|

Löwenzahnrisotto

Unkraut fürs Essen verwenden? Bitte gerne – im Frühling ist junger Löwenzahn eine gute Wahl für Salate oder wie hier vorgestellt – für ein cremiges Risotto.

Langsam wird es wieder grün auf unseren Wiesen, es spriessen die Kräuter und auch die Unkräuter. Aber oft ist es gar nicht leicht, das frische Grün einem oder dem anderen zuzurechnen.

Löwenzahl habe ich im Frühling immer auf den Bauernmärkten gesehen, aber selbst selten verwendet. Dieses Jahr habe ich es geschafft, Löwenzahn zu ernten, bevor er ausblüht und die Blätter sehr bitter und zäh werden. Denn am besten schmeckt Löwenzahn, wenn die junge Blätter noch ganz zart sind.

Schaut beim Ernten auch darauf, dass die Wiese, wo ihr den Löwenzahl pflückt, nicht mit Chemikalien behandelt wird. Je wilder und unberührter der Standort umso besser.

Charakteristisch bei Löwenzahn ist die leichte Bitterheit der Blätter. Im Risotto, das auf der anderen Seite auf Basis von stärkehaltigem Reis und Parmesan voll mit Umami ist, bildet dies ein wunderbares Gleichgewicht.

Ein paar übrige Löwenzahnblätter habe ich noch frittiert und als leicht bitteren Grünknusper oben drauf serviert. Könnt ihr gerne weglassen, aber macht sich als Tüpfelchen auf dem i doch auch noch gut.

Löwenzahnrisotto

1 kleine Zwiebel, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, zerdrückt
280g Risottoreis
150ml Weisswein
1 l Gemüsebrühe
25g Butter
80g Parmesan, fein gerieben

70g junge Löwenzahnblätter
80ml Sonnenblumenöl

extra Löwenzahnblätter zum Frittieren

Die Zwiebel und den Knoblauch in einem Topf bei mittlerer Hitze anbraten, den Reis dazugeben und kurz mitbraten. Mit dem Weisswein ablöschen und rühren bis der Wein eingekocht ist. Dann mit einem Schöpfer Gemüsebrühe aufgießen und umrühren. Wenn die Gemüsebrühe wieder eingekocht ist, wieder Gemüsebrühe zugeben und wieder rühren. Gegen Ende der Garzeit lieber ein wenig öfters rühren. So das Risotto kochen bis der Reis fast ganz weich ist.

In der Zwischenzeit die Löwenzahnblätter waschen, trocken schütteln und mit dem Öl fein pürieren. Wenn der Reis fast weich ist, das Löwenzahnpüree, die Butter und den Parmesan zugeben und mit Salz und Peffer abschmecken.

Wenn gewünscht, ein paar Löwenzahnblätter pro Person in einer kleinen Pfanne in eine wenig Öl knusprig braten.

Das Risotto mit den frittierten Löwenzahnblättern servieren.

Ähnliche Beiträge

  • |

    Vegan im Winter

    Ich koche gerne mit Gemüse, weil die vielen unterschiedlichen Sorten geschmacklich mehr Nuancen aufweisen als Fleisch. Natürlich habe ich gegen ein gutes Stück Fleisch ab und zu auch nichts einzuwenden, aber Gemüse ist – was die Gestaltung von geschmacksbetonten Rezepten angeht, einfach dankbarer. Zudem ist es mir wichtig, vor allem regionales Gemüse zu verwenden. Das…

  • |

    Frühling Zwiebeln Nudeln

    Wenns schnell gehen soll, sind Nudeln immer eine gute Option. Dazu eine einfache Sauce, die in ein paar Minuten fertig ist, diesmal umgesetzt mit einem Berg an Frühlingszwiebeln. Genau richtig zur Jahreszeit. Eigentlich wollte ich was besonderes für den Blog machen. Ich wollte meine Lederhandschuhe raussuchen, in den Wald hinter dem Haus pilgern und feine,…

  • | | | |

    Scotch Eggs mit Räucherfisch

    Ich koche gerne Speisen nach, die ich auf meinen Reisen esse. Diese Scotch-Eggs hatte ich bei Gandolfi Fish in Glasgow gegessen. Zwei Jahre ist das nun schon wieder her und endlich habe ich mich drüber getraut und die Scotch-Eggs nachgekocht oder besser „gebacken“. Normalerweise sind Scotch-Eggs ja mit Faschiertem, das mit Wurstbrät gemischt wird. Das…

  • |

    Fluffige Brioche

    Letzter Ferientag, dichter Schneefall. Was gibt es da besseres zu tun, als Brioche zu backen? Brioche à tête um genauer zu sein? Die ich eh schon ewig mal machen wollte? Und sie sind wunderbar geworden, soll nochmal jemand sagen, dass backen nicht glücklich machen kann! In Frankreich esse ich gerne Brioche während meine beiden Männer…

  • | |

    Grüner Dinnerclub

    Vergangenen Mittwoch habe ich endlich etwas gemacht, was ich schon so lange machen wollte, aber sich irgendwie nie ergeben hatte: ich habe gemeinsam mit grünen Kolleginnen im Dinnerclub im Integrationshaus in Innsbruck ein „Grünes Menü aus Stadt und Land“ gekocht. Anfang Jänner haben Christine, Gerhard und ich das Menü besprochen, wobei ich für die Vor-…

  • | |

    Ofenkarfiol mit Bohnenpüree und Estragonöl

    Bei uns wuchert im Frühling der Estragon hüfthoch und will verwertet werden. Bei der Intensität des Krautes ist das gar nicht so einfach. Also gabs Estragonöl als Extra zu Ofenkarfiol. Estragon hat einen starken Geschmack, der an Anis oder Fenchel erinnert. Im Frühling sind die schmalen Estragonäste die ersten, die in die Höhe wachsen bevor…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.