Im Theatermuseum von Dalí

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Auf unserer langen Reise in den Süden haben wir auch Besuche eingeplant, die sich sonst nie ausgingen. So wie das Theatermuseum in Figueras in Nordspanien. Ewig wollte ich schon mal hin, aber von Barcelona war es mir immer zu weit. So waren wir auf der Durchreise dort.

Normalerweise bin ich ja nicht so für Kunst, Museen und was so dazu gehört. Wenn sie nicht gut gemacht sind, langweilen sie mich bald. Aber der Besuch im Dalí-Museum im Figueras hat sich echt gelohnt. Aber alles der Reihe nach.

Zuerst nehme ich euch nach Port Vendres mit, wo wir nach den regnerischen Cevennes in der Sonne ankommen. Ich finde, in Port Vendres merkt man, dass man sich nahe einer Grenze befindet.

Wir schlendern am Hafen herum, es ist irgendwie nicht so nett touristisch herausgeputzt, Fischerboote dominieren die Szenerie, größere Frachtschiffe laufen in den Hafen ein. Aber es ist warm, sonnig und ich habe den Eindruck, dass die Reise nun so richtig beginnt. In Gegenden, die ich noch nicht kenne.

Eigentlich wollten wir in Port Vendres noch Fisch einkaufen, aber es ist Montag und montags ist auf der iberischen Halbinseln so ziemlich alles geschlossen. Das lernen wir in Port Vendres schnell und stellen uns auf unserer weiteren Reise darauf ein. Aber wenn ihr mal nicht montags dort seid, müsst ihr unbedingt bei Les Poissoneries de la Côte Catalane vorbeischauen.

Über die gewundene Küstenstrasse fahren wir weiter in Richtung Grenze nach Süden. Oft bleiben wir in den Kehren stehen, der Blick öffnet sich weit übers Meer und die Küste. Vor Jahren waren wir hier an der Côte Vermeille bei echtem Sauwetter gefahren, seitdem wollte ich hier mal wieder her.

Heute ist der Himmel tiefblau, das Meer dunkeltürkis, nur der Wind fegt über die Bäume, Sträucher und Kakteen. Dann sind wir endlich in Spanien – wir stoppen an einem Cap, und ich hüpfe vor lauter Freude über den Moment auf und ab!

Wo die Strasse von der Küste abzweigt, biegen wir in die Berge ab und übernachten unter drei kleinen Korkeichen mit Blick aufs Meer zurück.

Gleich in der Früh fahren wir nach Figueras weiter – um 9h haben wir Karten für das Dali Theatermuseum bestellt. So früh die Karten zu bestellen war eindeutig die gute Wahl . Ich hatte meine Zweifel, ob das Museum wirklich toll ist, aber anschließend bin ich begeistert.

Nicht die vielen Bilder sind es, die mich begeistern. Das Museum ist eine künstlerische Gesamtinszenierung. Viele Installationen erstrecken sich über mehrere Etagen, was einem ermöglicht, sie aus vielen unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten und immer Neues zu entdecken.

Gleich wenn man hineinkommt, landet man im Innenhof, wo eine ziemlich runde Frau auf einem alten Auto steht, darüber schwebt ein Boot, aus dem blaue Farbe zu tropfen scheint. Das Auto wird übrigens innen beregnet…

Besonders lustig finde ich das „begehbare Gesicht“: im Raum steht eine Art Aussichtspunkt, wo man auf das Zimmer blicken kann. Dort wird das Sofa zum Mund, der Kamin zur Nase und die Bilder an der Wand zu den Augen.

Aber auch das Deckengemälde im Palast-des-Windes-Raum finde ich lustig. Auf dem Gemälde sind Dalí und seine Frau, aber man hat den Eindruck, sie würden auf einer Glasplatte über einem stehen. Die Zehen sind ganz groß, nach oben werden die Figuren kleiner, die Fusssohlen sind leicht schmutzig. Die Perspektive ist so ganz stark und man hat das Gefühl, die Decke wäre gar nicht eben. Irgendwie auch wie eine Parodie auf die Deckenbemalungen, die man sonst in alten Kirchen sieht.

Dalí hat das Museum zu Lebzeiten noch selber gebaut und ist unter dem Theatersaal in einer Krypta begraben. Wahrscheinlich spricht es für seinen Charakter, dass er sich selber so ein beeindruckendes Denkmal gesetzt hat. Er soll schon recht exzentrisch und auf sich bezogen gewesen sein. Ursprünglich war das Gebäude das alte Stadttheater, das Dalí restauriert und in seinem Sinn wiederhergestellt hat.

Aber auch außen ist das Museum witzig: die übergroßen Eier auf den Türmen, die Figuren über dem Eingang halten Brote in die Luft.

Aufgrund der Wettervorhersage entschließen wir uns, direkt nach Toledo weiter zu fahren. Einen kleinen Stopp legen wir noch im Supermarkt ein, um uns mit Lebensmitteln einzudecken und machen eine Pause in Castellfollit de la Roca, wo das Dort hoch oben auf Basaltsäulen steht.

Dann geht es durch Katalonien und die Ausläufer der Pyrenäen mit hügeliger bis bergiger Landschaft. Danach ist es eine Zeitlang total flach mit Obstbäumen bevor eine Landschaft ein bisschen wie in Amerika anfängt: rote steil abfallende Felsen, dazwischen ein paar Felder oder Obstbäume. Wir fahren auf eine Hochebene, und es wird immer kälter. Zwischendurch regnet es auch immer wieder ordentlich, einmal hat es fast Schneeregen, und als wir das Hochland hinab nach Madrid fahren, stehen die Schneepflüge zum Einsatz bereit.

In Toledo checken wir auf dem Stadtcampingplatz ein, wärmen uns mit einer Flasche Cava und machen Pläne für den nächsten Tag.

 

1 Kommentar

  • Juliana 12. September 2018 um 8:38

    Das Museum schaut wirklich spannend aus! Ich wusste gar nicht, das es das gibt.

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