In Athens Speisekammer

Für ein europaweites Meeting der Grünen habe ich das vergangene Wochenende in Athen verbracht. Und natürlich musste ich dort (soweit das neben der Arbeit möglich war) auch in Sachen Kulinarik unterwegs sein. Ich hatte mir ein paar Adressen für Shops (vor allem für Süßes) notiert, aber noch viel mehr interessierte mich der Zentralmarkt in Athen, der mir von mehreren Seiten empfohlen wurde.

Überdachte Gasse rund um die Markthalle in Athen

So machte ich mich am Freitag schon um 7.15 morgens auf in Richtung Zentralmarkt. Wegen dem Generalstreik fuhr keine U-Bahn, so musste ich den Bus nehmen. Es hat eine zeitlang gedauert, bis ich es geschafft habe, das Bussystem zu nutzen (Fahrkarte am Kiosk kaufen, die richtige Linie herausfinden, die Zielstation vom Griechischen entziffern, Bus aufhalten, etc.), aber um kurz nach 8h war ich dann vor Ort – und wurde für den morgentlichen Aufwand auch ordentlich entschädigt.

Fischhabteilung in der Markthalle in Athen
Fleischhauer in der Markthalle in Athen

In der aus dem 19. Jahrhundert stammenden Halle es Zentralmarktes gibt es einen Bereich für Fisch und einen für Fleisch. Irgendwie hat mich der für Fisch mehr angesprochen, entweder weil es bei uns viel weniger Fisch gibt oder weil die Händler die Fische so schön arrangiert hatten. Auf jeden Fall bin ich dort durch den Markt gebummelt, habe die Fische bewundert und mit einigen Händlern geplaudert. Das Angebot reichte von Doraden über Sardinen bis hin zu (dort ja auch nicht heimischem) Lachs. Einer der Händler war gerade dabei, einen Hai für die Präsentation zu zerlegen. Aber auch die Kraken und die noch zappelnden (ziemlich großen finde ich) Krebse fand ich sehr beeindruckend. Und natürlich das Flair eines typischen Großmarktes, wo sich sie Händler alle kennen, durcheinanderrufen und ihre Waren anbieten. Leider konnte ich das, was gesagt wurde nicht verstehen…

Fischhändler in der Markthalle in Athen
Fischtheke
Tintenfisch
Drachenkopf - Κόκκινος σκορπιός

Gegenüber der Halle befinden sich (ähnlich wie am Naschmarkt in Wien) die Stände der Gemüse- und Obsthändler – zwar in befestigten Standln, aber nicht gänzlich überdacht. Das Gemüse und Obst war fast immer in sorgfältigen Haufen aufgeschichtet, ich habe einen Händler beobachtet, der jede Tomate vor dem Aufschickten mit einem Tuch blank poliert hat. Vor allem das Angebot an Oliven fand ich sensationell! Ich habe dann auch fast ein Kilo Oliven mitgenommen! Das erste Mal habe ich auch nicht eingelegte Oliven am Markt gesehen, d.h. wer sich mal am Oliveneinlegen üben will, weiss nun, wo man sie bekommt. Daneben gibt es auch Stände mit Trockenfrüchten (mein Geheimtipp: Pistazien!!!) und auch kleine Läden, die wie kleine Greißler eher ein bisschen von allem führen: Reis und Getreide in großen Säcken, Käse, Honig und Marmeladen, aber auch andere Dinge des täglichen Gebrauches.

Gemüse am MarktKisten mit Salat und anderem Gemüse
GranatäpfelMandarinen
Feigen etc.Isländischer Stockfisch
Ein Händler schlichtet ÄpfelDrogerie-Einzelhandel

Rund um den Markt war ich auch noch in ein paar Geschäften. Z.B. gab es ein Standl, das getrocknete Kräuter angeboten hat, Küchenwarengeschäfte oder Fischereibedarfgeschäfte, aber auch Stände, wo Schnecken verkauft wurden. Und natürlich Bäckereien, wo es die typischen Sesamkringel gab, aber auch kiloweise hausgemachte Kekse und pikante Leckereien. Und so schloß ich meinen Besuch beim Zentralmarkt mit einem Frühstück einer pikanten Feta-Schnecke (aus einer Art Filoteig?) ab und kann euch nur empfehlen, dem Markt auch einen Besuch abzustatten, wenn ihr mal in Athen seid!

Griechischer Bergtee - Τσάι του βουνούWeinbergschnecken
Läden an der Aussenseite der Markthalle in Athen
Griechisches Gebäck mit Sesam

Hier noch die Infos:
Zentralmarkt Athen, Athinas & Evripidou, Omonia, geöffnet Mo – Sa von 6.00 bis 15.00.

Oliven am Markt

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