Piscina Mirabilis

Endlich mal wieder haben Juliana und ich uns aufgemacht, um ein Foodwochenende in Neapel zu verbringen.

Ziemlich müde kommen wir in Neapel an, der Nachtzug hat uns ziemlich durchgeschüttelt. Die Gepäcksaufbewahrung hat noch zu, deshalb gibt es den ersten Cappuccino und ein Sflogliatelle gleich am Bahnhof. Ein guter Einstieg!

Dann machen wir uns zu unserem ersten Ausflug auf – wir wollen nach Bacoli und in das Piscina Mirabilis. Der Zug fährt ab Montesanto ab, alles beginnt einfach. Der Zug fährt aus der Stadt raus, typische Vorstädte ziehen am Fenster vorbei.

Aber in Bagnoli heisst es plötzlich: Schienenersatzverkehr! Und das erfahren wir auch nur zufällig, weil ein Mitreisender uns informiert. Derselbe findet auch heraus, wo der Bus fährt, mehrere Gassen weiter. Die Busfahrt ist recht abenteuerlich, auf einmal finden wir uns im alltäglichen italienischen Leben wieder: es wird viel geredet, geschimpft und gestikuliert.

In Torregaveta müssen wir nochmal auf einen anderen Bus wechseln und gefühlt Stunden später kommen wir in Bacoli an.

Wir gehen gleich zum Piscina Mirabilis hinauf und dürfen sofort hinein, wir sind die einzigen Gäste zu der Zeit.

Und es ist so grossartig, wie ich es in Erinnerung hatte. Ein riesiger Raum, zerteilt von Säulen und Gängen. Knallgrünes Moos wächst dort empor, wo das Licht hineinfällt.

Auf dem Boden stehen Pfützen, die die ehemalige Verwendung als Wasserbehälter erahnen lassen. In der Römerzeit war es ein Wasserreservat für die Kriegsflotte von Miseno und wurde vom Serino-Aquädukt gespeist.

Wir gehen durch die Bögen umher, bewundern die Spiegelungen in den Pfützen.

Wieder draussen sind wir immer noch beeindruckt von diesem Bauwerk, das schon über 2000 Jahre alt ist.

Damit wir die abenteuerliche Rückreise zurück nach Neapel mit Bus und Zug (Spoiler: der Rückweg war deutlich einfacher und kürzer) überleben, stärken wir uns noch bei der einzigen Osteria vor Ort mit Alici Fritti bzw. Fritti misti. Dazu ein Glas Rotwein.

So kann das Wochenende beginnen.

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