Winterfotografie in der Provence

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Wir sind zum Jahreswechsel in Südfrankreich aber nicht nur am Meer rumgehangen, sondern haben auch eine Menge Wanderungen gemacht. Mit dabei war diesmal eine besondere Fotochallenge, mit der ich meine Motive gesucht habe.

Karin Haffert, die ich von einem Fotokurs kenne, hat ein E-Book zur Winterfotografie herausgebracht, das ich in Südfrankreich getestet habe. Im Buch gibt es mehrere Themen, die man einzelen ausprobieren kann, aber auch kombinieren. Dabei geht es um neue Blickwinkel, Techniken, aber auch Kontraste und Einstellungen.

Ich fotografiere ja schon seit Jahren, aber wenn man immer nur ähnliches fotografiert, dann werden die Fotos auch immer nur ähnlich. So habe ich diesmal diese wundervolle Möglichkeit genutzt und mir ein Thema ausgewählt und mich auf die Suche nach Motiven gemacht. Ich hatte mir die Kontraste ausgesucht und bin mit offenen Augen auf der Suche nach Motiven unsere Wanderwege abgegangen. So lernt man auch wieder, die Details zu sehen und zu wertschätzen.

 Mit dem Output war ich ganz zufrieden, aber ein bisschen mehr Übung schadet sicher nicht. Zudem gibt es in dem E-Book noch weitere Themen, die ich noch ausprobieren möchte. Wer das auch ausprobieren mag, findet das E-Book hier zum Erwerb und Downloaden. Wer findet meine Übungs-Fotos in meinem Blogbericht?

 

Von La Seyne aus wandern wir seit langem wieder einmal auf das Cap Sciciè hinaus. Noch immer sind sehr viel Wege gesperrt, wie schon vor vielen Jahren als wir hier unterwegs waren. Wir starten am Plage de Fabrégas mit seinen Fischerbooten und gehen dann nach Süden weiter.

Nach einiger Zeit steigen wir links zu einem Strand ab, überqueren diesen und gehen dann wieder bergauf in Richtung Notre-Dame du Mai. Der Pfad in Richtung Cap ist leider noch immer nicht saniert, so müssen wir wieder umkehren und auf einem anderen Weg in Richtung Grat hinaufgehen.

Immer wieder haben wir aber einen super Ausblick auf das Meer und die Deux Frères (zwei Brüder) – so heissen die beiden vorgelagerten Felsen im Meer. Da der Wind empfindlich auffrischt, gehen wir nicht mehr zur Kirche hinauf, sondern durch ein Nebental nach Fabrégas zurück.

Einen zweiten Tag suchen wir am Cap Sciciè alte Steinritzungen. Wir irren herum, klettern über Felsen und finden so doch ein paar Ritzungen aus dem 18.Jahrhundert, die vor allem Schiffe darstellen. Lohnt echt einen Umweg.

Eine weitere Wanderung führt uns in ein Tal oberhalb von Toulon ins Chateauvallon. Dort gibt es noch einen alten “Telegraphe”: das waren Geräte, die in Sichtkontakt standen und über die man Nachrichten verschickt hat.

Wir wandern in einer großen Acht, die uns über einen Weg einigermassen steil mit Kletterabschluss wieder auf das Plateau gelangen lässt. Von oben sehen wir bis nach Toulon und über die Küste. Was macht man nicht alles für Aussicht und Bewegung.

An der Küste hält sich ein paar Tage zäher Hochneben, dem wir zu entfliehen versuchen. So fahren wir ins Hinterland und gehen dort eine kleine Rundtour bis zu einer Kapelle und Burg. Im Tal liegt der Nebel zuerst noch vor dem Dorf, aber als wir oben ankommen, ist auch dieses Tal mit Nebel gefüllt.

Beim Heimweg machen wir Halt auf dem Col de l’Espigoulier, um das “Mer de Brume” (das Nebelmeer) noch von oben zu sehen.

Der Nebel scheint sich richtig zu bewegen, wogt hin und her, steigt und fällt, ein paar Berge und Strommasten schauen noch oben raus. Zudem hinterläßt die untergehende Sonne Schatten und Lichtspiele.

Bei Brignoles machen wir uns auf die Suche nach Dolmen (alte Steingräber), für die wir nicht wenig dichte Wälder auf der Suche nach dem richtigen Weg durchstreifen. GPS-sei dank finden wir die Dolmen dann auch.

Der Tag ist finster, bedeckt, und es regnet ab und zu, irgendwie der richtige Tag, um durch den tiefen Wald zu streifen.

Anschließend nutzen wir noch die Gelegenheit, um Biowein aus Correns einzukaufen, wenn wir schon dort in der Gegend sind.

Da wir in la Seyne wohnen, fahren wir mit dem Linienbus in die Stadt und schauen uns ein wenig um. Am Markt ist das Angebot winterlich reduziert, aber das typische Marktflair ist trotzdem zu spüren.

Was aber in la Seyne richtig besuchenswert ist, ist die alte Klappbrücke am Hafen, die zu einem Aussichtspunkt umgebaut ist. Von dort sieht man super über den Ort inklusive Hafen, aber auch bis nach Toulon hinüber, wo die großen Fährschiffe der Korsika- und Sardinienfähren liegen.

Einen anderen Tag machen wir eine Wanderung in Hyères, von der ich mir nicht viel erwarte. Wir gehen durch die Stadt und zum Schloß hinauf, vorbei am öffentlichen Waschplatz und durch malerische Gässchen.

Wer Zeit hat, sollte diese kleine Wanderung unbedingt mal machen, ich war echt sehr positiv überrascht. Wir lassen unsere Wanderung dann am Place Massillon bei einem Kaffee gemütlich ausklingen.

Bei Bormes-les-Mimosas machen wir eine Wanderung in die Hügel hinauf. Auf einem Bergrücken klettern wir auf ein paar Felsen – und uns bleibt die Luft weg bei diesem einzigartigen Ausblick. Von der ersten Bergkette hinter dem Meer sieht man auf das Cap Bénat hinunter, das Meer glänzt golden in den ausladenden Buchten.

Wir überqueren dann den Bergrücken und steigen über schmale Pfade wieder zum Ort ab. Die Bewaldung ist dicht, es gibt viele Korkeichen und manchmal komme ich mir vor, wie im Karnutenwald von Asterix und Obelix.

Und schon fast auf dem Heimweg besuchen wir die grünen Steine beim Cap Dramont mit dem imposanten Turm auf der Île d’Or immer gegenüber.

Da die Mimosen teilweise schon blühen, fahren wir noch nach Tanneron über Mandelieu hinauf, um Mimosenluft zu schnuppern. Ein paar blühen schon, aber der Höhepunkt der Blüte steht noch aus. Und gut so, normalerweise ist die Blütezeit wesentlich später, aber wegen dem Klimawandel blühen sie immer früher.

Jahreswechsel in Südfrankreich im Bus ist immer eine Herausforderung, wobei wir diesmal ja mit unserer Unterkunft ein wenig geschummelt haben. Aber auch wenn das Wetter nicht perfekt war – es ist immer wieder eine Reise wert.

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