Totale Entspannung auf Hiiumaa

Schon beim Planen der Ferien wollte ich umbedingt auf die Inseln Hiiumaa und Saaremaa. Als wir dann endlich auf der Fähre sind, wäre ich am liebsten wild auf- und abgehüpft vor Freude, dass das nun auch wirklich wahr wird.

Nach dem Besuch des Bahnhofes von Haapsalu fahren wir zur Fähre, die uns nach Hiiumaa bringen wird. An der Fähre müssen wir mit unserem E-Ticket nur kurz warten, dann geht es an Bord. Das Schiff ist bei weitem nicht ausgebucht.

Auf Hiiumaa besuchen wir zuerst die alte Kirche in Pühalepa, bevor wir nach Norden weiterfahren.

Dort machen wir einen Abstecher hinter dem Flughafen an die Küste, wo auch ein kleiner Leuchtturm steht. Der Tag ist herrlich sonnig, wir lassen uns einfach ein wenig treiben.

Weiter im Nord-Westen befindet sich der Tahkuna – Leuchtturm, den wir unbedingt besuchen wollen. Zu unserer Überraschung darf man den Leuchtturm sogar besuchen.

So steigen wir die stählerne Wendeltreppe bis unter die Leuchte hinauf und schauen übers Meer. Hier gibt es wie so oft in Estland eine Menge Findlinge am Strand, Algen sammeln sich dazwischen. Und überall Schwäne, Enten, Möwen und Reiher.

Wir machen uns am Strand noch einen Kaffee und beobachten junge Füchse, die dort am Strand spielen, während ihre Mutter darauf schaut, dass ihnen niemand zu Nahe kommt.

Wir fahren weiter nach Westen und schlagen unser Lager für zwei Tage am RMK Platz von Mägipa direkt am Strand auf. Auch hier kann man nicht baden, aber wir können die Vögel beobachten und (wenn sie grad da ist) in der Sonne sitzen.

An einem Abend probieren wir auch die Feuerstelle aus. Auf den RMK – Plätzen gibt es immer einen Holzvorrat. Ich spalte die Scheite mit einer Axt, die an der Hütte dort an der Wand hängt.

Beim Übernachten sind wir dort alleine, nur ab und zu kommen Menschen und gehen eine Runde mit ihren Hunden. Uns gefällt es an dem Stellplatz so gut, dass es einer der wenigen Plätze ist, wo wir zwei Nächte bleiben und unser Auto in der Zwischenzeit gar nicht gewegen.

Am zweiten Tag machen wir direkt vom Platz dort eine Fahrradtour zum Kopu – Leuchtturm. Im Wald läuft uns einiges an Wild über den Weg, auf der Insel können wir überhaupt sehr viele Tiere beobachten, die man sonst nicht so sieht.

Der Kopu-Leuchtturm ist der drittälteste noch in Betrieb befindliche Leuchtturm und wurde früher mit Feuer beleuchtet. Die enge und steile Treppe wurde erst später in den Leuchtturm hineingebaut. Der Besuch von dem Leuchtturm lohnt sich sehr!

Bei der Abreise vom Stellplatz besuchen wir auch dem Ristna-Leuchtturm und fahren dann retour nach Kärdla zum Einkaufen und Wasser an einer arthesischen Quelle auffüllen.

Wir schauen bei Hiiu-Vill vorbei, wo aus heimischer Wolle mit traditionellen Maschinen zuerst Fäden gesponnen und dann Pullover, Socken und Mützen gestrickt werden. Die Wolle wird nicht gefärbt, somit gibt es die Sachen in beige über braun bis grau.

Ich kaufe einen dicken, beigen Wollpulli, den ich im weiteren Verlauf der Reise bei kaltem Wetter noch gut gebrauchen kann.

Dann fahren wir in den Süden auf die Sääretirp-Halbinsel, wo wir eine kleine Runde mit dem Fahrrad drehen und dann auf die Landzunge hinausgehen. Es gibt eine Menge steinige Halbinseln, das Meer und die Buchten sind seicht, und wir können eine Menge Vögel beobachten.

Das absolute Highlight ist ein vorbeifliegender Schwarm Schwäne, die eine riesige Spannweite zusammenbringen und während des Fliegens ein gewaltiges Rauschen erzeugen. In den nächsten Tagen sehen wir noch oft solche Schwärme und hören sie oft schon lange bevor wir sie sehen.

Wir jausnen gemütlich auf einer Halbinsel und schauen aufs Meer hinaus.

Wir übernachten am Friedhof von Kassari und entdecken die kleine Kapelle, die mit Reet gedeckt ist. Zudem hat sie keinen Strom und der Gottesdienst wird in Kerzenlicht abgehalten.

Am Übernachtungsplatz gesellt sich ein roter Kater zu uns und will uns nicht aus den Augen lassen. Sogar als ich auf dem Plumpsklo bin, wartet er geduldig davor. Am liebsten hätte ich den Kater ja eingepackt, aber sicherlich hätte ihn dann jemand vermisst.

Wir buchen uns eine Fähre mach Saaremaa rüber und sind erstaunt, wie wenige Verbindungen es gibt.

Vor der Fähre schauen wir noch zu den Leuchttürmen von Soru, die an der Strasse nahe dem Fähranlager stehen.

Zudem probieren wir aus, das Wasser aus einem alten Brunnen nach oben zu holen. Und jausnen am Liibalauka – Strand und liegen dort ein wenig in der Sonne rum.

Dann stellen wir uns in Soru am Hafen in die Schlange und warten auf unsere Überfahrt nach Saaremaa.

Uns war nicht klar, was uns auf Hiiumaa erwartet, aber die Insel ist in der Nebensaison total entspannt und fast schon menschenleer.

Dafür haben wir unzählige Füchse, Rehe und natürlich unterschiedlichste Vögel beobachten können. Nur die Elche hielten sich vor uns versteckt…

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