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Lavendel soweit das Auge reicht

Im Juli waren wir wieder einmal in Südfrankreich unterwegs. Insgesamt betrachtet war es ja auch ein wenig zu heiß zu dieser Jahrezeit – fand ich – zumal auch unsere Klimaanlage im Auto kurz vorher ihren Geist aufgegeben hatte und sich bis zum Urlaub nicht mehr zum Leben erwecken ließ.

Aber…

Wenn man im Juli in Südfrankreich ist, muss man unbedingt Lavendelfelder schauen fahren. Weil dann der Lavendel in der Provence in voller Blüte steht und diese wunderbare Farbe hat und herrlich duftet.

Also haben wir gleich auf dem Hinweg einen Abstecher auf das Plateau von Valensole gemacht. Valensole liegt östlich von Manosque in der Haute Provence auf einem Hochplateau. Über kurvige Strassen fährt man hinauf und gleich nach der letzten Kuppe breitet sich das Paradies des Lavendels aus: soweit das Auge reicht sieht man die wunderbaren lila Felder, unterbrochen von hellgelben Kornfeldern, die sich farblich gut ins Gesamtbild einreihen. Die Lavendelhorste sind ordentlich in Reih und Glied gepflanzt, sie ziehen sich über die leicht hügelige Ebene und erwecken den Eindruck endlos zu sein.

Wir bleiben bei einem riesigen Lavendelfeld stehen, um Fotos zu machen. Ich streife mit den Händen über die Blüten und eine Wolke des intensiven Duftes hüllt mich ein. Sofort kommt eine Art „Feldaufseher“, um zu schauen, dass wir auch keinen Lavendel pflücken – denn das ist strengstens verboten. Immerhin sind die Lavendelfelder dort ja nur bedingt Touristenbelustigungen, sondern die Bewohner destilieren aus den duftenden Blumen ätherische Öle für Parfüm, Seifen und andere Produkte. Im nahen Valensole ist der Lavendel in allen Geschäften und auch am Markt allgegenwärtig. Hier findet ihr noch mehr Fotos von unserem Aufenthalt dort…

Zu Hause im Garten habe ich nur einige wenige Lavendelpflanzen, er fühlt sich offensichtlich bei uns in der Kälte nicht ganz so wohl wie im Süden. Aber für eine kleine Ernte reicht es allemal. Und da ich schon lange keine Pralinen mehr gemacht habe, probiere ich Lavendelpralinen aus. Im Inneren der Pralinen weiße Schokolade mit einem Hauch Lavendel, cremig weich schmilzt sie auf der Zunge. Und außen rundherum dunkle Schokolade, die eine feste, knackige Hülle bildet. Die Pralinen sind aufwändig zu machen, aber wenn ihr einmal ein besonderes Geschenk „made at home“ haben wollt, dann kann ich sie euch nur empfehlen.

Lavendelpralinen

150 ml Schlagobers
1 EL getrockneter Lavendel
400 g weiße Schokolade
500 g dunke Schokolade (70%)

Das Schlagobers in einem kleinen Topf mit dem Lavendel einmal aufkochen lassen. Zur Seite stellen und eine Stunde ziehen lassen.

Die weiße Schokolade im Wasserbad schmelzen. Das Schlagobers nochmals erwärmen und durch ein feines Sieb auf die weiße Schokolade gießen. Die Schokolade und das Schlagobers glatt verrühren. Die Masse in eine mit Frischhaltefolie ausgelegte Form gießen und fest werden lassen (z.B. bei winterlichen Temperaturen auf der Terrasse).

Wenn die Masse fest ist, in etwa gleich große Würfel schneiden und daraus haselnussgroße Kugeln formen. Die Kugeln für mindestens eine Stunde in den Gefrierer stellen.

Die dunkel Schokolade im Wasserbad schmelzen. Die weißen Schokoladekugeln hineintauchen, sodaß sie rundherum mit dunkler Schokolade überzogen sind. Dann auf einem feinen Pralinengitter wälzen, dass ein „Igeleffekt“ entsteht. Auf einem Brett abkühlen lassen.

Tipp: Bei der Verarbeitung der Schokoladen muss man ein wenig aufpassen: die weiße Schokolade schmilz leicht. Es kann somit Sinn machen, immer nur einen kleinen Teil der Kugeln aus dem Gefrierer zu holen, damit die Kugeln sich in der dunklen Schokolade nicht einfach auflösen. Zudem sollte die dunkle Schokolade nur lippenwarm sein. Lieber nochmal wärmen, aber nicht zu heiß machen!

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