Rom in Schwarz-weiss

Anfang Februar war ich noch in Rom. Grundlegend hat sich die Welt seitdem verändert. Unsere Welt. Wenn ich zurückdenke, kommt es mir Jahre vor, dass ich unterwegs war, Fotos gemacht habe, durch die Gassen von Rom geschlendert bin.

Inzwischen kann ich mir das gar nicht mehr vorstellen. Herumreisen, in Restaurants sitzen, durch Museen schlendern – das alles kommt mir gerade so unwirklich vor, so unendlich weit weg.

Der Alltag hat inzwischen eine Kehrtwende von 180° gemacht. Homeoffice, Einkaufen mit Gesichtsmaske, die Berge nur von der Ferne im letzten Sonnenlicht sehen. Dazwischen versuchen, mit Freunden und Familie Kontakt zu halten. Mit meiner kleinen Familie den Austausch pflegen und sich gegenseitig stärken, aber oft auch fordern.

Ein neuer Biedermeier in unserem Alltag: Sauerteigbrot backen, dicke  Bücher lesen, Radieschen anbauen. Zufrieden mit dem, was wir haben, wertschätzen der Kleinigkeiten. Der Kontrast wäre, was derzeit in vielen anderen Ländern passiert: kranke Menschen, zu viele, die nicht mehr behandelt werden können. Zu viele, die sterben.

Gleichzeitig die Ungewissheit, die zermürbt. Wie wird das? Wie kommen wir hier wieder raus? Und wann? Und was ist dann? Was bleibt, was ändert sich? Die Veränderungen befinden sich jenseits der Vorstellungskraft, ich schiebe sie weg, die Konzentration ist auf dem Jetzt.

Ich habe lange überlegt, ob ich noch Bilder aus Rom posten will, aus dieser anderen Zeit. Aber ich habe die Zeit dort genossen: die Besichtigungstouren durch die Gassen, das vatikanische Museum, der deutsche Friedhof im Vatikan, das jüdische Viertel. Doch ich habe diese Bilder verändert, die Farbe aus diesen Bildern genommen, um sie der unwirklichen Stimmung, die gerade in mir herrscht, anzugleichen.

Ungleich schön, magisch, im Spiel mit Schatten und Licht. Weit entfernt und doch noch gut in Erinnerung.

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