Toskana abseits der Highlights

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Natürlich waren wir in der Toskana nicht nur in Pisa und Florenz. Es gibt in dieser Region noch so viele Sehenswürdigkeiten zu entdecken, kleine aber feine Sights, die man ein wenig suchen muss. Hier ein paar Eindrücke von der restlichen Woche in der Toskana.

Wie viele Kirchen wir wohl auf unserer Reise in die Toskana besucht haben? Ich weiss es nicht, auf jeden Fall sehr, sehr viele. Große und oppulente, aber auch kleine und sehr alte. So wie diese beiden Exemplare.

Ich mag die alten Hallenkirchen in Italien, die zudem mit wunderschönen Fresken ausgestattet sind. Die Basilica di San Piero a Grado steht ausserhalb von Pisa in Richtung Marina di Pisa an einer Strassenkreuzung.

Die Kirche geht auf eine frühchristliche Kirche aus dem 4. Jahrhundert zurück, der romanische Stil stammt aus dem 10. Jahrhundert und wurde später erweitert. Kirchturm gibt es keinen mehr, der wurde im Krieg zerstört, aber nur unvollständig wieder aufgebaut. Die Fresken überziehen die ganzen Wände und lassen mich lange staunen.

Die Abbazia di Sant’Antimo befindet sich südlich von Montalcino und ähnlich abgelegen. Mit ihrem Stil erinnert sie mich sehr an die Kapellen der Provence. Die Abteil wurde im 8. Jahrhundert von den Benediktinern gegründet, anscheinend als Dank von Karl dem Grossen nach der Besiegung der Pest.

Die Kirche ist aus Travertin errichtet, innen schlicht, aber doch mächtig. Reliefe verzieren die Säulen, Bemalungen fehlen weitgehend. Aber wie die Kirche so frei auf dem Feld steht, kommt ihre schlichte Schönheit doch gut zur Geltung.

Wir besuchen Volterra – ok, nicht ganz unbekannt, aber nachdem wir alle anderen bekannten Orte der Toskana schon früher quasi auf der Durchreise besucht hatten, wollten wir hier auch Halt machen.

Volterra ist wesentlich weniger aufregend als Siena oder Pisa, aber auch wesentlich kleiner. Aber es hat auch nicht den besonderen Charme von San Giminagno. Volterra liegt auf einem Hügel, zu dem Serpentinen in steilen Kurven hinaufführen.

Hauptziel für uns ist die alte Zisterne. Eine fast frei stehende alte schmiedeeiserne Treppe führt unter die Erde. Das Licht fällt durch eine Öffnung in der Decke und sorgt für schummriges Licht, das auf die feuchte Wände fällt.

Wir wandern durch die Gassen, kehren auf einen Cappuccino ein, besuchen die Kathedrale und die Piazza dei Priori. Wir werfen einen Blick in die Reste des Theatro Romano und setzen dann unsere Reise fort.

Dann fahren wir durch das Chianti nach Süden und damit durch die bekannteste Weingegend der Toskana. Der Wein ist schon geerntet, aber die Weinberge erstrecken sich sanft hügelig am Fusse der Dörfer.

Auf dem Weg machen wir Halt in Monteriggioni – ein kleiner Ort, der wie eine Festung auf den Berg Monta Ala errichtet wurde, um hier das Tal zu überwachen und zu beschützen.

Auf einer steilen Strasse gehen wir in den Ort hinauf und durch ein altes Tore mit dicken Mauern hinein. Auf einem Teil der Mauer kann man herumgehen und über das Dorf blicken.

Weiter im Süden liegen einige  bekannte Weinorte wie Montepulciano oder Pienza. Wir besuchen Montalcino, das für seinen edlen Brunello bekannt ist.

Das alte Städtchen mit seinen steilen Gassen sitzt auf einem Felsen und wird von einer Burg überragt. Wir machen einen Rundgang auf der Burgmauer und blicken zum Dorf hinüber. Aber auch die engen Gassen laden zum Herumschlendern ein, und in den Restaurants sind die Terrassenplätze eng besetzt.

Wusstet ihr, dass es in der Toskana große Gebiete mit Geothermie gibt? Die meisten werden noch Saturnia kennen, das in den letzten Jahren auf den sozialen Medien sehr gehypt wurde.

Wir fahren in die ländliche Toskana und wandern auf einem geothermischen Naturlehrpfad nahe Sasso Pisano in die Hügel hinauf. Zwischen den grauen, aber auch roten Felsen dampft und raucht es, Schwefelablagerungen haben sich um die aktivsten Stellen gebildet.

Weiter oben gibt es sogar wild blubbernde Löcher, wo Wasser durch die Geothermie stark aufgeheizt ist. Und wenn man sich zum Rasten auf den Boden setzt, dann hat man eine gratis Sitzheizung dazu.

Beim Blick zurück rückt das pittoreske Dorf ins Bild, aber gleich ums Eck ziehen sich unendlich lange Rohre durch die Landschaft, die warmes Wasser transportieren und Kühltürme von Geothermie-Kraftwerken dominieren die Aussicht.

Wir fliehen vor einem Gewitter und finden einen Standplatz zum Übernachten nicht weit von dort bei einem verlassenene Bauernhof.

Noch ein paarmal abends ziehen Gewitter durch und zaubern gemeinsam mit dem Rot der Abendsonne eine einzigartige Stimmung.

Dann besuchen wir noch Bagni Vignoni weiter südlich, wo anscheinend schon die Etrusker ihre Thermen erbaut hatten. Wir parken unten im Tal und gehen über das Tal der Mühlen zum Ort hinauf. Hier finden sich mehrere Becken, wo über Sinterterrassen das Wasser hinabstürzt.

Das Wasser wurde früher für die Mühlen genutzt, die im Berg liegen und man die Mühlsteine dort noch besichtigen kann. Direkt im Ort befindet sich ein riesiges Becken, wo man das heiße Wasser aus dem Untergründ heraufblubbern sieht.

Von dort führt ein Kanal mit heißem Wasser durch den Ort und bis zu dem kleinen Wasserfall, der ins Tal der Mühlen mündet.

Und dann gibt es in der Toskana natürlich auch das Meer. Ich mag ja die flachen Abschnitte weiter nördlich nicht wirklich. Wir waren kurz in der Marina di Pisa, aber das ist mir alles zu flach und zu uniform.

Dann hat es uns nach Talamone verschlagen, ein kleiner Ort im Süden der Toskana. Der Ort liegt auf einem Felssporn an einer breiten Bucht, man kann um den Felssporn herum wandern und zum Leuchtturm auf der anderen Seite schauen.

Im Westen gibt es eine Minibucht mit pittoresken Badekabinen, im Hintergrund schimmert das Meer der Bucht in kräftigem türkis.

Kurz vor der Grenze zu Latium fahren wir noch auf die Halbinsel von Orbetello und übernachten auf dem Felsriegel. Die Halbinsel ist durch drei schmale Landstreifen mit dem Festland verbunden. Der nördlichste ist mit Camping- und Badeplätzen vollgepflastert, die einen vom Meer fern halten, auf dem mittleren Streifen liegt die Stadt Orbetello und der südlichste ist ein Schutzgebiet.

Wir fahren nach Süden und nach Porto Ercole, gehen durch das Dorf und besteigen einen Felsen im Norden der Bucht, von dem man herrlich über den Hafen sieht. Der Ort scheint nicht nur von Touristen besucht, viele Einheimische gehen ihren Beschäftigungen nach.

Anschliessend picknicken wir am Strand von Feniglia bevor wir uns auf den Weg nach Süden machen, um dem immer kälteren und immer nasseren Wetter der Toskana zu entrinnen.

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