|

Haufenweise Kresse

Ich weiß nicht, wie es euch geht – aber im Frühling warte ich schon immer sehr sehnsüchtig darauf, dass es endlich Grünzeug am Markt zu kaufen gibt: Frischen Salat, Spinat, später Spargel. Eines der ersten Grünzeugs der Saison ist stets Kresse, wobei ich gegoogelt habe, dass es Winterkresse sein müsste. Oder doch Brunnenkresse? Wer es genau weiß, bitte um zweckdienliche Hinweise an mich!

In großen Bergen liegt die Kresse bei den Bauern zum Verkauf. Händeweise wird sie in Säcke gefüllt und bringt dabei nie viel Gewicht auf die Waage. Auch in der Bauernkiste ist sie früh im Jahr Fixstarterin.

Früher habe ich nie gewusst, was ich mit der Kresse anfangen soll. Aufs Brot essen – schon, aber für diese Mengen muss man schon viel Brot essen. Suppe kochen – da geht der feine, aber scharfe Geschmack verloren. Inzwischen schätze ich sie sehr in Salat, eben wegen dem feinen Geschmack.

Und diesmal habe ich noch etwas besonderes ausprobiert: eine Quiche mit kurzgebratener Kresse drinnen und frischer Kresse obenauf. Die Kombination stellte sich als sehr lecker heraus. Das ganze habe ich mit Blaumohn im Teig aufgepeppt. Der Mohn (ungemahlen) gibt dem Teig noch einen speziellen Touch und die kleinen Körner knacken leicht beim kauen.

Quiche mit gebratener und frischer Kresse

Für den Teig:
180g Mehl
2 EL Mohn
1/2 TL Zucker
3/4 TL Salz
100g Butter
1 EL Apfelessig
40 ml Wasser

Für die Füllung:
3 Eier
200g Frischkäse, Ricotta oä.
40 ml Milch
Salz, Pfeffer, Muskatnuss

1 Zwiebel, fein gehackt
200g Winterkresse + 3 Handvoll für oben drauf
2 Handvoll Walnüsse
Öl
100g grob geriebener Bergkäse

Für den Teig das Mehl mit dem Mohn, dem Zucker und dem Salz mischen. Die Butter in Würfeln zugeben und mit den Händen so lange zerbröseln bis recht feine Brösel entstanden sind. Den Essig und das Wasser zugeben und zu einem festen Teig kneten. Dabei nicht zu lange bearbeiten, gerade so lange bis sich der Teig bildet. Den Teig 1h im Kühlschrank rasten lassen.

Eine Tarteform mit 24cm Durchmesser einfetten. Den Teig rund 3mm dick ausrollen und die Tarteform damit auskleiden. Mit einer Gabel den Teig einstechen und nochmals 30min. im Kühlschrank rasten lassen. Wenn ihr es eilig habt, kann der Arbeitsschritt auch entfallen…

Das Backrohr auf 180°C Ober-Unterhitze vorheizen.

Für die Füllung alle Zutaten miteinander verquirlen, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.

In einem Topf ein wenig Öl erhitzen und darin die Zwiebel anbraten. Die Kresse grob hacken und zugeben. Kurz durchrühren, gerade so lange bis die Kresse zusammengefallen ist.

Die Tarte aus dem Kühlschrank holen. Auf dem Boden die gebratene Kresse verteilen, die Eier-Frischkäsefüllung gleichmäßig darauf verteilen. Mit Bergkäse bestreuen und rund 40min. im Ofen goldbraun backen.

Die Walnüsse grob hacken und in einer Pfanne ohne Öl rösten bis sie durfen.

Die Tarte dem Ofen nehmen und kurz überkühlen lassen. Die rohe Kresse auf der Tarte verteilen, die Walnüsse drüberstreuen.

Ähnliche Beiträge

  • | |

    Versteckte Nudeln

    Letztes Jahr habe ich mir in München so einen Gemüseschnitzer gekauft. Ein Teil mit dem man längliches Gemüse in dünne oder dicke nudelartige Stränge schneiden kann. Und dann natürlich gleich mal ausprobiert. Da ich das Teil sicher nicht so oft nutze, habe ich mir eine recht günstige Version zugelegt, die wie ein Spitzer aussieht. Also…

  • |

    Indisch für Kenner

    Ich führe ständig eine Liste von Ideen, was ich schon lange mal wieder gerne kochen und essen würde. Jetzt im Winter passen sehr gut sättigende, wärmende Speisen wie zum Beispiel Linsen. Vor Jahren schon hatte mir mal unsere indische Nachbarin in Amstetten gezeigt, wie man rote Linsen mit Gewürzen kocht. Immer wieder hatte ich das…

  • | |

    Zwetschgencrumble mit Rosmarin

    Zwetschgen gibt’s heuer im Überfluss – die späteren Sorten immer noch. So gab’s in meiner Küche Zwetschgenkuchen aller Art, aber diesmal wurden sie mit Rosmarin kombiniert und mit Nussstreusel knusprig gebacken… hmmmm…. André hat von unseren Patenbäumen Zwetschgen angeschleppt. Eh super, aber die waren schon gut reif und mussten ratzfatz verarbeitet werden. Mein Büro freute…

  • |

    Rhabarbercrumble mit Vanilleeis

    In Tallinn waren wir in der Bäckerei Rukis gewesen, eine großes Café, wo man auch gut essen kann, und wo vor allem Estische Lebensmittel regional und saisonal verarbeitet werden. Dort hatte ich ein sehr sehr gutes Rhabarbercrumble gegessen, das durch seine Haferflocken sehr nussig geschmeckt hat. So ein Rhabarbercrumble habe ich nun nachgebacken. Das Café…

  • | |

    Kürbisnudeln

    Wenn es was zu feiern gibt, mache ich oft gefüllte Nudeln. So wie heute zum Geburtstag vom Junior – ein Tablett voller Teigtaschen gefüllt mit Kürbis. Man will sichs ja gut gehen lassen zum Festtag! Ich hatte diese Nudeln schon mal im Herbst gemacht, und sie waren einfach phantastisch. Der Junior mag normalerweise Kürbis nicht…

  • | |

    Zitronenverbene – Likör

    Im Urlaub im Frankreich habe ich in einem Regionalladen Zitronenverbenelikör gesehen. Da ich auch immer Zitronenverbene im Garten habe, machte ich mich auf die Suche nach einem Rezept für diesen Likör. Mit großartigen Ergebnis, das ich heute mit euch teilen will. Kennt ihr Zitronenverbene? Die Pflanze aus der Familie des Eisenkrautes hat längliche Blätter und…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.