|

Endlich Grünzeugs!

20150411-125127_3334_7dSeit ich letzte Woche am Marktstandl war, hab ich nun endlich Gewissheit: es ist Frühling, und es gibt wieder grüne Blätter aller Art in Hülle und Fülle zu kaufen – juhuu!

Doch der Frühling ist auch die einzige Zeit, wo ich bereue, nicht mehr in Wien zu wohnen. Nämlich wenn alle WienerInnen auf Facebook posten, wie viel Bärlauch sie dort und da gepflückt haben, begleitet von Fotos von gefühlten hunderten Gläsern Bärlauchpesto. Da bin ich dann echt neidisch. Rund um Ostern haben wir früher auch immer bei unseren Wienerwaldspaziergängen auch säckevoll Bärlauch gesammelt.

Aber inzwischen gehöre ich zu der Spezies von Menschen, die Bärlauch am Markt oder im Supermarkt kaufen (müssen). Und nicht, weil ich mich vor dem Sammeln und verwechseln mit anderen giften Blättchen ängstige. Nein, die Blätter erkenne ich fast blind. Nein, weil ich bisher keine brauchbare Stelle in meiner Umgebung gefunden habe, wo dieser wächst. Ja klar, im Unterland oder draußen in Bayern gibt es anscheinend Bärlauch. Aber nicht in Sonntags-Ausflugsnähe.

Brauchbare und machbare Tipps, wo es Bärlauch in der Nähe von Innsbruck gibt, werden übrigens immer gerne angenommen!

Diesmal habe ich den Bärlauch in Kombination mit Gnocchi probiert. Junior hat seine Sauce auf normale Nudeln bekommen. Und alle waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Ich auch. Sehr sogar.

Gnocchi mit Bärlauchsauce
für die Gnocchi (nach „Il Po“):

1 kg Kartoffeln (vorwiegend festkochend)
300 g Mehl
Salz

für die Sauce:

3 Frühlingszwiebeln
100 g Bärlauch
200 g Schlagobers
30 g Pinienkerne
Salz, Pfeffer, Öl

Für die Gnocchi die Kartoffeln abbürsten und in der Schale weich kochen. Die Kartoffeln sollten alle gleich groß sein, dass sie alle gleichzeitig gar sind. Sobald sie durch sind, abgießen, nicht zu lange im Wasser lassen. Anschließend noch im Backrohr bei 100°C auf einem Backblech 10 min. trocknen lassen. Dann die Kartoffeln schälen und zerstampfen bzw. durch eine Kartoffelpresse quetschen. Mit dem Mehl und dem Salz behutsam zu einem glatten Teig verkneten. Eher mit weniger Mehl anfangen und immer nur soviel Mehl zugeben, dass der Teig nicht klebt.

Den Teig 2 cm dick ausrollen und Streifen mit 2 cm Breite schneiden. Dann kleine Teigstückchen abschneiden, mit den Händen rund formen und über den Rücken einer Gabel rollen.

Für die Sauce die Frühlingszwiebeln putzen, in Ringe schneiden und in einem kleine Topf in ein wenig Öl anbraten. Den Bärlauch waschen, ein wenig trocken schütteln und grob hacken. Zu den Zwiebeln geben und kurz mitbraten. Mit dem Schlagobers ablöschen und aufkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wer mag, kann die Sauce auch mit ein wenig Mehl andicken, damit sie besser an den Gnocchi haftet.

Während die Sauce kocht, viel Salzwasser aufsetzen und die Gnocchi darin kochen bis sie aufschwimmen. Lieber auf 2 Etappen kochen, sollten es zu viele sein. Sie sollten frei schwimmen können.

Die Pinienkerne grob hacken und in einer Pfanne ohne Öl kurz anrösten.

Die Gnocchi mit der Bärlauchsauce servieren und mit den Pinienkernen bestreuen.

Ähnliche Beiträge

  • |

    Im Unterholz

    Jetzt im Herbst gibt es doch den einen oder anderen Sonnentag, den wir so gut wie möglich nutzen wollen. Dann versuche ich, mich ein paar Stunden von meiner Arbeit freizuspielen, und wir fahren in eines unserer Lieblingstäler. Dann fängt es meist ganz harmlos an. Auf einer geschotterten Forststraße stapfen wir bergauf bis… mein Liebster im…

  • |

    Borschtsch

    Im Baltikum bekommt man immer wieder Borschtsch (борщ) , der normalerweise auf einer Rindsuppe basiert. Für uns zu Hause habe ich diese vegetarische Variante entwickelt.  Wir essen im Urlaub immer lokale Gerichte. Die klassische Borschtsch haben wir lustigerweise im estischen Bergbaumuseum im Rahmen einer Führung bekommen. Da konnte man mit der Führung ein Lunch buchen,…

  • |

    Gefüllte Tomaten

    In Griechenland haben wir überall gefüllte Tomaten gesehen. Da es bei uns am Markt besonders grosse Tomaten gab, hab ich mich auch mal am Füllen versucht. In der Markthalle gibt es ab dem Frühsommer immer alte Tomatensorten in allen möglichen Farben. Auch die Größe der Tomaten ist recht unterschiedlich, von ganz klein bis riesig gross….

  • | | |

    Überbackene Linsen

    Ein in Frankreich typisches Gericht nennt sich „Hachis Parmentier“, dahinter versteckt sich Hackfleischsauce mit Kartoffelpüree überbacken. Bei mir gibt es heute eine vegertische Variante davon. Nachdem mir das „Hachis Parmentier“ im Kopf herumgegeistert ist, wollte ich eine vegetarische Variante kochen, aber wusste ja nicht mal, wie das Gericht auf deutsch heißt. Auf englisch wird das…

  • |

    Belegte Brote reloaded

    Brote für die Jause sind bei uns Standard. Dabei hätte ich manchmal lieber etwas originelleres. Käsebrote und Wurstbrote können mich nicht so recht hinter dem Ofen hervorlocken. Seit längerem beobachte ich aber, dass in Cafés kreativ belegte Brote als Imbiss angeboten werden. Also mal kreativ werden und selber für das Wochenende etwas Neues probieren. Als erster…

  • |

    Ofenbankwetter

    Seit Tagen schneit es so vor sich hin. Alles ist grau, die Berge haben sich seit Tagen nicht blicken lassen, alles hinter dicken Wolken versteckt. Teilweise sieht man nicht mal zum Kirchturm hinüber, so dick fällt der Schnee. Dazu ist es kalt geworden, nur selten steigt die Quecksilbersäule über den Gefrierpunkt. Und das ist gut…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.