Toledo – eine Stadt wie ein Museum

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Auf dem Weg durch Spanien haben wir Halt in Toledo gemacht. Ich war vor etlichen Jahren schon einmal von Madrid aus dort gewesen, aber es gibt dort so viel zu sehen, dass ein Besuch immer wieder lohnt. Eng reihen sich in Toledo die Sehenswürdigkeiten aneinander, dass wir gut ausgesucht haben, was wir besuchen wollen.

Direkt vom Campinglatz machen wir uns auf in die Stadt. Zuerst queren wir einen verwahrlosten Park und gehen über eine Brücke auf die andere Flussseite, vorbei an einem alten Wasserturm und alten Industrieanlagen. Gleich am Anfang schauen wir zur Puente de San Martin, die in der Morgensonne liegt.

Trotz der Vorsaison ist in Toledo ganz schön was los. Vor allem Schulklassen, spanische, aber auch französische, sind unterwegs, sowie Reisegruppen, die dann gleich alle Pulkweise die Sehenswürdigkeiten stürmen.

Als erstes besuchen wir das Monasterio de San Juan de los Reyes. Wir schlendern durch den doppelten Kreuzgang und schauen uns um. Das Kloster ist im spätgotisch-isabellinischen Stil gehalten und stammt aus dem 15. Jahrhundert, wurde dann aber mehrmals zerstört und wieder restauriert. Vor allem im Innenhof gibt es allerlei Details zu entdecken und auch die angeschlossene Kirche ist reich ausgestattet.

Nächster Halt ist Santa Maria la Blanca. Ursprünglich wurde dieser Bau als Synagoge errichtet, obwohl sie sehr maurisch anmutet. Aber damals war die jüdische Bauweise sehr von den Mauren beeinflusst, die die Halbinsel besetzt hielten. Ich mag diesen Stil und vor allem die Geometrien, die sich auf tun.

Man kann immer wieder den Betrachtungswinkel wechseln und entdeckt immer neue und spannende Muster. Dass das Gebäude noch erhalten ist, verdankt es dem Umstand, dass es später als Kirche genutzt und so gepflegt wurde.

Die Synagoge del Transito mit ihrem Museo Sefardi ist viel größer als Santa Maria la Blanca und ebenfalls im maurischen Stil gehalten. Aber hier gibt es viel mehr Verzierungen und Inschriften, welche die Wände überziehen. Zudem ist auch die Gebetsecke gut erhalten geblieben.

Lange halten wir uns hier auf und versuchen, alle diese feinen Details zu erfassen. Es lohnt sich vor allem in die obere Etage hinauf zu gehen, da man dort den Verzierungen näher ist und sie viel genauer studieren kann als aus dem Hauptraum von unten.

Durch das alte Judenviertel mit seinen verwinkelten Gässchen gehen wir zur Iglesia San Tomé hinüber. Obwohl es dort vor Menschen nur so wuselt, schaffen wir es hinein, dort, wo das berühmte Bild von El Greco „El entierro del Conde de Orgaz“ auf die Wand der Seitenkapelle gemalt ist. An dieses Gemälde kann ich mich von meinem letzten Toledo-Besuch erinnern, aber mir kam der Raum damals viel kleiner, ruhiger und besinnlicher vor. Vielleicht auch deshalb, weil so massig viele Menschen sich diesmal in diesem Raum befinden.

Nächster Halt ist die Kathedrale, wo wir gekonnt erst einmal rundherum laufen, bevor wir den Eingang finden. Aber sie ist sehenswert, riesig groß mit zahlreichen Verzierungen. Sie ist etwas unübersichtlich, weil außen immer wieder Kapellen und auch ein Kreuzgang angebaut wurden. Heute ist in diesen Nebengebäuden der Kirchenschatz untergebracht.

Ebenfalls kann man dort zahlreiche Bilder von El Greco bewundert. Die Bilder von El Greco faszinieren mich immer wieder: die Farben der Bilder sind so kräftig und scheinen aus dem Bilder herauszuleuchten. Dabei sind die Bilder im 16. Jahrhundert gemalt worden.

Um den Chor mit seinen hölzernen Stühlen kann man herumgehen. Reich verziert sind hier zahlreiche Nebenkapellen. Beim Blick zurück sieht man immer neue Details, die sich im fahlen Licht gegen die riesigen steinernen Wände abheben.

Durch die Altstadt hindurch gehen wir noch zur alten Mezquita Cristo de la Luz, diesmal eine Kirche, die vorher wirklich eine Moschee war. Sie liegt oberhalb der Puerta del Sol, einem alten Stadttor, und vom kleinen Park bei der Mezquita hat man einen wunderbaren Ausblick auf den unteren Teil von Toledo. Die Mezquita wurde rund um 1000 von den Mauren errichtet, aber nach der Rückeroberung von Toledo in eine Kirche umgewandelt.

Kalt ist es geworden, und nach einem kleinen Abstecher in die Unterstadt gehen wir wieder hinauf in die Altstadt, um im El Trebol einzukehren und uns aufzuwärmen. Ich hatte diese Bar schon vorher rausgesucht und war mit meiner Auswahl mehr als zufrieden. Die Bar ist eindeutig keine Touristendestination, klar sind auch Touristen da, aber vor allem Einheimische, die dort nachmittags auf ein Bier oder einen Imbiss vorbeischauen.

Wir versuchen etwas typisch Lokales auszuwählen und landen bei Bomba Trebol (Kartoffelteig gefüllt mit Fleisch und Paprika), Croqueton de Gambas (selbstredend), Carcamusas (Eintopf mit Schwein und Erbsen) und Costillas al Horno (Ripperl aus dem Ofen). Dazu gibt es natürlich ein Bier. Wir essen gemütlich, beobachten die anderen Menschen in der Bar und genießen das Ambiente.

Praktischerweise können wir dann mit dem Bus direkt zu unserem Campinplatz retour fahren und chillen nach dem doch sehr aktiven Tag noch ein wenig in unserem Bus.

1 Kommentar

  • Veronika 18. September 2018 um 20:07

    Wow, so schöne Photos!!!

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