Ende August haben wir eine Woche in Slowenien verbracht. Da wir noch nie dort waren, haben wir uns die Ziele rausgesucht, die uns am meisten interessiert haben. Und dabei versucht, Touristenmassen zu meiden.
Wir fahren ins Pustertal und von dort nach Süden. Eine Nacht übernachten wir noch bei Cividale del Friuli, weil in Slowenien frei stehen mit dem Bus verboten ist. Dann fahren wir nach Kobarid hinüber.
Da es an dem Tag regnet, gehen wir erstmal ins Museum in Kobarid, das sich den Geschehnissen des ersten Weltkrieges widmet. Die ganze Geschichte ist einigermassen belastend, aber das Museum ist sehr gut gemacht, es gibt mit vielen Bilddokumentationen einen guten Überblick über die Geschehnisse damals an der Isonzo-Front.
Nachdem wir das Museum verlassen haben, klart es auf und wir beschließen, zum Slap Kozjak zu fahren bzw. zu wandern. Wir queren die berühmte Napoleonbrücke, radeln dann soweit wir können und wandern dann weiter. Bei der Hängebrücke beim Kamp Lazar schauen wir auf die Soča und ja, trotz des nicht ganz tollen Wetters leuchtet der Fluss türkis.
Im Zustieg zum Wasserfall sind sehr viele Menschen, aber es ist noch im Rahmen. Der Wasserfall selbst fällt in eine Art Halbhöhle, wirklich sehr schön.

Am nächsten Tag wollen wir an der Soča radeln, fahren nach Westen und Norden, queren die Ebene von Bovec. Dann fahren wir in Richtung Soča weiter. Aber leider – Radfahren darf man außer auf der Straße nicht (was wir aber nicht wollen), und es sind wirklich sehr sehr viele Menschen. Wir besuchen noch die kleine Kirche von Soča (wo Mussolini und Hitler verewigt sind) und fahren in Richtung Kanal ob Soči weiter.
Dort machen wir kurz Halt und schauen ins Dorf. Von den Felsen und sogar von der Brücke gibt es Sprungbretter in die Soča, wo an diesem Sonntag einiges los ist. Da es sehr heiß ist, schwimme ich auch eine Runde im kalten Fluss.
Weiter südlich bei Šmartno besteigen wir einen Aussichtsturm, wo man herrlich über die Weingebiete sieht. Dann schlendern wir durch Šmartno bevor wir rüber nach Italien fahren, um an einem Wanderparkplatz zu übernachten.



Am nächsten Tag fahren wir retour nach Slowenien und auf die Hocheben nördlich vom Vipava-Tal. Dort gibt es bei Otlica ein Felstor, das wir ansehen wollen. Wir machen einen total netten Spaziergang zum Felstor, dann zu einer Felsspirale und noch auf einen kleinen Aussichtsberg, wo man einen super Blick auf das Vipavatal hat.
Nächster Halt ist die Ledecia-Höhle. Dort wurde früher Eis abgebaut und noch immer zieht eiskalter Wind aus der Höhle. Die ganze Gegend ist speziell, weil es in dem Zustieg schon immer kälter wird, wenn man bergab geht.
Dann machen wir noch einen kurzen Stopp in Vipava, wo hinter dem Dorf Quellen aus dem Karst sprudeln. Und wir füllen unsere Vorräte im Supermarkt auf. Dann fahren wir weiter nach Süden und suchen uns einen Stellplatz zwischen Oliven direkt an der kroatischen Grenze.

Eigentlich hatten wir hier auch wieder Radtouren geplant, aber die Radwege gehen oft auf den Hauptstraßen, was bei der Hitze nicht so lustig ist. Also planen wir um und besuchen Izola und Koper.
Izola ist ein netter kleiner Küstenort, wir schlendern durch die Gassen und besteigen den Kirchturm. Dann gehen wir an den Hafen, schlendern am Meer entlang und schauen den MorgenschwimmerInnen zu.


In Koper ist schon ein wenig mehr los. Wir lassen unser Auto weiter außerhalb stehen und radeln ins Zentrum. Dort schlendern wir durch enge Gassen, die schon sehr an Italien erinnern. Auf dem großen Hauptplatz erhebt sich der Prätorenpalast, die Kirche und gegenüber vom Palast eine alte Loggia aus der Zeit der Venezier, deren frühere Präsenz man immer noch in der Stadt sieht.
Wir setzen uns ins das Café, das nun in der alten Loggia betrieben wird. Da sitzen wir lange, beobachten die anderen BesucherInnen und gönnen uns ein zweites Frühstück. Es ist der erste Schultag und viele Jugendliche besuchen das Café anscheinend nach ihrem Unterricht, der an dem Tag wohl nur kurz ausfällt.
Dann schlendern wir durch die Stadt in Richtung Meer, an der alten Markthalle vorbei bis zum Stadtstrand nahe vom Hafen. Hier gibt es einen Schwimmbereich, den ich auch nutze. Dann geht es retour zum Camping, um den heißen Nachmittag im Schatten zu verbringen.


Am nächsten Tag brechen wir wieder gegen Norden auf und besuchen als erstes die kleine Steinkirche von Hrastovlje, die voller Fresken ist, darunter ein sehr berühmter Totentanz. Die Kirche selbst steht in einer dicken Steinmauer und mutet wie in einer Festung an.
Nächster Stopp und absolutes Highlight der Reise ist das Naturschutzgebiet von Rakov Škocjan. Hier hat der Fluss Rak im Laufe der Zeit einige Höhlen gegraben, die später teilweise wieder eingestürzt sind. Dadurch haben sich Höhlen, Felsbrücken und Durchbrüche gebildet, die man besuchen kann.
Das Gebiet ist in zwei Teile zerteilt, einmal bei der Tkalca Höhle und dann bei der kleinen Felsbrücke. Die Tkalca-Höhle ist gewaltig, man kann einen Durchbruch hineingehen und dann durch einen anderen Höhlenausgang wieder hinaus.
Bei der kleinen Felsbrücke kann man zuerst in die eingebrochenen Bereiche hinunterschauen bevor man zu den Höhlen hinuntersteigt. Hier kann man die Höhlen erkunden, teilweise steht hier auch noch Wasser. Da der Wasserstand niedrig ist, haben wir die Gelegenheit, in eine kleine Höhle bis zum Schluss hineinzuschauen, die voller Stalagtiten ist.
Dann gehen wir noch zum Bereich der alten Mühle hinüber. Als dort ein Slowene im Wasser beim Höhlenausgang schwimmt, mache ich ihm das nach und gehe dort ins Wasser. Es ist ein sehr einmaliges Erlebnis, in dieser Höhle zu schwimmen und das Wasser ist eiskalt.



Die letzten beiden Nächste verbringen wir im Speleo Camp bei Laze. Der Besitzer dort gibt uns noch Tipps für Höhlen, die wir selbstständig besuchen können, da der Hügel gleich beim Camp vor Höhlen nur so wimmelt und er selbst Höhlenforscher ist.
Also starten wir am nächsten Tag direkt mit dem Fahrrad beim Camping. Zuerst radeln wir nach Planina hinüber, um Brot zu kaufen. Die Planina Polje wird anscheinend bei starken Regenereignissen überschwemmt, was man sich so gar nicht vorstellen kann. Aber wir schauen uns Bilder der Überschwemmungen im Internet an.
Dann radlen wir wieder über das Polje retour und suchen die Höhlen Vranja und Skednena. Die erste ist ein großes, tiefes Loch, das unten schnell sehr lehmig wird. Durch die Skednena-Höhle kann man hindurchgehen und dann durch den Wald retour.
Auf dem Weg retour finden wir auch noch Steinpilze für unser Abendessen. Wir jausnen bei der Höhlenforscherhöhle und radeln dann durch den Wald retour. Einen kurzen Stopp machen wir noch beim Aussichtsturm über das Polje.
Diese Höhlenausflüge sind wirklich sehr super und auch im Sommer gut zu machen.



Am letzten Tag auf dem Weg retour in die Steiermark machen wir noch kurz in Maribor halt. Wir parken außerhalb und radeln an der Drau in die Innenstadt.
Wir besuchen die alte Synagoge und schlendern dann zur Burg in die Innenstadt. In einem Café gönnen wir uns noch eine slowenische Kremšnita und einen Kaffee.
Dann machen wir eine Runde über den Marktplatz und in das Viertel von Lent. Dort gibt es noch die älteste Weinrebe der Welt zu bestaunen, die sogar die Reblaus überlebt hat und immer noch Weintrauben liefert.



Dann ist es nicht mehr weit nach Österreich, und wir verbringen noch ein gemütliches Wochenende mit Freunden in der Südsteiermark.










