Gnocchi mit Zwiebeln und Orange

Noch immer Winter, aber auch noch immer gute Zitrusfrüchte, die gegessen und verkocht werden wollen. Deshalb gibt es heute frische Orangen in einer Zwiebelsauce mit Gnocchis.

Gnocchi sind immer ein bisschen eine heikle Sache: sie können zu weich sein oder einfach im Kochwasser zerfallen. Ich finde die Herstellung auf jeden Fall immer bis zum letzten Moment spannend bis nervenaufreibend. Die besten und flaumigsten Gnocchi hatten wir mal mit dem feld-verein in der Traube in Vill gekocht – aber leider hatte ich mir den ultimativen Trick von damals nicht gemerkt.

Ich habe diesmal ein Rezept aus einem Buch übernommen und die Gnocchi ohne Ei gemacht. Das Probegnocchi war auch gut, aber die anderen waren eher auf der weichen Seite. Ich würde somit das nächste Mal die Variante mit Ei probieren.

Wichtig ist jedoch, dass ihr die Kartoffeln nicht zerkochen lasst, damit die Gnocchi nicht zu feucht werden. Oder ihr nehmt einfach eine Abkürzung und kauft Gnocchi fertig zu.

Die Sauce jedoch ist immer ein Gewinn: rote Zwiebel großzügig in Spalten geschnitten und mit Orangensaft gekocht. Die Orangenfilets sind ganz zart und werden auch erst ganz zum Schluss untergehoben, damit sie nicht zerfallen.

Ich habe die Sauce mit Sumach gewürzt, ein orientalisches Gewürz, das leicht säuerlich schmeckt. Ihr könnt das aber auch weglassen, wenn ihr es nicht bekommt oder nicht verwenden wollt. Die Prise Chili würde ich euch jedoch unbedingt empfehlen.

Und je nach Konsistenz der Gnocchi das fertige Gericht vorsichtig vermischen, damit die Gnocchi nicht zerdrückt werden. Die Pinienkerne geben ein bisschen Crunch für oben drüber. Dann an einem ruhigen Winterabend genießen.

 

Gnocchi mit Zwiebeln und Orange

700g vorwiegend festkochende oder mehlige Kartoffeln
100-200g Mehl
eventuell 1 Ei
Salz

4 rote Zwiebeln (rund 600-700g)
4 Orangen
1 TL Sumach (optional)
1 Prise Cayennepfeffer
Salz, Pfeffer, Olivenöl

2 EL Pinienkerne

Die Kartoffeln in der Schale weich kochen, aber nicht überkochen, sondern nur so viel bis sie gerade weich sind. Noch warm schälen und in einer Kartoffelpresse pressen, eine ordentliche Prise Salz zufügen. Dann so viel Mehl einarbeiten wie es braucht, um einen kompakten Teig zu formen. Das kommt wesentlich auf die Kartoffeln, ihre Feuchtigkeit und ihren Stärkegehalt an.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann auch ein Ei zufügen und dann den Teig mit so viel Mehl kneten, dass ein kompakter Teig entsteht. Den Teig nur so viel kneten wie nötig. Sicherheitshalber ein kleines Teigkugerl mit rund 2cm Durchmesser in Wasser kochen, um zu sehen, ob der Teig hält.

Die Zwiebeln halbieren und in grobe Spalten schneiden. In einer grossen Pfanne Olivenöl erhitzen und die Zwiebeln bei mittlerer Hitze (sie sollten nicht braun werden) rund 20min. dünsten.

Zwei Orangen auspressen und den Saft zu den Zwiebeln geben. Die Zwiebeln salzen und pfeffern und rund 10min. kochen lassen bis sie weich sind. Mit Cayennepfeffer und Sumach abschmecken.

Von den anderen zwei Orangen Filets schneiden: dazu die Schale inklusive weiss abschneiden und mit einem scharfen Messer die Filets zwischen den weissen Häuten heraustrennen. Den Saft auffangen und den Rest Saft auspressen. Die Filets halbieren und mit dem Saft zu den Zwiebeln geben, die Herdplatte abschalten und mit geschlossenem Deckel durchziehen lassen.

Die Pinienkerne ohne Fett in der Pfanne braun rösten und beiseite stellen.

Für die Gnocchi den Teig rund 2cm dick ausrollen, in Streifen und dann in kleine Quadrate schneiden. Daraus Kugeln formen und über ein Gnocchibrett ziehen oder mit einer Gabel eindrücken. Die Gnocci in heisses Salzwasser gleiten lassen und so lange kochen bis sie aufschwimmen. Portionsweise kochen und mit einem Schaumlöffel herausnehmen und zu den Zwiebeln geben.

Wenn alle Gnocchi gekocht sind, vorsichtig alles in der Pfanne vermischen und mit den Pinienkernen bestreut servieren.

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2 Kommentare

  1. Klingt sehr spannend! Wir vermuten die Mengen sind für 4 Personen?

    Für einen 1. Versuch werden wir wohl mal faul mit gekauften Gnocchi probieren. 🙂

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