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Auf jeder Reise gibt es Sehnsuchtsorte, wo ich unbedingt hin will. Im Baltikum war das Kap Kolka so ein Ort – eine umbrandete Halbinsel, wo der Rigaische Meerbusen in die Ostsee übergeht.
Es ist wieder Schlechtwetter angesagt, und wir stellen uns auf ein wenig rumhängen ein, um den Regen zu durchtauchen.
Aber solange noch ab und zu die Sonne durchkommt, statten wir dem Schloss Jaunmoku einen Besuch ab. Ein altes Backsteingebäude, durch das man schlendern kann, mit einem netten Park und einem kleinen See.
Wir profitieren von der Anlage und essen im Park gemütlich zu Mittag.








Dann fahren wir in Richtung Küste retour und dort nach Norden. Bei Mersrags suchen wir uns einen Stellplatz nahe am Strand, um dort den Regentag auszusitzen.
In den Regenpausen schauen wir an den Strand und das Highlight des Tages ist, als wir uns einen Kaffee aus dem Kaffeeautomaten dort ziehen. Wobei es in Lettland fast auf jedem Parkplatz diese Kaffeeautomaten mit einer unglaublichen Vielfalt an aromatisierten Kaffees gibt.



Als das Wetter aufklart und nur mehr der Wind wie so oft über die Strände und durch die Wälder fegt, fahren wir zum Kap Kolka nach Norden. Wir parken auf einem riesigen Parkplatz im Wald und gehen über den Strand zum Kap vor.
Gegenüber befindet sich die Insel Saaremaa, die man natürlich nicht sieht. Aber es macht uns deutlich, das wir an der Küste quasi retour nach Norden gefahren sind.




Das Kap ist eher unspektakular, aber auf der windabgewandten Seite sind eine Menge alte Bäume im Wasser, die gute Fotomotive abgeben. Dahinter schaukeln unzählige Schwäne auf dem Wasser.
Wir gehen durch den typischen dichten Föhrenwald retour und fahren weiter Richtung Süden.








Von hier bis nach Ventspils hinunter ist die Küste wirklich verlassen. Hier war zu Sowietzeiten Sperrgebiet, deshalb haben sich hier auch keine größeren Ortschaften entwickeln können. Sobald man von der Hauptachse abzeigt, bewegt man sich auf Schotterstrassen, die mehr oder weniger breit sind. Hier leben die Liven in ihren alten Dörfern mit typischen Häuser.
Die Strände sind breit und unendlich lang, Zugänge zu Orten sind am Strand mit Holztafeln markiert, damit man sich ungefähr orientieren kann. Und die Strände sind menschenleer.
Wir wollen wiedermal eine Radtour machen und parken in Mazirbe. Vor dem Start statten wir dem “Bootsfriedhof” im Wald beim Strand einen kurzen Besuch ab. Dort sind Boote einfach verlassen worden, die nun langsam zerfallen.



Dann nehmen wir den “Radweg” und fahren nach Südwesten bis nach Sīkrags. Der Radweg entpuppt sich als ein rumpeliger uncharmanter Waldweg, zudem wäre der Leuchtturm in Sīkrags den Ausflug nicht wert gewesen.
Aber wir nehmen einen ganz besonderen Weg zurück: wir fahren einfach am Strand an der Brandungslinie retour, dort wo der Sand fest genug ist, dass man dort radeln kann. Diese Radtour ist eines meiner schönsten Erlebnisse in Lettland.
Nur wir, das Meer, der Sand und gleich daneben der Wald. Wir treffen auf 8km keinen einzigen Menschen und nur wenige Wasservögel. Der Wind hat sich gelegt, dass man gut radeln kann, der Himmel ist strahend blau.
Lange sind wir nicht sicher, ob wir auch durchkommen werden, aber bis auf den Weg über die Dünen retour zum Auto, können wir einwandfrei fahren.



Da wieder eine neue Regenfront naht, fahren wir zum Leuchtturm von Slīteres, um dort auf dem Parkplatz zu übernachten.
Dort gibt es zwei Dinge zu sehen: einmal den Leuchtturm selbst, den man hochsteigen kann.
Und einmal eine 20-30m hohe Abbruchkante, die früher die Abbruchkante des baltischen Eisstausees gebildet hat. Heute führt ein Lehrpfad durch ein urwaldähnliches Moor-Sumpfgebiet. Eine steile Treppe führt hinunter, im Tal kann man über alte Holzwege die Natur entdecken.









Dann richten wir uns für die Nacht ein und planen unsere nächsten Tage, um möglichst wenig in den Regen zu kommen.
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