Weiße Insel und türkises Meer – Insel Pag zu Ostern

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Von Triest fahren wir weiter nach Süden. Wir hatten beschlossen, nach ein paar Tagen in Italien nach Kroatien weiterzufahren. Weiter nach Süden, der Sonne hinterher. Wir durchqueren Slowenien, biegen nach Süden nach Rijeka ab, dort auf die Küstenstraße. Wir waren seit 14 Jahren nicht mehr in Kroatien, damals in Istrien. So staunen wir über die Landschaft, die an uns vorbeizieht: Berghänge mit Kalkschutt, kurvige Straßen und kleine Buchten mit türkisem Wasser.

Erste Station ist Senj. Erinnert euch der Ort an etwas? Seit ich in der Schule war, wollte ich dorthin! Dort spielt nämlich das Buch “Die Rote Zora” – wo eine Jugendbande in der Burg hoch über der Stadt haust und für das Gute in der Stadt kämpft. So spazieren wir durch die Straßen von Senj und steigen zur Burg (wo die Bande der roten Zora hauste…) hinauf.

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Weiter südlich nehmen wir die Fähre zur Insel Pag. Irgendwie sind wir gerade auf diese Gegend gekommen und wollen – wenn schon im Süden – am Meer sein. Man nähert sich der Insel auf ihrer unwirtlichen Seite. Beim Bootsanleger gibt es nur eine riesige Steinwüste, hier haben die Bewohner noch nicht einmal Steinmäuerchen gebaut, um ihre Grundstücke abzugrenzen. Kein Gras, keine Weidetiere, nur Steine.

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Auf der anderen Seite der Insel ist es grüner, Grasland, Sträucher, Bäume. Später lernen wir, dass das Wasser, das im Karst auf dem Festland versickert, auf den Inseln auf der Meerseite wieder austritt. Deshalb ist es dort grüner. Doch grundsätzlich ist die Landschaft durch Kargheit geprägt, was noch dadurch verstärkt wird, dass die Bäume noch keine Blätter tragen. Die schneebedeckten Berge des Velebit vom Festland überragen die Insel und faszinieren mich bei unserem gesamten Aufenthalt.

Wir suchen einen Campingplatz auf Pag und finden den einen, der offen hat. Ostern scheint dort wirklich noch schwere Nebensaison zu sein. Es hat fast nichts geöffnet, die Restaurants, die Cafés, die Geschäfte – bis auf ein paar Ausnahmen hat alles zu. Nur die Geschäfte zur Versorgung der Bevölkerung haben natürlich offen. Aber der Campinplatz ist fein so einsam, wenige Besucher versammeln sich auf den Schotterplätzen. Wir finden einen Platz direkt am Meer, nur durch ein kleines Mäuerchen vom Strand getrennt. So genießen wir Sonnenuntergänge und Frühstück direkt am Strand.

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Auf unserer ersten Wanderung klettern wir über die Karstfelsen an der Küste entlang bis zu einer kleinen Bucht. Und Buchten haben sie wirklich wunderschöne auf Pag, das muss man ihnen lassen. Auf dem Rückweg sammeln wir wilden Spargel – es gibt massig davon im Wald, innerhalb einer halben Stunde haben wir für uns zwei locker genug. Schon in Italien haben wir die Menschen scharenweise durchs Unterholz pirschen sehen und uns gefragt, was die wohl sammeln (ist ja keine Schwammerlsaison…). Bis wir die dünne Spargel gesehen haben. Sie sind nicht leicht zu finden, aber wenn das Auge einmal geschult ist, findet man echt massig! Dann die harten Stängel entfernen, abspülen, in ein wenig Butter braten mit Salz und Pfeffer würzen – fertig und köstlich!

Im Herbst muss es auf der Insel auch viele Feigen geben, da Feigenbäume überall regelrecht wuchern. Eine andere Spezialität der Insel ist Schafkäse. Die Schafe sind überall anzutreffen, wo ein bisschen Gras wächst. Der Käse wird von Jänner bis Juni produziert und muss dann reifen. In Kolan mitten auf der Insel gibt es in Geschäft, wo man den Originalkäse bekommt: reif schmeckt er fast wie Parmesan, junger Käse ist milder und blumiger.

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Wir besuchen die Hauptstadt der Inseln mit gleichlautendem Namen, die in einer langen Bucht liegt. Schon früh wurde hier Salz gewonnen und wird immer noch. In Pag selber gibt es auch ein Salzmuseum, aber ihr wisst eh – die Nebensaison. Wir schauen uns ein wenig im Ort um, aber fahren dann doch lieber an der Küste weiter, um ein wenig weiter am Strand zu sitzen und ins türkise Meer zu schauen.

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Im Norden der Insel gibt es uralte Olivenbäume. Mit Fördergeldern der EU hat man dort Wege angelegt, auf denen man die “Plantage” erwandern kann. Arbeiter stutzen und pflegen die Bäume fachgerecht. Und herrlich sind diese alten Olivenbäume: mit verdrehten Stämmen, dick und knorrig. Wir unternehmen eine längere Wanderung, steigen dann zum Meer in eine kleine Bucht ab und genießen die warme Sonne im Windschatten. Denn es ist sonnig und warm, aber der Wind ist noch winterlich kalt.

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Am letzten Tag machen wir noch einen Ausflug bis fast nach Zadar. Wir folgen dem Inselverlauf nach Süden, machen ein paar Abstecher, bleiben bei der Inselbrücke stehen. Im Süden ist die Insel nämlich durch eine Brücke mit dem Festland verbunden. In Nin besuchen wir die Heilig-Kreuz-Kirche aus dem 8. Jhdt.. Überhaupt ist Nin eine ewig alte, aber kleine Stadt, die auf einer künstlichen Insel liegt. Sehr sehenswert! Anschließend fahren wir noch auf die Insel Vir hinaus und wandern zum Leuchtturm, den man für Ferien sogar mieten kann.

Aber das ist dann etwas fürs nächste Mal…

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