki, ich wundere mich, wie man so viel Geld für meiner Meinung untragbare Mode verlangen kann. Wir nehmen nur noch eine Tarte Tropezienne mit und machen uns auf den Rückweg.

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Eine letzte Tour führt uns zum Cap Taillat, diesmal gehen wir sogar bis auf die Halbinsel vor. Es ist herrlich, das ist wirklich einer meiner Lieblingsplätze dort an der Küste. Vom Parkplatz beim Plage de l’Escalet machen wir uns auf dem Küstenweg in Richtung Cap auf. Alleine das türkise Meer an der Enge beim Cap ist sehenswert. Wir klettern auf die Felsen der Halbinsel, genießen die Ausblicke retour und auf die vorgelagerten kleinen Felsinseln im Meer. Zurück geht es eher weglos auf den Felsen, wir springen über Felsspalten und lassen uns den Wind durch die Haare wehen. Die Tarte Tropezienne essen wir dort übrigens irgendwo in der Sonne mit Blick auf das türkise Meer. 

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Am Tag meiner Abreise fahren wir in Richtung Nizza. Bei St.Aygulf legen wir einen Stopp ein und umrunden den Étang de Villepey. Leider bekommen wir nicht so viele Vögel wie gedacht zu Gesicht, wahrscheinlich muss man sich vorher erkundigen, wann hier was los ist. Aber die Wanderung ist trotzdem nett.

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Fast sind wir dann zu spät für unsere Führung im Observatorium in Nizza, für die wir uns angemeldet haben. Aber gerade rechtzeitig erreichen wir das Eingangstor auf dem Mont Gros. Und die Eile wird mit einer wunderbaren Besichtigungstour belohnt. Die Arbeit im Observatorium wird vom Führer sehr anschaulich erklärt, ebenso die Funktionsweise der riesigen Fernrohre. Wir besichtigen zwei unterschiedliche Sternwarten, eine davon wurde von Gustav Eiffel gebaut und ist sehr beeindruckend!

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Dann müssen wir noch ein wenig Zeit in Nizza bis zu meinem Zug überbrücken und wandern noch für den Sonnenuntergang an den Strand der Promenade des Anglais. Am Bahnhof trennen sich unsere Wege – ich nehme den Nachtzug retour nach Innsbruck und André fährt wieder zurück an die Küste, um weitere Touren aufzunehmen. Der russische Nachtzug von Nizza, der in rund 48h den Weg von bis nach Moskau zurücklegt, war eine gute Wahl der Heimreise. Die Wagen überraschend modern, ein guter Speisewagen und lustiges russisches Personal. Ausgeschlafen wache ich in der Früh auf als die ersten Sonnenstrahlen die Berge rund um Trento in oranges Licht tauchen. Ich mag mit dem Nachtzug ankommen, ein würdiger Abschluss für diesen gemütlichen Urlaub!

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