Vom Jura bis in die französischen Alpen

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Warum wir als BewohnerInnen der Berge immer in die Berge auf Urlaub fahren, kann ich euch nicht erklären. Aber wieder sind wir im August in Richtung Berge aufgebrochen und haben ganz am Anfang eine Woche im Jura und im französischen Savoyen verbracht. 

In den ersten zwei Tagen besuchen wir deutsche Freunde, die gerade in Saint-Point-Lac auf dem Campingplatz sind. Der Platz ist super direkt am See gelegen, die Umgebung ruhig und in Gehnähe ein wunderbares Käsegeschäft. Wir hängen ein bisschen am Campingplatz rum, plaudern und kommen mal in Ruhe im Urlaubsmodus an.

Für eine Wanderung fahren wir in die Schweiz retour und parken unser Auto mitten im Wald bei Saint-Croix. An einer Steilkante der Aiguille de Baulmes suchen wir einen Aufstieg auf den Gipfel. Als wir schon fast aufgeben wollen, finden wir einen Durchstieg, spektakulär mit einem Seil gesichert.

Oben bietet sich ein wunderbarer Ausblick auf die französischen Alpen und den Mont Blanc, aber auch den Mont d’Or sieht man von hier. Auf dem Rückweg finden wir Höhlen, Himbeeren und steppenartige Hochflächen. Das Jura hat schon ein ganz eigenes Flair.

Wir fahren weiter nach Süden und lassen uns ein bisschen treiben. Wir besuchen noch Port Titi (Titi für „petit“, also klein), einen alten FIscherhafen am See. Die ehemaligen Fischerhäuser sind inzwischen zu pittoresken Ferienhütten umgebaut.

Wir besuchen Aussichtspunkte und staunen über tiefe Schluchten bei Saint Claude im südlichen Jura.

Am nächsten Tag machen wir einen kleinen Zwischenstopp in Annecy. Der Himmel ist verhangen, aber die Stadt ist trotzdem nett.

Sie liegt an einem großen See und wird selber durch eine Vielzahl an Kanälen durchzogen. So wird das Gewirr der alten Gassen durch kleine Brücken und Inselchen durchbrochen. Aber es sind auch genug TouristInnen am Weg, und wir schlendern nur einmal kreuz und quer durch die Altstadt.

Nächstes Ziel ist Bourg-Sain- Maurice, und wir nehmen einen Umweg über Beaufort und den Lac de Roselend. In Beaufort wird der berühmte gleichnamige Bergkäse hergestellt, und so müssen wir natürlich in der Kooperative vorbeischauen. Aber auch das Dorf ist nett, ein typisches Bergdorf mit alten Holzhäsuern und steilen Aufstiegen.

Am Lac de Roselend machen wir einen kleinen Zwischenstop an der Kapelle. Der See ist ein Stausee, aber seine Farbe und die darüber aufragenden Felsen sind schon beeindruckend.

In zahlreichen Kehren geht es weiter, und nach dem Pass sieht es so richtig hochalpin aus. Ich kann mich hier gar nicht satt sehen.

In Bourg-Saint-Maurice treffen wir uns mit einem guten Freund, der hier seine Mutter besucht. Wir sind richtige Glückspilze, weil wir dürfen in der tollen Ferienwohnung im Erdgeschoss des Hauses übernachten. Die Wohnung ist liebevoll hergerichtet, fast wie in einem Museum. Vor dem Haus gibt es eine kleine schiefergedeckte Kapelle und rund um das Haus stehen zahlreiche Obstbäume. Überall gibt es sympathische Ecken zum Verweilen.

Am nächsten Tag ist es trüb und nieselt ein wenig. Alleine wären wir sicher keinen Schritt vor die Tür gegangen, aber unser Bekannter ist voller Tatendrang. So brechen wir in Richtung Notre-Dame de Verenettes auf. In den Wäldern und auf den Bergen hängt dicht die Feuchtigkeit, aber das Nieseln hat grad mal aufgehört.

Als wir an der Kirche ankommen, reißt es immer wieder auf und gibt den Blick auf die umliegenden Berge frei, so dass sich super Ausblicke bieten. Kurz darauf geht ein Gewitter nieder, und wir suchen Zuflucht im Vorhof einer zweiten nahen Kapelle. Plötzlich hören wir ein starkes Rauschen und sehen, dass richtige Schlammmassen den Hang herunterfließen.

Wir machen noch eine Runde am nahen Hang, finden eine Menge Waldhimbeeren und kehren dann nach Hause ins Trockene retour. Aber der Ausflug hat sich doch gelohnt.

Am nächsten Morgen strahlt die Sonne vom Himmel und wir brechen zu einer längeren Wanderung zum Lac du Petit auf. Heute sind alle Berge gut sichtbar, die Kulisse ist atemberaubend. André sagt zwar, dass es eh so ist wie bei uns, aber ich finde es trotzdem unbeschreiblich schön.

Wir wandern das Tal dem Fluss entlang nach oben bis zu dem See. Dort jausnen wir unseren mitgebrachten Käse und machen Siesta. Weiter geht es zum Petit Lac du Petit und auf einem anderen Pfad bergab. Inzwischen bilden sich auch wieder große Wolkenfetzen in den Tälern und ziehen zu den Berggraten hinauf.

Auf dem Weg ins Tal kehren wir im Refuge du Ruitor auf ein Bier (das teuerste meines Lebens glaube ich…) und eine Tarte ein bevor wir endgültig wieder zum Auto absteigen. Und auf die letzten Höhenmeter hat sich auch schon wieder der dichte Nebel eingefunden.

Am nächsten Tag brechen wir ins Vercors auf, aber darüber berichte ich euch in einem eigenen Eintrag…

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