Auf Durchreise in der Toskana

Nach der Woche auf Elba haben wir noch knapp zwei Tage in der Toskana verbracht. Ungeplant und eigentlich eher auf der Durchreise, aber wir haben dennoch ein paar spannende Sites besucht.

An einem Regentag setzen wir von Elba wieder aufs Festland über. Wir hoffen, dass es ab Mittag ein wenig aufreisst, die ersten Kilometer am Festland schüttet es, dass wir kaum etwas sehen.

Ich hatte mir überlegt, dass ich eigentlich gerne wiedermal nach Lucca oder Siena fahren würde, aber es ist ein Wochenende im Mai, und wir wollen uns nicht gemeinsam mit Menschenmassen durch die Gassen schieben.

Also schauen wir, was sonst so Interessantes auf dem Weg liegt. So ist unser erster Stopp in Massa Marittima. Massa Marittima ist eine kleine Stadt, die man gut zu Fuss erkunden kann. Wir parken oberhalb der Stadt und gehen in den Stadtkern hinunter.

Gleich am Eingang der Altstadt überragt die Cathedrale di San Cerbone mit ihren ein wenig extern stehenden Campanile einen großen Platz. Rundherum finden sich schöne alte Steinhäuser.

Wir schlendern ein wenig durch die Altstadt und kaufen noch toskanischen Pecorino und gefüllte Nudeln ein.

Dann steigen wir in die Oberstadt hinauf, wo man einen schönen Rundblick über die Hügel der Toskana hat. Zum Schluss kehren wir noch in einem Kaffee am Hauptplatz auf einen Cappuccino ein.

Nächstes Ziel ist die Abbey di San Galgano, die ich auch schon lange mal besuchen wollte. Inzwischen ziehen wieder schwarze Wolken auf, aber während unserer Besichtigung zeigt sich die Sonne ab und zu. Die Stimmung, die diese Mischung aus Regenwolken und Sonnenstrahlen bildet, passt gut zum alten Gemäuer.

Zuerst gehen wir zur benachbarten Kapelle hinauf, aber dort findet gerade eine Hochzeit statt, somit können wir das Gebäude nur von außen besichtigen.

Dann gehen wir zur Abbey hinunter. Auch hier war kurz vorher eine Hochzeit und die letzten Sessel werden gerade abtransportiert. Wir schlendern durch den Vorhof und besichtigen das Hauptgebäude.

Die Geometrien und Durchblicke durch das fehlende Dach sind sehr charmant, hinter jeder Ecke bieten sich neue Einblicke.

Wir übernachten in den Hügeln in der Nähe von Certaldo, das wir am nächsten Tag besichtigen wollen.

Certaldo ist eine kleinere Stadt mit modernen Stadtteilen und einem mittelalterlichen Kern, der hoch über der Neustadt tront. Wir gehen in die Altstadt hinauf und besichtigen den Palazzo Pretorio. Das Gebäude war früher das Verwaltungsgebäude der Vikare von Certaldo. In den Gebäuden gibt es eine Menge Fresken und von den oberen Etagen hat man einen wunderbaren Ausblick über die Altstadt.

An diesem Tag wird gerade für ein Musikfest aufgebaut, überall wird schon geprobt, die Stimmung ist festlich. Wir schlendern ein wenig durch die schmalen Gassen, bevor wir die kleine Funicolare wieder retour in die Neustadt nehmen. Dort kehren wir in einem Eissalon noch auf einen Cappuccino und ein Affogato ein.

Das letzte Ziel in der Toskana für dieses Mal ist das sogenannte „Kaffeehaus“ in San Giuliano Terme. Und ja, das alte Gebäude oberhalb des Kurhauses wird auch in Italien „Kaffehaus“ genannt. André hat es entdeckt, und wir wollen es besuchen.

In San Giuliano irren wir ein wenig herum und finden keinen Zugang. Also gehen wir direkt in das 5*-Spa Hotel hinein und fragen dort. Und ja, wenn man einen Ausweis hinterlegt, kann man einfach durch das Gebäude und im Hotelcafé wieder in den Garten dahinter gehen. Auf dem Weg werfen wir noch einen Blick in den mondänen Salon und freuen uns, dass wir doch noch den Zugang gefunden haben.

Dort finden sich unzählige Olivenbäume auf Terrassen gepflanzt und eben dieses Kaffeehaus. Wir gehen zu den Säulen hinauf und jausnen dann im Schatten der Olivenbäume.

Dann fahren wir weiter in Richtung Küsten und nehmen die Autobahn in Richtung Alpi Liguri.

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