Garfagnana – der unbekannte Teil der Toskana

chiliundschokolade.at/ - info@chiliundschokolade.at/
fb/chiliundschokolade
instagram/alexmedwedeff

André schreibt für den Rother-Verlag den Wanderführer “Toskana Nord“. Da jetzt wieder eine Aktualisierung ansteht, haben wir Ende August 12 Tage in der Garfagnana verbracht, um vor allem die Hochtouren zu checken, zu verbessern, neue Fotos zu machen. Wie das ist – wandern als Arbeit? Lasst euch dorthin mitnehmen!

Wir waren schon vor Jahren mal in der Garfagnana und haben Bergtouren gemacht. Die Garfagnana liegt nördlich von Lucca mit Castelnuovo di Garfagnana als Hauptort. Viele Seitentäler zweigen vom Haupttal ab. Im Westen erheben sich die apuanischen Alpen und schließen direkt an die Ebene zwischen Viaraggio und La Spezia an, die vor allem bei Strandurlaubern bekannt ist.

Carrara und seine Marmorberge sind fast überall präsenent: auf fast allen Wanderungen sieht man die “angeknabberten” Berge. Der Marmor wird aber auch häufig für Brunnen, Stufen und natürlich in den Kirchen verwendet. In den Bergen dominiert Kalk, die Berge ragen meist schroff in den Himmel. Nur im Norden “unseres” Gebietes sind die Berge grasbewachsen und runder.

Vor ein paar Jahren war das Wetter zum Wandern schon Ende August nicht besonders ideal, so brechen wir schon Mitte August auf. Und merken bald, dass das Wetter zwar gut ist, aber auch sehr heiss. Das bedeutet für uns: bei Sonnenaufgang aufstehen, im ersten Sonnenlicht los, um bei der großen Hitze schon hoch oben in der kühlen Luft zu sein. Das heisst aber auch: keine Campingplätze, die man meist nicht vor 8h verlassen darf.

So pendelt sich unser Wander-Arbeitsleben angenehm ein: früh aus den Federn und beim ersten Sonnenlicht schon auf die Wanderwege. Das bedeutet, irgendwo am Fluss, im Wald oder auf den Wanderparkplätzen in der Nähe der Wanderung übernachten, am Bus duschen und irgendwo zwischendrin mal frisches Bier und Nudeln einkaufen. Einmal mache ich sogar selber Semmerl auf unserem Campinggrill, weil wir eine zeitlang nicht dazu kommen, Brot zu kaufen.

Nachmittags werden die Touren nachbearbeitet und gechillt, Bier getrunken, gelesen, die Füsse hochgelegt. Oder auch noch das eine oder andere nahe gelegene Dörfchen besucht, wenn wir noch Energie haben, ein paar extra Kilometer zu Fuss zurück zu legen. Denn anstregend sind die Tage schon – nicht wenige Kilometer und Höhenmeter legen wir täglich zurück, um den aktuellen Stand der Wanderwege zu erheben.

Aber wir werden dafür auch reich belohnt: mit klarer, frischer Luft in der Früh, wenn wir aufbrechen, die nach Wald und Macchia riecht. Phantastische Aussichten von Bergrücken, idyllische Bergdörfer. Unerwartet schöne Standplätze für die Nacht, an Flüssen und in Wäldern, aufgestöberte Wildschweine inbegriffen.

An den wenigen Regentagen fahren wir mit dem Auto Einstiege ab, checken Wegweiser oder Parkplätze oder legen die Wege zumindest bis zur ersten Wegkreuzung zurück.

Die positivste Überraschung? Das Städtchen Barga war mir nicht so präsent. Die Wanderung rund um das Städtchen und der anschließende Besuch bei der Kirche und im Café Capretz (inkl. Aperitivo) haben mir sehr gut gefallen und war einer meiner Highlights!

Aber auch die Wanderung am Monte Forato war einfach sensationell, obwohl wir nicht bis zum Felsbogen hinauf gegangen sind. Dafür haben wir an dem Tag gleich zwei Touren auf einmal gecheckt, weil sie so praktisch nebeneinander liegen. Hier die Überraschung, dass man schon beim Aufstieg bis zum Meer sieht.

Und auch neue Wanderungen haben wir begangen, manchmal mehr, manchmal weniger erfolgreich. Da gehen dann auch schon mal Wege nicht ganz durch oder sind verwachsen oder entpuppen sich bei der Mündung ins Dorf als Privatstrassen. Hier waren wir z.B. auf dem Monte Gabberi über Viareggio mit einer phantastischen Sicht über die nahen Badeorte und das Meer.

Und nein, nach 12 Tagen hat man den Führer nicht fertig überarbeitet. André darf nach meinem Urlaub noch ohne mich rund nochmal so viel Zeit einplanen, um die Touren weiter östlich abzugehen.

Folgende Touren aus dem Führer haben wir in den 12 Tagen mindestens zum Teil gemacht:

Nr.21: Libro Aperto
Nr.22: Rundtour zum Lago Nero
Nr.25: Orrido di Botri
Nr. 26: Von Barga nach Sommocolinia
Nr.29: Monte Sumbra von Westen
Nr.31: Monte Prado
Nr.32: Pania di Corfino
Nr.33: Sentiero Airone 2
Nr.34: Monte Cavalbianco
Nr.35: Von Vagli di Sopra nach Campocatino und San Viano
Nr.37: Pizzo d’Uccecllo
Nr.41: Monte Bocco
Nr.46: Monte Altissimo
Nr.48: Monte Forato
Nr. 49: Monte Nona
.. und zwei neue Touren!

Das Gebiet und natürlich auch den Wanderführer kann ich euch nur wirklich wärmstens empfehlen! Es lohnt sich mal eine Wanderwoche dort zu planen.

Keine Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.