Eine Woche auf Elba

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Im Mai waren wir eine Woche auf Elba, um an der neuen Auflage des Rother Elba-Wanderführers zu arbeiten. Die Insel Elba ist ja nicht so sehr bekannt, aber durchaus eine Reise wert. Irgendwie ist Elba alles Mediterrane inkl. Berge auf kleinem Raum beinander.

Wir fahren von Tirol aus nach Süden, besuchen am Weg noch eine kleine italienische Stadt und übernachten nördlich von Piompino, um schon früh am nächsten Tag die Fähre nach Elba nehmen zu können. Das klappt so einigermassen, und wir kommen gegen Mittag in Portoferraio an.

Von dort aus fahren wir gleich nach Süden, um eine Tour auf der Halbinsel von Lacona zu unternehmen. Ich dokumentiere dabei die Wanderwege im Westen, während André die Forststrassen im Osten und Süden mit dem Fahrrad abfährt.

Zuerst geht es bergauf auf den Kamm und wieder hinab nach Westen, dort auf den Wanderweg, der auf halber Höhe über dem Meer verläuft. Ich bin sehr beschäftigt, die Wegkreuzungen und Wegbeschaffenheiten für den Führer ordentlich zu dokumentieren.

Vom Weg aus sieht man immer wieder sehr schön nach Lacona retour. Bald komme ich zu einer kleinen Bucht, wo ich die Stufen zum Wasser hinabsteige. Leider ist der Strand zu steinig und der Wellengang zu hoch, dass ich nicht baden kann.

Am Südostzipfel der Insel treffen wir uns mittags zu einer gemeinsamen Jause, vorher halten wir uns immer per Signal auf dem Laufenden, wo wir gerade sind und wann ein Treffen möglich ist. Wie sich das Organisieren solcher Treffen mit Handy und GPS erleichtert hat!

Danach trennen wir uns wieder, und ich gehe über den Kamm retour. Anschließend fahren wir nach Marina di Campo, wo wir unseren Campingplatz beziehen. Rückblickend hätten wir einen teureren, aber nicht so eng aufgestellten Camping wählen sollen. Aber hinterher ist man immer schlauer.

Dafür können wir zu Fuss an den Strand gehen, ich nutze die Gelegenheit und bade oft. Zudem sitzen wir immer wieder auf dem Felsen hinter unserem Camping, schauen aufs Meer und essen dort sogar zu abend.

Am nächsten Tag ist es sehr windig, aber auch sehr sonnig. Wir fahren einmal quer über die Insel nach Nordwesten, vorbei an dem alten Wachturm, wo man eine super Aussicht auf die Insel und retour nach Marina di Campo hat.

In Sant’Andrea starte ich wieder mit meiner Wanderung. Ich steige steil auf den Kamm hinauf, dort öffnet sich der Blick nach Sant’Andrea retour und nach Korsika hinüber, wo die Berggipfel noch voller Schnee sind.

An dem Tag habe ich Anweisung, vor allem alle Aussichtspunkte zu dokumentieren, was ich auch mache. So mache ich ständig irgendwelche Abstecher vom Hauptweg weg zu insgesamt drei Aussichtspunkten.

Es ist auch sehr angenehm zu wandern, am Grat spürt man durch den Wald den Wind kaum, die Blumen blühen und duften frühlingshaft. Im Wald begegne ich zwei Wildschweinen (die sich genauso erschrecken wie ich) und unzähligen Salamandern.

An der Cala della Cotaccia führt der Weg nochmal ans Meer hinuntern bevor ich wieder zur Siedlung hinaufsteige, wo André das Auto für mich geparkt hat. Wir treffen uns am Parkplatz nahe vom Strand, um am Strand Mittag zu essen.

Dann schwimme ich eine Runde, und wir kehren noch auf einen Cappuccino ein. Einfach herrlich!

Retour nach Marina di Campo nehmen wir diesmal die Runde über den Süden, schauen dort nochmal nach Wanderwegen bevor wir wieder auf dem Camping einparken.

Am nächsten Tag ist Rasttag, dafür besuchen wir den Markt in Marina di Campo, um einzukaufen. Bei einem Stand erwerben wir erstklassigen toskanischen Pecorino, daneben frisches Gemüse. Zudem nützen wir den Rasttag, um unsere Routen zu dokumentieren bevor wir die Details vergessen.

Am nächsten Tag starte ich eine Tour direkt am Campingplatz, zuerst der Küstenlinie entlang und über zwei Strände. Dann drehe ich mich nach Nord-Osten und steige die Flanke des Monte Fonza hinauf. Zuerst ist es noch recht bedeckt, aber die Wolken heben sich nach und nach und geben ein wunderbares Panorama frei.

Weiter geht es dann hinüber zum Monte Tambone und wieder steil zum Campingplatz hinunter. Auf dem Rückweg habe ich durchgehen einen super Blick auf Marina di Campo und den Monte Capanne, den höhsten Berg von Elba.

Leider haben wir am gleichen Abend einen Unfall mit dem Bus, da André beim Rückwärtsfahren eine Steinmauer übersieht. Der Bus wird abgeschleppt, und wir ziehen am Campingplatz in ein Mobilhome. Aber die elbanischen Mechaniker sind fix und flicken unseren Bus bis am Folgetag.

So verlassen wir die Insel wieder wie geplant und setzen unsere Reise durch die Toskana und in Richtung Südfrankreich fort.

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