Sehnsucht nach Meer

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Lange haben wir aufgrund der aktuellen Situation gezögert, zu Weihnachten nach Südfrankreich zu fahren. Und schließlich sind wir doch nach Süden aufgebrochen. Zu den Stränden, dem weichen Winterlicht, zum Meer.

Im Winter sind in Südfrankreich einige Sachen möglich, die schon im Oktober nicht ganz so einfach waren. Weil zu Jahresende nochmal weniger Leute unterwegs sind. So kann man recht einfach auf Strandparkplätzen übernachten. Wir sind seit langem wieder in Argentière und auf Giens und bleiben dort am Ende vom Parkplatz.

In Argentière gehen wir tagsüber um die Bucht herum und schauen auf den Strand zurück. Dann gibts Kaffee im Sand mit Blick aufs Meer. Und abends färbt sich der Himmel in allen Rottönen bis die Sonne am Horizont verschwindet. Klar ist es kalt, es ist ja auch hier Winter, aber ich merke, dass langsam meine Anspannung nachlässt. Dass ich mich fallen lasse, dem Meer zusehe, seinen Rhythmus spüre.

Wir verbringen ein paar Tage in la Seyne-sur-Mer, haben dort ein kleines Appartement gemietet. Die Tage sind windig, aber das gehört hier im Winter dazu. Zum Sonnenuntergang fahren wir über das Cap nach Le Brusc und gehen auf die Île du Gaou rüber.

Der Wind peitscht hier das Wasser gegen die Küste. Die Wellen spritzen und bäumen sich an den Felsen auf. Ich setze meine Mütze auf, damit meine Haare nicht immer vors Gesicht wehen. Je tiefer die Sonne sinkt, umso stärker werden die Rottöne auf den Felsen und auf dem Meer und mischen sich mit dem abendlichen Blau der Dämmerung.

Ich beobachte das Wasser, das das letzte Sonnenlicht widerspiegelt, es ist wie flüssiges Licht, das sich im Sturm bewegt. Es schäumt, bildet Strudel, schlägt spritzend an die Felsen. Die Sonne steht schon tief und lässt die Wasserfontänen aufleuchten. Wir umrunden die Insel bis die Sonne endgültig am Horizont verschwindet. Und dann breitet sich ein ganz eigenartiges lila Licht aus und legt eine unwirkliche Stimmung über die Bucht.

Ich wandere auch gerne am Meer, die vielen Küstenwanderwege in Südfrankreich bieten sich dafür an. Und im Winter ist es auch nicht zu heiß dafür.

Wir sind auf Giens und wenden uns nach Osten, gehen die Küste entlang, kommen über ein paar Strände, die noch im Schatten liegen.

Dann wenden wir uns nach Süden, passieren ein kleines Gebiet, dem man noch eindeutig den Waldbrand letzten Jahr ansieht. Wir steigen zu einer kleinen Bucht ab und sitzen im Windschatten in der Sonne. Das Meer leuchtet türkis zu unseren Füssen und glitzert mit der Sonne um die Wette.

Als wir der Küste wieder folgen, haben wir schon Angst, dass der Wind dort kräftig ums Eck pfeift, aber die Buchten sind schön windstill. Lange bleiben wir in einer Bucht und schauen den Wellen beim Brechen zu. Einfach dort sein, im hier und jetzt, so lange man Lust hat, ohne etwas zu müssen.

Ich lasse die Umgebung einfach auf mich wirken, den Geruch des Meeres, das Geräusch der brechenden Wellen, die Wärme der Sonne auf meinem Gesicht.

Die Wellen rollen an den Strand und brechen den vorgelagerten Felsen. Im Hintergrund sitzen die Meeresvögel wie die vier Daltons auf einem großen Felsen, der aus der Bucht ragt. Wie lange wir dort bleiben, weiss ich nicht mehr. Aber ich kann endlich wieder durchatmen.

Eine Nacht verbringen wir am Strand von Bregançon. Das Schloss liegt in der Abendsonne ruhig im Wasser, der Präsident scheint nicht da zu sein, zumindest ist kein Polizeiaufgebot vor Ort. Wir klettern noch ein wenig an den Felsen rum, um einen guten Blick auf den Sonnenuntergang zu bekommen.

Es braucht gar nicht so viel, um mal zur Ruhe zu kommen: raus aus dem normalen Trott, sich aufraffen, runter vom Sofa, raus in die Natur. Offen sein, für das was kommt, sich einlassen auf die Schönheit, die uns draußen geboten wird.

Und Südfrankreich und seine unglaublich schönen Küsten machen es einem da leicht, den Alltag hinter sich zu lassen.

1 Kommentar

  • Kerstin 29. Januar 2022 um 15:35

    Texte die mich immer mitnehmen ♡

    Antwort

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