Klippen, Karst und Kaffee – Triest zu Ostern

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20150328-122400_samtvorhang_vor_der_kirche_von_auronzoDer Junior wollte zu Ostern zu einem Freund verreisen, also mussten wir die Möglichkeit nutzen und uns auch auf den Weg machen. Schon vor 3 Jahren wollten wir einmal ein paar Tage in Triest verbringen – damals machte uns aber das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Diesmal war es eher umgekehrt: zu Hause haben wir Schnee und Regen zurückgelassen und sind in den sonnigen Süden aufgebrochen.

In Sistiana checken wir auf dem Campingplatz hoch über dem Hafen auf der Klippe ein. Das Meer scheint nicht weit entfernt – allerdings trennen uns rund 100 Höhenmeter davon. Also machen wir uns abends noch in den Hafen auf, um dort den Sonnenuntergang zu genießen. Auf dem (eigentlich gesperrten…) Weg dorthin muss ich erstmal im Wald einen ordentlichen Sack Lorbeer ernten. Der wächst dort zuhauf und in guter Qualität!

Im Hafen klettern wir auf den Steinen herum, genießen die Abendsonne. Ein herrliches Ankommen!

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20150328-180000_krabbenfangkaefige20150328-182435_sonnenuntergang_an_der_adria

Am nächsten Tag wandern wir auf dem Rilkeweg direkt vom Campinplatz zum Schloss Duino. Dieser verläuft hoch über dem Meer und bietet immer wieder außergewöhnliche Ausblicke auf das Schloss und die Küste. Der Karst hat die Landschaft geprägt, die Karren in den Steinen sind deutlich zu sehen.

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20150329-095027_duerre_buesche_an_der_karstkueste_von_triest
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Im Schloss begegnet uns erstmals alte österreichisches Geschichte. Triest hat 600 Jahre zu Österreich gehört und das hat deutliche Spuren hinterlassen. Hier findet sich auch ein großer Bunker aus dem Krieg, wie man auch im übrigen Umfeld von Triest immer wieder alte Stellungen aus dem Krieg entdecken kann. Das Schloss ist klein, aber nett hergerichtet.

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20150329-114216_dach_und_rauchfaenge_des_schloss_duino20150329-113015_blick_hinab_in_der_palladianische_treppe_des_schloss_duino

Am Nachmittag fahren wir noch in den Trentiner Karst. Bei Medeazza machen wir eine Wanderung zur Doline del Principe. Diese bizarren Karstformen sind doch sehr eigentümlich: vor uns öffnet sich ein großer Talkessel mit absolut flachen Boden, runderum dicht bewaldete, steile Hänge.

Retour im Dorf kehren wir in einem Osmize ein, was quasi ein Triestiner Heuriger ist. Ganz sommerlich ist es noch nicht, trotzdem verbummeln wir dort unseren Abend im Gastgarten: bei einem halben Liter Rotwein aus dem Karst (konkret einen Carso refosco dal peduncolo rosso – ein trockener vollmundiger Rotwein reich an Tanninen) und wunderbarem Prosciutto. Sehr zum Nachahmen zu empfehlen!

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Am nächsten Tag ist das Schloss Miramare unser erstes Ziel. Oder besser die Gärten vom Schloss, die Schlossbesichtigung lassen wir großzügig aus. Die Gärten scheinen schon bessere Tage gesehen zu haben. Die Glashäuser werden gerade renoviert, viele Teile wirken verfallen. Aber dennoch ist es nett, durch die Gärten zu wandern und immer wieder aufs Meer zu blicken.

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20150330-103901_pergolagang_aus_gitter_im_parco_di_miramare
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Auf dem Weg nach Triest bleiben wir kurz beim Faro della Vittoria stehen, wo ich mir nicht ganz sicher bin, ob das eher ein Heldendenkmal oder ein Leuchtturm sein soll. Von Opicina aus nehmen wir die über 100 Jahre alte Straßenbahn in die Innenstadt Triest. Was sich als eine doppelt gute Idee erweist: einerseits ersparen wir uns das lästige Parkplatz suchen und andererseits ist die Fahrt mit der Straßenbahn ein spannendes Erlebnis. Einen Teil der äußerst steilen Strecke legt sie nämlich als Standseilbahn zürück. Wir landen so direkt in der Innenstadt Triest.

Triest erinnert mich sehr an Wien. Klar gibt es in Wien kein Meer, aber die Häuser in Triest sind nicht ganz typisch Italienisch, die alte Geschichte ist nicht zu leugnen. Wir bummeln durch die Stadt und schauen uns um. Im Hafen suchen wir den alten Leuchtturm. In der Innenstadt machen wir alte Kaffeeröstereien ausfindig (z.B. Torrefazione La Triestina). An jeder Ecke gibt’s Bars, die erstklassigen Kaffee anbieten (z.B. Cremcaffe auf der Pliazza Carlo Goldini, auch mit großer Kuchenauswahl, Gran Malabar, Piazza San Giovanni oder Caffè Eppinger, Via Dante). Ich hätte dauernd einkehren können… Die großen Plätze sind uns zu toursistenüberlaufen, so steigen wir zur Kathedrale hinauf und wandern zum Amphitheater hinunter.

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20150330-124734_leuchtschrift_bar_in_einer_strassenecke_in_triest
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20150330-143624_jungrau-maria-kapelle_in_der_kathedrale_von_triest
20150330-112756_seitenansicht_des_faro_della_vittoria_von_der_strasse20150330-124248_alte_verbarrikadierte_tuere_in_triest
20150330-141632_tuere_fenster_und_waesche_in_der_altstadt_von_triest20150330-135837_illy-kaffeetasse_von_francesco_clemente
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20150330-152311_schwarze_katze_schaut_auf_das_roemische_theater_von_triest20150330-142459_kirchturm_der_kathedrale_von_triest

Mit der Tram geht’s wieder in die Berge hinauf und retour auf die Klippe hoch über dem Hafen von Sistiana. Und am nächsten Tag dann weiter nach Süden, in Richtung Kroatien. Aber das ist eine andere Geschichte..

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