Jahreswechsel in Süditalien – Teil 2

Face sud du Cap PalinuroWährend der Feiertage waren auch in Italien so ziemlich alle Geschäfte zu, was es schwierig machte, Lebensmittel zu bekommen, z.B. Brot. So hatten wir dann auch zwei Tage lang einfach Panettone zum Frühstück. Panettone ist quasi der Christstollen der Italiener – ein großer Germkuchen in Gupfform. Mit meinen wenigen Brocken Italienisch hatte ich einen ohne Rosinen und ohne anderen getrocknete Früchte erstanden.

Später hatte ich in den kleinen Dorfbäckerein so manche nette Begegnung. In Ostuni waren wir in einer Bäckerei, wo ich hinter dem Verkaufsraum direkt in die Backstube mit ihrem riesigen Ofen und den Backtrögen sehen konnte. Und in Peschici beteiligten sich quasi auch alle anderen Kunden im Geschäft an meiner Brotauswahl. Ich erstand dort die Hälfte eines riesigen rund 50cm großen Brotlaib, der ofenfrisch und noch ganz warm war.

Was mich sehr erstaunt hat, war, dass es überall an der Küste und in den kleinen Häfen noch sehr viele Fischer zu geben scheint. In allen Häfen waren die Fischer dabei, an ihren Booten zu arbeiten oder die Netze zu flicken. Schaulustige standen herum und unterhielten sich mit ihnen.

Auf der Halbinseln von Gargano und nördlich davon an der Adria gibt es auch noch viel Trabucchi: das sind große Pfahlbauten, die zum Fische fangen benutzt werden. Von den Trabucchi läßt man sehr große Netze ins Wasser, mit denen die Fische dann aus dem Wasser gezogen werden. Einige werden heute noch genutzt, aber einige sind auch zu Restaurants umgebaut.

Leider haben wir weniger Fisch gegessen als ich eigentlich vor hatte. Aber nach einem Fischmahl (obwohl wir nur drinnen gegessen und draußen gekocht hatten) hat unser Bus zwei Tage lang so nach Fisch gerochen, dass wir danach darauf verzichtet haben. Obwohl die Zahnbrasse (Dentice), die wir gegessen hatten, ausgesprochen gut war.

Doch auch das lokale Gemüse war es wert, gegessen zu werden! Ich hätte jubeln können über das immer noch regionale Gemüseangebot von den Äckern in Apulien: Mangold, Fenchel, Cima di Rapa wächst derzeit dort auf den Feldern, aber auch Artischocken. Leider habe ich aber wenig Bioqualität gefunden. Und mit frischer Pasta schmeckt Gemüse immer!

Ja und zu guter Letzt noch zwei Weinempfehlungen: wer mal im Süden einen „Nero di Troia“ bekommt – unbedingt zugreifen. Dieser Rotwein ist sehr gehaltvoll, schwer und dunkelrot – aber sehr gut! Und er wird aus deiner autochtonen Traube gekeltert, die nur in Apulien wächst. Und in Locorotondo (ebenfalls in Apulien) gibt es einen der besten Weißweine Italiens, mit leuchtender Farbe und feinem Geschmack.

Winter im Süden hat was: keine Touristenströme, angenehme Wärme und sanftes Licht. Und nächstes Jahr vielleicht Sizilien…

Hier findet ihr den 1. Teil der Reise.

Ähnliche Beiträge

  • Auf Foodtour in Barcelona

    Vor zwei Wochen war ich in Barcelona und hatte mal was Neues gewagt: ich hatte eine Foodtour bei Devour Barcelona gebucht – und wurde sehr positiv überrascht. Überhaupt habe ich an den Wochenende sehr viel neues über Barcelona abseits der ausgetretenen Touristenpfade erfahren und die Stadt in ganz neuem Licht erlebt. Aber beginnen wir mit…

  • Frühmorgens am Bauernmarkt

    Wieder einmal unterwegs. Zwar innerhalb von Österreich, aber viel weiter weg geht fast nicht. So nehme ich den Nachtzug nach Graz. Das hat den großen Vorteil, dass ich schon um 7.00 früh, lange vor meiner Besprechung in Graz ankomme. Gleich vom Bahnhof mache ich mich auf den Weg zu meiner Pension zum Lendplatz. Am Lendplatz…

  • Sightseeing intensiv in Vilnius

    Die nächsten Tage verbringen wir in Vilnius, der Hauptstadt von Litauen. Die Tage sind nochmal intensive Familientage, der Abschied fällt uns anschliessend sehr schwer. Von Kaunas ist es nicht besonders weit nach Vilnius, die beiden Städte verbindet eine der wenigen Autobahnen im Baltikum. Aber wir kommen mit einer Portion Aufregung an: die Dichtung der Servolenkung…

  • Den Sommer verlängern

    Ende Oktober sind wir nochmal für eine Woche nach Südfrankreich aufgebrochen, um vor dem Winter ein wenig Sonne zu tanken. Und um zu wandern – und hatten ein paar wunderschöne Tage an der Cote d’Azur. Unser erster Übernachtungsplatz ist in den Berg hoch über Monaco. Als wir ankommen, ist es grau und nebelig, Regen hängt…

  • Bergurlaub in Frankreich

    Diesen Sommer war das mit dem Urlaub nicht ganz so einfach. Da unser Auto nicht mit uns nach Schottland wollte, musste ein Ersatzplan her. Das Wetter war supersommerlich und stabil, so haben wir uns fürs Durancetal entschieden: nicht so weit zu fahren mit dem geliehenen Auto sowie Zugang ins Massiv des Écrins und den Parc…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.