Von Kristiansand nach Kristiansund – der regnerische Süden

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Schon vor vier Jahren wollten wir im Sommer nach Norwegen – damals hatte ich mir am Tag davor den Fuß gebrochen, und wir mussten umplanen. Aber sonst würde es auch diesen Blog nicht geben, den ich dann mit meinem Liegegips und einer Menge Zeit eingerichtet habe. Aber diesmal hat es geklappt: wir waren mit unserem Bus in Südnorwegen unterwegs. Lasst euch von mir auf diese Reise mitnehmen…

Bei der An- und Abreise lassen wir uns gut Zeit, um nicht gleich so gestresst anzukommen. So besuchen wir z.B. vor der Fähre noch den Leuchtturm Rubjerg in Dänemark. Der Leuchtturm ist wegen der Wanderdüne nicht mehr in Betrieb und wird wohl in den nächsten Jahren durch die wandernde Düne umfallen. Aber wir können noch auf ihn hinaufsteigen!

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Die Fähre bringt uns von Hirtshals (DK) nach Kristiansand (NO). Auf dem Schiff brauche ich gleich mal einen Toast Skagen mit frischen Krabben, und in Kristiansand erwartet uns gleich mal ein ordentlicher Regenguss zum Einstimmen. Die erste Woche wird dann wettertechnisch auch ein wenig anstrengend: ordentlich Regen und Sturm mit ein regelmäßigen Sonnenlöchern. Zudem gut kühl. Aber ich finde, wir halten uns eh tapfer und nutzen jeden Sonnenstrahl. Und halten die Mützen griffbereit.

Erste Station ist Lindesnes und Lillehavn im Süden. Lindesnes ist der südliches Punkt von Norwegen und der Leuchtturm echt einen Besuch wert. Eigentlich wollen wir noch an der Küste länger wandern, aber das Wetter hat uns schnell davon überzeugt, bald wieder umzukehren. Beim Leuchtturm unbedingt in die kleine Bäckerei einkehren! Dort verkaufen sie mit Algen und Salzwasser gebackenes Brot und Zimtschnecken. Und gutes Brot ist in Norwegen sowieso nicht so häufig! Ja, es ist teuer, aber es lohnt sich!

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Am nächsten Tag gehts weiter in Richtung Westen. Das kleine Fischerdorf Loshavn ist nett zu besichtigen, beim Lista Fyr herrscht schon wieder Regen und Sturm. Bei der weiteren Fahrt versuchen wir, links und rechts der Strasse ein paar Sehenswürdigkeiten „mitzunehmen“ wie die Häuser unter dem Felsen. Bei unserer Mittagsjause gehen wir dafür fast im Nebel verloren.

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Abends reißt es aber auf und spontan entschließen wir uns zu einer Wanderung zum Eigerøy Fyr auf. Die Ausblicke sind traumhaft, die Wellen schlagen hoch an die Felsen, wir sind uns alle einig, dass sich der Ausflug gelohnt hat.

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Den nächsten Morgen starten wir am Ogna-Strand, die Wolken hängen tief, aber auch mit dem wenig Licht leuchtet das Wasser wunderbar türkis. Der Strand ist riesig und muss bei schönem Wetter gewaltig schön sein. Aber wir wollen heute nach Stavanger fahren! Die Landschaft der Umgebung ist auch eher flach und nicht sonderlich interessant. Nur einen kleinen Friedhof direkt am Meer besuchen wir noch auf der Fahrt.

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In Stavanger drehen wir zuerst eine Runde durch die Stadt. Das Gesicht der ganzen Innenstadt wird durch die riesigen Kreuzfahrtschiffe beeinflusst, die dort vertaut sind. Nicht nur, dass im Hafenbereich unglaublich viele Menschen unterwegs sind, die schwimmenden Riesen schauen auch im Gamle Stavanger, dem alten Stadtteil mit seinen weißen Holzhäuschen, über die Dächer. Manche Ausblicke sind direkt grotesk.

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In Stavanger fallen wir bei der Romsøs Conditori am Romsøgarden ein. Das wird überhaupt eine Dauerchallenge in Norwegen: sobald wir in einer größeren Ortschaft sind, schauen wir uns nach einer vernünftigen Bäckerei um. In Stavanger gönnen wir uns eine Auswahl an Keksen, die wir dann im Park mit Blick auf den Breiavatnet vertilgen. Und kein Bröserl teilen wir mit den bettelnden Möven! Eine gute Bäckerei ist auch Godt Brød, die mehrer Filialen in Stavenger, Bergen und Oslo betreibt, sowie ein paar auch in kleineren Orten.6xZWEI

Wir besuchen in Stavanger noch das Erdölmuseum (quasi Feindbeobachtung!) und fahren dann hinaus an den Lysefjord. In der Dørvika-Bucht schlagen wir unsere Zelte auf, fischen und genießen dort am Strand einen lustigen Abend. Die zwei Makrelen, die wir dann grillen, haben uns aber die Nachbarn geschenkt, weil bei denen die Fische irgendwie lieber angebissen haben.

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Deux maquereaux sur un barbecue jetable

Am nächsten Tag machen wir uns auf den Preikestolen auf. Ein Fehler, wie sich herausstellt. Unten ist es bedeckt, ob oben Sicht ist, ist unsicher. Zudem sind einfach zu viele Menschen teilweise mit falscher Ausrüstung auf dem Berg unterwegs. Ok, wir waren (fast) oben, gesehen hat man nichts außer Nebel und an den Engstellen mussten wir richtig anstehen, um weiterwandern zu können. Also flüchten wir wieder an die Küste hinaus und verbringen dort unseren restlichen Urlaub. Fjordnorwegen wird ein andermal nachgeholt. Versprochen.

Brume dense peu avant Preikestolen

Nächstes Ziel ist somit Karmøy, eine Insel nordwestlich von Stavanger – die mich ehrlich gesagt sehr positiv überrascht. Wir checken in einem naturnahen Camping ein und bei Sonnenschein statten wir gleich am nächsten Vormittag unserem „Dorfstrand“ einen ausgiebigen Besuch ab. So herrlich!

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Wir tingeln weiter der Küste entlang nach Süden, machen in Syre halt und fahren nach Skudeneshavn. Hier rüsten wir erstmal auf und kaufen eine leichtere und kleinere Angel für Nicolas, damit wir in Zukunft doppeltes Angelglück haben! Dann sehen wir uns das kleine Fischerdorf an, das aus vielen weißen Häuschen und verwinkelten Hafenbecken besteht. Im Café Majorstuen kehren wir auf leckere Waffeln ein. Das Café wird vom 83jährigen Johannes betrieben, der selber den Waffelteig aus einer riesigen Schüssel auf seine beiden Waffeleisen schöpft. Und wir kommen uns mit all dem Krimskrams eher wie in seinem Wohnzimmer als in einem Café vor!

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Abends wird die neue Angel gleich in Åkrehamn getestet. Lange stehen die beiden Männer im Hafen am Kai und nichts tut sich. Als ein Gewitter aufzieht, hat Nicolas plötzlich einen Pollack an der Angel und bringt ihn auch tapfer an Land. Dann hüpft er gleich mit dem Fisch auf und ab bis wir kommen und ihm beistehen. Ein zweiter Fisch beißt kurz später an und das Abendessen ist gesichert! Das koche ich dann bei Sturm und Regen unter dem von den Männern aufgestellten Tarp – jaja, Norwegen halt.

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Nach Studium des Wetterberichtes (heikle Sache…) beschließen wir, nach Bergen weiter zu fahren. Wir gehen die Reise aber gemütlich an und machen noch Stopp in Haugesund. Die ganze Küste ist vom Wasser und Fischfang geprägt, überall sieht man alte Heringsfabriken und Lagerhäuser. Wir machen noch einen kleinen Umweg und fahren über die Insel Bømlo. Im kleinen Hafen Lykling schaffen wir es sogar, ein paar Sonnenstrahlen für unser Mittagessen zu bekommen.

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In Norwegen ist reisen sehr entschleunigt: oft darf man nur 60 oder 70 fahren, auch über Land, Autobahnen gibt es sowieso nur rund um Oslo. Und was mich immer wieder fasziniert: die Strassen hören oft einfach an einem Fährhafen auf, dann muss man mit dem Schiff weiter. Dort gibt es meist ein Café, manchmal einen Stand mit regionalem Obst und Gemüse. Normalerweise wartet man nicht lange auf das Schiff, aber nach Bømlo führt nunmal keine Hauptroute, hier warten wir rund eine Stunde.

Aber vom Schiff bieten sich auch immer wieder nette Ausblicke! Lustigerweise dürfte Fähre fahren bei den Norwegern unbändigen Hunger auslösen, denn so kurz die Fährfahrt auch ist, sie nützen die Fahrpause für eine Jause.

Le ferry «Utstein» arrive à Buavåg
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Auf der Fahrt nach Bergen schauen wir beim Lysekloster vorbei, grün bewachsen sind die alten Mauern in der feuchten Luft.

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Am nächsten Tag nehmen den Bus in die Innenstadt von Bergen. Als erstes besuchen wir das Hansemuseum und erfahren viel über das alte Bergen als Außenposten der deutschen Hansestädte. Zwischen den bunten Lagerhäusern aus Holz kann man auf dem Holzboden heute noch herumlaufen – nur dass inzwischen in die Häuser Hotels, Touristenshops und Museen eingezogen sind.

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Später wandern wir ein wenig in Richtung Fløyen hinauf. Wir beobachten mehrfach, wie die rote oder blaue Fløyenbahn vorbeifährt, gehen durch verwinkelte Gassen und Stiegen. Von oben sehen wir auf die Innenstadt hinunter, wo Schiffe im Hafen vor Anker liegen. Leider ist uns hier kein Sonnenloch gegönnt, aber es regnet mal nicht – auch schon was.

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Auf dem zentralen Fischmarkt werden zahlreiche Fischgerichte angeboten. Auch Beeren werden in prächtigen Farben verkauft. Irgendwie haben wir aber das Gefühl, dass hier die Touristen ordentlich abgezockt werden, und so kaufen wir ein paar Stücke geräucherten Fisch, die wir zu frischem Brot von Godt Brød verzehren. Ich habe den Fisch bei Fjellskål ganz hinten im Fisketorget, der Markthalle erstanden. Dort hatte ich den Eindruck, das Preis-Leistungsverhältnis passt einigermaßen.

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Da für den nächsten Tag wieder Regen angesagt ist, wollen wir weiter nach Norden fahren und Maløy ist unser nächstes Ziel…

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… hier findet ihr den zweiten Teil der Reise mit den sonnigen Tagen im Norden!

2 Kommentare

  • Franziska │ nur mal kosten 11. August 2016 um 10:11

    Oh, schaut so schön aus – da krieg ich gleich wieder Lust in den Norden zu reisen <3 Schaut nach einem tollen Urlaub aus!

    LG Franziska

    Antwort
  • alex 13. August 2016 um 10:11

    danke dir! ich könnt auch schon wieder hinfahren, das ist schon sehr nett dort!

    liebe grüsse
    alex

    Antwort

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