Eine Woche in Cambridge

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Eine Woche weg von Stress und Job, diesmal habe ich die Gelegenheit genutzt und eine Freundin in Cambridge besucht, die dort für ein paar Monate ihr Sabbatical verbringt. Urlaub mit Familienanschluss sozusagen. 

Zuerst hatte ich mir vorgenommen, von Cambridge aus nach London zu fahren oder zumindest ans Meer, aber schnell bin ich draufgekommen, dass es in der Stadt und rundherum auch sehr viel zu sehen gibt und eine Woche Aufenthalt schon sehr knapp ist.

Da ich bei meiner Freundin wohne, habe ich den Luxus einer Unterkunft mitten in der Stadt. Ist zwar nachts manchmal ein wenig anstrengend, wenn die Feiernden lautstark nach Hause wanken, aber man kann super die Stadt erkunden und im Notfall mal zwischendurch zu Hause vorbeischauen. Zudem ist es ein altes viktorianisches Haus mit hohen Fenstern, zwei Treppenhäusern und knarrendem Holzboden.

Gleich am ersten Morgen machen wir einen langen Spaziergang am Cam, dem Fluss, der Cambridge durchzieht. Das Morgenlicht ist phantastisch, in England blühen schon überall die Narzissen und die Hausboote liegen im Wasser.

In Cambridge ist Rudern ein gängiger Sport, überall am Fluss gibt es Bootshäuser und Gruppen trainieren oder holen ihre Boote gerade aus dem Wasser.

Cambridge ist durch seine vielen Colleges beprägt. Keine Ahnung wie viele es dort gibt, auf jeden Fall mehr als man in einer Woche sehen kann. Die Colleges wurden ab dem 13. Jahrhundert gegründet und dienen den Studierenden als Unterkunft und Lernstätten. Leider sind einige Berühmte wegen Corona immer noch geschlossen. Aber ich hatte nicht den Eindruck, dass ich zu wenig gesehen habe.

Da ich die Sonne aus Tirol mitgebracht hatte, machen wir gleich am ersten Tag einen großen Stadtrundgang. Wir schauen ins Emmanuel-College mit seinem Teich im hinteren Hof, durchqueren das Downing-College und werfen einen Blick ins Pembroke College.

Überall gibt es eine kleine Kapelle, wunderbare Innenhöfe und altehrwürdige Gebäude. Ein bisschen lustig sind die Benimmregeln, denn nicht jedeR darf im College dassselbe. BesucherInnen dürfen gar nichts, außer respektvoll sein. Die Studierenden und die Lehrenden dürfen sich aber durchaus auch auf dem penibel gepflegten Rasen aufhalten.

Dann überqueren wir den Cam und gehen auf der anderen Flussseite weiter. Von der Silver Street sieht man gut auf die Mathematical Bridge auch wenn das Queen´s College geschlossen hat. Obwohl man den Eindruck hat, die Brücke sei gebogen, besteht sie nur aus geraden Holzlatten.

Von der Great St. Marys Church hat man einen wunderbaren Blick über die ganze Stadt – da nutze ich natürlich das gute Wetter und steige die 123 Stufen zum Turm hinauf.

An einem anderen Tag mache ich mich auf zum King´s College, das einzige der richtig berühmten, das trotz Pandemie für BesucherInnen geöffnet ist. Die Kapelle vom College ist einmalig – die bunten Fenster leuchten im Nachmittagslicht, das Rippengewölbe hebt sich hoch hinauf und das Chorgestühl bildet einen dunklen Kontrast zu alle dem.

Ein Besuch der Kapelle lohnt sich unbedingt auch wenn die Eintrittsgebühr nicht gerade niedrig ist. Hinter der Kapelle kann man noch bis an den Cam hinunter gehen und auf die Kapelle retour sehen. Ein Gärtner trimmt den eh schon perfekten Rasen, die wenigen Besucher genießen die warme Frühlingssonne.

Da wir in einem Haus vom Jesus College wohnen, muss ich das natürlich auch besichtigen. Einen Abend besuchen wir dort einen sogenannten Evensong, das ist eine Mini-Messe abends, die vor allem vom Chor gestaltet wird.

Zuerst finden wir die Kapelle gar nicht, werden dann von einem Schüler durch einen Kreuzgang und zur schlichten Holztür mit Aufschrift “Chapel” geführt.

Wir dürfen im Chorgestühl Platz nehmen, der Raum ist vorerst nur mit Kerzen erhellt. Dann marschiert der Chor ein und unterhält uns mit seinem Gesang. Das ganze Flair in der Kapelle ist einzigartig, ich schließe die Augen und fühle mich ins Mittelalter zurückversetzt.

Aber auch so laufen wir oftmals durch die Stadt, wo ich immer wieder etwas Neues entdecke: geschmückte Tore zu den Colleges, Fachwerkhäuser, wir besuchen den Markt und schauen bei der Rundkirche vorbei.

Auch kulinarisch sind ein paar Dinge in England Pflicht. So kehren wir gleich am ersten Tag im Fitzbillies ein, einem alt eingesessenen Café, wo es eigentlich die berühmten Chelsea Buns (eine Art Zimtschnecken) gibt. Aber in England muss ich unbedingt Scones mit Clotted Cream und Erdbeermarmelade essen.

Ein Scotch Egg hole ich mir im Pint Shhop und für gute Fish and Chips pilgere ich extra die Mill Road hinaus, um bei Sea Tree richtig gute einzukaufen. In der Cambrige Cheese Company bekommt man guten englischen Käse, aber auch Delikatessen aus aller Welt. Meine kulinarischen Tipps stelle ich euch nachfolgend zusammen.

Die Woche war schnell um, vor allem, weil wir auch drei Ausflüge von Cambridge aus gemacht haben. Aber davon erzähle ich euch in einem nächsten Beitrag.

Kulinarische Tipps Cambridge:

  • Pint Shop: gute Auswahl an Bier und Gin, hervorragende Scotch Eggs zum dort essen oder mitnehmen.
  • Fitzbillies: Café, wo man auch zum Lunch einkehren kann. Dort gibt es Chelsea Buns aber auch sehr gute Scones.
  • Michaelhouse Café: nettes Café mit guter Kuchenauswahl in einer alten Kirche. Sehr nettes Ambiente!
  • The Locker Café: ein wenig Abseits des Stadtzentrums, aber deshalb nicht weniger gut!
  • The Anchor: die Terrasse ist direkt am Cam, für Aperitiv super geeignet!
  • Millworks: guter Ort für Lunch und ein Bier direkt am Mill Pond.
  • The Sea Tree: gute und frische Fisch and Chips! Die Fische werden nach der Bestellung durch den Teig gezogen und frisch frittiert. Der Fisch selber wird aus Ipswich angeliefert.
  • The Cambridge Cheese Company: sehr guter Cheddar und sonstiger englischer Käse, aber auch sehr gute Delikatessen aus dem Rest von Europa.
  • The Cambridge Wine Merchants: sehr gute Auswahl an Gin und Portwein, natürlich auch Wein. Und es gibt auch guten Biocider!
  • Fudge Kitchen: hier werden Fudge ins unterschiedlichen Geschmacksrichtungen frisch gemacht und in dicken Scheiben verkauft. Vor dem Kauf unbedingt ein paar Sorten kosten!
  • An der Mill Road und anschließend am Broadway gibt es italienische, spanische,  asiatische und orientalische Läden und Lokale. Empfehlenswert ist auch der Bioshop Harvest Cambridge gegenüber dem Sea Tree, wo es auch gute regionale Dinge gibt!

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