|

Im Unterholz

Jetzt im Herbst gibt es doch den einen oder anderen Sonnentag, den wir so gut wie möglich nutzen wollen. Dann versuche ich, mich ein paar Stunden von meiner Arbeit freizuspielen, und wir fahren in eines unserer Lieblingstäler. Dann fängt es meist ganz harmlos an. Auf einer geschotterten Forststraße stapfen wir bergauf bis… mein Liebster im Augenwinkel das tiefe Gelb, leuchtende Weiß oder aufdringliche Rot eines Schwammerls ausmacht und sofort ins Unterholz abbiegt. Ich würde die Schwammerl übrigens nie bemerken…

20140914-144646_1796_7d

Und dann geht das Abenteuer erst wirklich los. Die Hänge werden steiler, weglos natürlich. Wasserläufe lassen den Boden oft matschig werden, in dem die festen Schuhe tief einsinken. Steil ansteigend müssen wir uns im Jungwald unter den vielen Ästen hindurchbücken, schnaufend bergan und natürlich immer nach Schwammerln Ausschau haltend.

20140914-144047_1789_7d
20140921-130130_1960_7d
20140921-140539_1996_7d
20140923-181827_2060_7d
20140923-175731_2054_7d

Andererseits gibt es genau dort im Unterholz viel zu entdecken. Moos wie kleine Sterne, Schwammerl in ungesunden Farben, die bizarr am Waldboden leuchten, Sauerklee wie kleine Felder, leuchtend grün, bemooste Baumstämme. Die Umgebung ändert sich ständig, immer neue kleine Sehenswürdigkeiten tun sich vor uns auf. Dazu die Stille im Wald lässt mich rundherum zufrieden lächeln.

20140914-143457_1766_7d20140914-154244_1823_7d
20140914-155727_1830_7d20140921-132810_1977_7d
20140921-131459_1969_7d20140921-134039_1991_7d
20140921-142100_1998_7d20140923-183014_2063_7d

Leider ist die beste Schwammerlsaison schon vorbei. Vereinzelt finden wir noch essbare, die wir in den mitgebrachten Boxen verstauen. Unterwegs denke ich mit schon aus, wie ich sie verarbeiten werde. Bei unseren letzten Spaziergängen haben wir aber zu unserem Erstaunen noch Brombeeren und Himbeeren gefunden. Und davon nicht wenige, die nun zu Marmelade verarbeitet werden wollen. Auch Schwarzbeeren gibt es noch, bunt leuchten die rot-grünen Blätter ihrer niedrigen Büsche. Die Beeren sind schon etwas weich, aber fürs Frühstück sammle ich noch ein paar Handvoll. Mmmhhhh…

20140923-172347_2033_7d20140914-153744_1816_7d

Oben nach der langen Steigung erreichen wir wieder die Forststraße, schwitzend bleiben wir stehen und trinken einen Schluck Wasser. Das Bergziegendiplom ist für heute geschafft, in silber, mindestens. Auf der Forststraße marschieren wir wieder Richtung Tal – oder fast, denn der eine oder andere „hier müssen wir noch checken, ob es nicht doch noch Schwammerl gibt“ – Abstecher ist auch auf dem Rückweg fix eingeplant.

20140914-144557_1794_7d20140921-143309_2011_7d

Diesmal habe ich mit den Eierschwammerl eine exotische Vorspeise gezaubert. Auf gesäuertem Sushireis werden die Eierschwammerl serviert, die mit Balsamicoessig, Sojasauce und Estragon gewürzt sind. Eine ähnliche Vorspeise hatte ich vor Jahren mal auf einem Empfang gegessen und mir vorgenommen, diese nachzukochen. Und stellt euch vor: sie hat sogar meinem Liebsten geschmeckt, der normalerweise das Schwammerlsuchen dem Schwammerlessen vorzieht. Wenn das nicht was heißen will…

20140920-120323_1910_7d20140920-121331_1918_7d
20140920-132907_1923_7d20140920-134038_1932_7d
Schwammerl auf Sushireis

150 g Sushireis
5 EL Reisessig (oder milder Weißweinessig)
2 EL Salz
1 TL Zucker
1 weiße Zwiebel, fein gewürfelt
350 g kleine Eierschwammerl, geputzt
3 TL Estragon, fein gehackt
3 EL Sojasauce
3 EL Balsamicoessig

Den Reis in einem Sieb mit kaltem Wasser ordentlich durchspülen, anschließend eine halbe Stunde abtropfen lassen. Mit 150 ml kaltem Wasser aufkochen und 15 min. auf kleiner Flamme ziehen lassen bis er weich ist. Den Reis ein wenig auskühlen lassen.

Den Essig aufkochen lassen und das Salz und den Zucker darin auflösen. Auskühlen lassen. Wenn der Reis fertig ist, mit dem Essig mischen und so lange rühren, bis der Reis Zimmertemperatur hat und die Flüssigkeit aufgenommen hat.

Die Zwiebel mit ein wenig Öl in einer Pfanne anbraten, die Schwammerl dazugeben und so lange braten bis das Wasser, das die Schwammerl lassen, wieder verdampft ist. Mit Sojasauce und Essig ablöschen und wieder einkochen. Den Estragon unterrühren und abkühlen lassen.

Den Reis in vier kleine Schüssel aufteilen und die Schwammerl darauf geben. Bei Zimmertemperatur genießen.

Und weil das Rezept ohne tierische Produkte auskommt, kommt es in die Sammlung für den:
tierfreitag

Ähnliche Beiträge

  • |

    Spinat-Bärlauchstrudel mit poschierten Eiern

    In diesem frühlingshaften Strudel spielt Spinat die Hauptrolle, in den Nebenrollen zu sehen sind würziger Bärlauch und poschierte Eier. Und gemeinsam ergeben sie ein super Mittagessen! Spinatstrudel kann ja schon eher zu den Klassikern gezählt werden, meist wird er mit Feta kombiniert. Ich habe diesmal zum Einen den aktuell ganz frischen Bärlauch dazu gegeben und…

  • |

    Bohnencurry

    Kennt ihr orignal Thai-Curry, das so wunderbar duftet? Ewig wollte ich selbst eine Currypaste machen, um damit ein original Thai-Curry zu kochen. Und endlich ist mir eine sehr gute Version gelungen! Schon vor Ewigkeiten in Thailand habe ich Thaicurry lieben gelernt, Gemüse mit einer würzigen Currysauce in Kokosmilch gekocht. Immer wieder habe ich verschiedene Currys…

  • |

    Tomatensuppe geröstet

    Tomatensuppe ist normalerweise nicht so mein Ding. Aber Ofentomaten sind geschmacklich 1A und machen sich auch in der Suppe gut. Dazu noch zwei spezielle Zutaten und die Suppe ist perfekt! Als Kind habe ich Tomaten gehasst. Noch heute habe ich Probleme, wenn ich eine Tomate wie einen Apfel essen sollte. Irgendetwas passt dann nicht, aber…

  • |

    Karfiolsteak mit Currysauce

    Schon lange hatte ich dieses oder ein ähnliches Rezept im Kopf, immer wieder sind Ideen dazugekommen. Und nun mit einem der letzten Karfiole der Saison endlich umgesetzt. Ich schreibe mir oft Ideen für neue Rezepte auf, die sich aber auch immer weiterentwickeln, immer wieder kommen Teile dazu. Oder Alternativen, die man dafür verwenden könnte. So…

  • |

    Walnusstartelettes

    Was tue ich derzeit, wenn ich nicht reisen kann? Genau… Speisen nachkochen bzw. nachbacken, die ich auf meinen Reisen kennengelernt habe und an die ich mich jetzt erinnere. So wie diese Walnusstartelettes, die wir im Perigord vor zwei Jahren gegessen haben. Ward ihr schon einmal im Perigord? Nein? Da solltet ihr hin, wenn sich diese…

2 Kommentare

    1. hallo sandra,
      danke für die nominierung! ich werde versuchen, das demnächst umzusetzen! muss erst noch andere blogs suchen, aber denke, da finde ich schon etwas ;-).
      liebe grüße
      alex

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.